29.12.2014

Änderungen 2015

Steuern und Finanzen: Das ändert sich 2015

Wenn am 1. Januar 2015 die letzten Silvester-Raketen erloschen und die ersten guten Vorsätze vielleicht schon verpufft sind, gelten bereits einige Gesetzesänderungen, die Auswirkungen für uns Verbraucher haben. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengefasst.

Krankenkasse

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung wird mit Begin des neuen Jahres um 0,9 Prozent auf 14,6 Prozent gesenkt. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen davon jeweils die Hälfte. Die Krankenkassen können fehlende Einnahmen ausgleichen, indem sie einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag erheben. Dieser wird ebenfalls als Prozentsatz vom Einkommen des Versicherten aufgeschlagen. Mit dem Zusatzbeitrag dürfen die Krankenkassen jedoch nur tatsächliche Ausgaben decken, er ist deshalb in seiner Höhe begrenzt. Mehr als auf die Beitragsbemessungsgrenze wird jedoch kein Beitrag erhoben. Diese erhöht sich für die Krankenversicherung im neuen Jahr von 4.050 auf 4.125 Euro im Monat. Die Veränderung in der Beitragsstruktur für Krankenkassen soll für mehr Wettbewerb unter den Krankenkassen sorgen.

Pflegeversicherung

Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt ab 1. Januar 2,35 Prozent (Kinderlose: 2,6 Prozent). Mit dieser Erhöhung möchte die Bundesregierung im Rahmen des ersten Pflegestärkungsgesetz die Versorgung von Pflegebedürftigen stärken und verbessern – sowohl in stationären Einrichtungen als auch in der Ambulanz. Dies ist allerdings nur der erste Schritt. Das Bundesministerium für Gesundheit plant noch in dieser Amtszeit die Umsetzung des zweiten Pflegestärkungsgesetz. Neben einer weiteren Erhöhung der Beiträge der Pflegeversicherung sieht sie ein neues Begutachtungsverfahren sowie einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff vor. So soll der individuelle Unterstützungsbedarf noch besser berücksichtigt werden.

Rente

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung sinkt im kommenden Jahr von 18,9 auf 18,7 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenzen werden dagegen leicht erhöht. Sie steigen von monatlich 5.950 auf 6.050 Euro (Allgemeine Rentenversicherung West) sowie von 5.000 auf 5.200 Euro (Ost) im Monat. Gleichzeitig könnten sich die Rentenzahlungen um 2 Prozent erhöhen. Die endgültige Entscheidung darüber soll jedoch erst im kommenden Frühjahr fallen.

Mindestlohn

Nach vielen Diskussionen tritt am 1. Januar der Mindestlohn in Kraft. Bundesweit und flächendeckend verdienen dann alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 18 Jahre mindestens 8,50 Euro pro Stunde – so es nicht branchenspezifische Übergangsregelungen gibt. Mit der Einführung des Mindestlohns möchte die schwarz-rote Bundesregierung Dumpinglöhne verhindern. Experten rechnen allerdings mit negativen Auswirkungen auf die Einstellungsquote in den Niedriglohnbranchen.

Elterngeld

Für Kinder, die nach dem 1. Juli 2015 geboren werden, gilt eine neue Elterngeld-Regelung. Mit dem Elterngeld Plus haben Elternpaare, die einer Teilzeit-Tätigkeit nachgehen, den Anspruch, die Hälfte des regulären Elterngeldes über den doppelten Zeitraum, also zwei Jahre, zu beziehen. Arbeiten beide Eltern zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche, gibt es mit vier zusätzlichen Monaten Elterngeld einen sogenannten „Partnerschaftsbonus“. Elterngeld und Elterngeld Plus können außerdem miteinander kombiniert werden. Für Eltern von Mehrlingen wird es bereits Anfang des Jahres eine Änderung geben: Sie erhalten einen Zuschlag von jeweils 300 Euro pro Kind, haben aber nur noch einen Elterngeldanspruch.

Erbrecht

Im August 2015 tritt in allen Mitgliedsstaaten der EU (ausgenommen Dänemark, Irland und Großbritannien) das europäische Erbrecht in Kraft. Diese EU-Verordnung regelt die Anwendung der nationalen Erbrechte, sobald es zu einem grenzüberschreitenden Todesfall kommt. Statt der Nationalitätszugehörigkeit des Verstorbenen entscheidet nun im Regelfall der Wohnsitz des Verstorbenen über das Erbrecht. Ausnahmeregelungen müssen über ein Testament geregelt werden

Hartz IV und Kirchensteuer

Mit Beginn des neuen Jahres steigt der Hartz-IV-Regelsatz um gut zwei Prozent für die rund 6,1 Millionen Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Er beträgt für Alleinstehende ab dem 1. Januar 2015 399 Euro. Die Anpassung orientiert sich am gestiegenen Preisniveau.

Im neuen Jahr werden die Kirchensteuerbeiträge auf Kapitalerträge über dem Freibetrag von 801 Euro automatisch per elektronischem Abrufeverfahren einbehalten. Die Banken dürfen dafür die Kirchensteuerabzugsmerkmale des Steuerzahlers abfragen. Das soll die Hinterziehung der Kirchensteuer verhindern.

Feiertage

Arbeitnehmer in Deutschland müssen im Jahr 2015 mehr arbeiten: Zwei der neun bundesweiten Feiertage fallen im nächsten Jahr auf ein Wochenende. Was Unternehmen freut, dürfte Arbeitnehmer in Bundesländern mit vielen christlichen Feiertagen nicht begeistern. Allein in Bayern fallen fünf Feiertage auf ein Wochenende. Unser Tipp: Wer Brückentage nutzen möchte, um ein Wochenende oder sogar den Urlaub zu verlängern, hat dafür im Mai die besten Chancen.

Unsere Zusammenfassung versteht sich unter Vorbehalt, Abweichungen sind bei einzelnen Gesetzesänderungen möglich. Wir wünschen Ihnen bei Ihren Vorhaben für das neue Jahr alles Gute und viel Erfolg.

 

Weiterführende Informationen finden Sie in folgendem kostenfreien E-Book von Lexware.

  1. Kiri, meine Sonne
    21. Januar 2015, 21:13

    Hallo liebes Pfäumchen,

    hier kommt eine Info zum Elterngeld Plus.

    Ich liebe Dich,
    Böhnchen

  2. dax
    9. Januar 2015, 19:25

    Neu ab 2015

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