Neuer 50-Euro-Schein_HVB_Fuenfziger_Europa-Serie_Bundesbank_FB
04.04.2017

50-Euro-Schein

Druckfrisch: Das ist der neue 50-Euro-Schein

Als vierter Geldschein der Europa-Serie kommt heute der neue 50-Euro-Schein in allen 19 Mitgliedsstaaten des Euro-Raums in den Umlauf. Er ergänzt die bereits eingeführten neuen 5-, 10- und 20-Euro-Banknoten. Der neue Fünfziger soll sicherer und schwerer zu fälschen sein, sagt Franz-Josef Behringer, Leiter Banknotenentwicklung bei der Deutschen Bundesbank. „Zudem gibt es ein fühlbares Merkmal, damit auch Menschen mit Sehschwäche die verschiedenen Stückelungen besser unterscheiden können.“

Der 50-Euro-Schein ist das beliebteste Papiergeld Europas. Er macht stattliche 45 Prozent des Banknotenumlaufs in sämtlichen Mitgliedsstaaten des Euro-Raums aus. Allerdings führt seine Beliebtheit auch dazu, dass kein Geldschein so oft gefälscht wird wie die 50-Euro-Note. Fast jeder zweite nachgemachte Schein im Jahr 2016 war ein Fünfziger. Aus diesem Grund haben Europas Währungshüter aus dem Kassenschlager jetzt ein weitgehend betrugsresistentes Modell gemacht. Was also taugt die neue Banknote? Das haben wir Franz-Josef Behringer gefragt, Leiter der Banknotenentwicklung bei der Deutschen Bundesbank.

Welche neuen Sicherheitsmerkmale hat der neuer Fünfziger, welche haben Sie vom Vorgänger übernommen?

Die Smaragdzahl, das aus meiner Sicht optisch auffälligste neue Merkmal der bislang in Umlauf gebrachten Banknoten der Europa-Serie, ist auch Bestandteil der neuen 50-Euro-Banknote. Ebenso wie die neue 20-Euro-Banknote hat der neue 50-Euro-Schein ein Porträt-Fenster. Kippen Sie den Schein im Gegenlicht, verschwindet ab einem bestimmten Blickwinkel die Wertzahl. An ihrer Stelle erscheint ein lichtdurchlässiges Fenster, in dem der Kopf der mythologischen Frauengestalt Europa sichtbar wird. Zudem enthält der neue Fünfziger, wie alle Stückelungen der Europa-Serie, fühlbare Merkmale. So können Menschen mit Sehschwäche die verschiedenen Stückelungen besser unterscheiden.

Technisch weiterentwickelt wurden im Vergleich zur ersten Serie die UV-Eigenschaften. Dies betrifft die auf der Vorder- und Rückseite verwendeten Farben, die unter UV-Licht fluoreszieren: Die Sterne der Europa-Flagge auf der Vorderseite fluoreszieren gelb, der Glanzstreifen und die Banknotennummer rechts oben auf der Rückseite rot. Wie bei der ersten Banknotenserie weisen die Banknoten der zweiten Serie ein fühlbares Druckbild auf der Vorderseite, dessen Muster den jeweiligen Nennwert kennzeichnet, sowie Mikroschriftelemente und einen Sicherheitsfaden auf.

Nach welchen Vorgaben haben Sie die Merkmale entwickelt?

Innerhalb des Eurosystems gibt es diverse Arbeitsgruppen, die sich mit der Weiterentwicklung der Banknoten beschäftigen. Die konkrete Entwicklungsarbeit leisten in der Regel die nationalen Zentralbanken zusammen mit Herstellern und Forschungsinstituten unter der Koordination der Europäischen Zentralbank (EZB). Für die Entwicklung und Auswahl von Sicherheitsmerkmalen gibt es viele Kriterien, die gegeneinander abgewogen werden müssen, beispielsweise die Integration in das Banknotendesign, der Grad der Innovation, Zusatzkosten, Produzierbarkeit, aber auch Kombinierbarkeit mit anderen Sicherheitsmerkmalen oder die Automatengängigkeit.

Die Sicherheitsmerkmale im Überblick

So sieht er aus: Der neue 50-Euro-Schein von vorne und hinten

Wie testen Sie die Merkmale auf ihre Fälschungssicherheit?

Das macht eine spezielle Arbeitsgruppe, das sogenannte „Counterfeit Resilience Test Team“. Die Kollegen dieser Unit untersuchen zum Beispiel die Nachstellbarkeit von Sicherheitsmerkmalen mit marktgängigen Materialien wie beispielsweise Farben und Papieren aber auch Reproduktionsgeräten unterschiedlicher Qualitätsstufen.

Seit wann läuft die Produktion des neuen 50ers?

Die Produktion der neuen 50-Euro-Banknoten läuft seit Herbst 2015. Bis zum Erstausgabetag wird die vom Eurosystem benötigte Erstausstattungsmenge von 5,4 Milliarden Banknoten zu Verfügung gestellt. Darüber hinaus ist die Produktion von weiteren 4,1 Milliarden Scheinen als sogenannte Folgeausstattung zum Teil bereits angelaufen.

Wie läuft der Austausch des 50-Euro-Scheins konkret ab?

Die neuen Banknoten werden ab dem Erstausgabetag zusammen mit den noch in unseren Tresoren vorhandenen Beständen an 50-Euro-Banknoten der ersten Serie ausgegeben. In den folgenden Monaten werden die „alten“ 50er nach und nach ersetzt, da die Bundesbank 50-Euro-Banknoten der ersten Serie, die nach dem 4. April bei ihren Filialen eingezahlt werden, vernichten wird. Wie lange dies dauern wird, ist noch unklar. Mit Blick auf die Transaktionskassenhaltung von 50-Euro-Banknoten dürfte der Austausch im Vergleich zu den bereits eingeführten Stückelungen schneller vollzogen werden, da 50-Euro-Banknoten nur selten als Wechselgeld genutzt, sondern nach einem Bezahlvorgang über Kreditinstitute oder Wertdienstleister zur Bundesbank zurückgebracht werden.

Bis wann kann ich mit dem alten Schein eigentlich noch bezahlen?

Die Banknoten der ersten Serie behalten zunächst ihre Funktion als gesetzliches Zahlungsmittel. Sie können sie daher weiterhin für Bezahlvorgänge verwenden. Die alten Noten können Sie zudem ohne zeitliche Begrenzung bei den Notenbanken des Eurosystems in jeweils aktuelle Banknoten umtauschen.

Seit Ende November 2015 ist der neue 20-Euro-Schein in Umlauf. Welche Bilanz können Sie hinsichtlich seiner Fälschungshäufigkeit ziehen?

Für eine Bilanz ist es immer noch zu früh, aber die bisherige Entwicklung ist recht positiv. Die Anzahl der Fälschungen von 20-Euro-Banknoten hat sich 2016 gegenüber 2015 nahezu halbiert. Während im Jahr 2015 in Deutschland 37.900 Fälschungen dieser Stückelung festgestellt wurden, waren es im Jahr 2016 noch 20.200 Stücke. Dabei entfielen deutlich mehr Fälschungen noch auf die „alte“ Serie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

back to top