Änderungen 2016
14.12.2015
Tipp

Änderungen 2016

Das ändert sich 2016 rund ums liebe Geld

Ob rauschende Partynacht oder meditative Abgeschiedenheit – Egal, wie Sie den Jahreswechsel verbringen, in jedem Fall lohnt es sich, rechtzeitig einen Blick auf die wichtigsten Änderungen für das Jahr 2016 rund um Finanzen, Steuern und Versicherungen zu werfen! So ersparen Sie sich die bürokratische Katerstimmung zum Jahresanfang.

Zweite Identifikationsnummer für Kindergeld

Wer Kindergeld beantragt, muss ab dem 1. Januar 2016 zwei steuerliche Identifikationsnummern vorlegen, die eigene und die des Kindes. Mit der Gesetzesänderung soll verhindert werden, dass getrennt lebende Eltern für ein Kind zweimal Kindergeld erhalten. Laut einer Pressemeldung des Bundeszentralamts für Steuern werden die bereits laufenden Zahlungen jedoch nicht eingestellt, sollte ab Januar 2016 die zweite Nummer noch nicht vorliegen. Es sei ausreichend, die Steuer-ID des Kindes im Laufe des Jahres 2016 nachzureichen. Das Bundeszentralamt für Steuern hat eine Seite mit den häufigsten Fragen und Antworten zur Gesetzesänderung erstellt. Falls Ihnen eine oder beide steuerlichen Identifikationsnummern fehlen, finden Sie auf dieser Seite Infos, wie Sie sie erhalten können.

Ein kleines Trostpflaster für den bürokratischen Aufwand: Anfang 2016 steigt das Kindergeld noch einmal um zwei Euro pro Monat, sodass es nun je 190 Euro für das erste und zweite Kind, 196 Euro für das dritte und ab dem vierten Kind 221 Euro gibt. Auch der Kinderzuschlag für bedürftige Familien steigt zum 1. Januar um 20 Euro auf 160 Euro.

To Do: Falls Ihre Steuernummer noch nicht bei der Familienkasse vorliegt, reichen Sie sie nach.

 

Freistellungsauftrag nur mit Identifikationsnummer gültig

Wer Geld aus Zinsen, Kursgewinnen oder Dividenden erwirtschaftet, muss diese versteuern. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben die ersten 801 Euro von der Kapitalertragssteuer befreit. Ab dem 1. Januar 2016 dürfen Finanzinstitute einen Freistellungsauftrag nur noch berücksichtigen, wenn gleichzeitig die steuerliche Identifikationsnummer vorliegt. Seit 2011 können neue Aufträge nur noch mit Identifikationsnummer beantragt werden. Ist Ihr Freistellungsauftrag älter, müssen Sie nun die Steuer-ID nachreichen.

To Do: Ist Ihr Freistellungsauftrag von 2010 oder älter? Teilen Sie Ihrer Bank Ihre Identifikationsnummer mit. Betroffene HVB-Kunden wurden bereits schriftlich informiert.

 

Transparenz und Beratung beim Dispokredit

Ab März 2016 müssen Banken und Sparkassen auf ihren Internetauftritten die Kosten für Dispositionskredite und geduldete Überziehungen deutlich hervorheben. So wird mehr Transparenz für die Endverbraucher geschaffen. Bankkunden, die ihren Dispositionskredit über sechs Monate ununterbrochen zu einem Dreiviertel des Verfügungsrahmens ausreizen, wird ab Frühjahr 2016 von ihrer Bank ein Beratungsgespräch angeboten, mit dem Ziel, eine zur Kundensituation passende Lösung zu finden. Dasselbe gilt für Girokonto-Besitzer, die unter bestimmten Voraussetzungen die geduldete Überziehung länger als drei Monate ununterbrochen in Anspruch nehmen.

To Do: Vorbeugen! HVB SMS-Service und den Persönlichen Finanzmanager einrichten – so behalten Sie den Überblick über ihre Finanzen.

 

Recht auf Konto gesetzlich festgeschrieben

Anfang 2016 will die Bundesregierung gemäß einer EU-Richtlinie das Recht auf ein Girokonto gesetzlich regeln. Durch das Zahlungskontengesetz soll jedem Verbraucher – auch Asylsuchenden –  der Zugang zu einem Konto mit grundlegenden Funktionen ermöglicht werden. Europaweit muss das Gesetz bis zum 18. September 2016 umgesetzt sein. Dies bedeutet für EU-Bürger, dass sie ohne weiteres in jedem EU-Land ein Konto eröffnen können.

 

IBAN löst Kontonummer und Bankleitzahl ab

Ab Februar 2016 wandern Bankleitzahl und Kontonummer endgültig ins Museum des Zahlungsverkehrs. Ab diesem Zeitpunkt endet die Übergangsfrist und gültig ist allein die IBAN (International Bank Account Number). Ihnen graut davor, die lange Zahlenkolonne auswendig zu lernen? Keine Sorge, der IBAN-Code ist ganz einfach! In Deutschland setzt er sich folgendermaßen zusammen:

DE + (zweistellige Prüfziffer) + (Ihre Bankleitzahl) + (Ihre Kontonummer) = IBAN

Sollte Ihre Kontonummer weniger als zehn Ziffern umfassen, werden ihr so viele Nullen vorangestellt, bis zehn Ziffern erreicht sind.

To Do: IBAN auswendig lernen und darauf achten, nur noch diese zu verwenden.

 

Weniger Bürokratie für Unternehmer

Das Bürokratieentlastungsgesetz, das am 1. Januar 2016 in Kraft tritt, bewirkt, was sein Name besagt. Auf diese und weitere Entlastungen können sich Unternehmer und Gründer im kommenden Jahr freuen:

Die Umsatz- und Gewinngrenze für die Bilanzierungspflicht verschiebt sich von 500.000 auf 600.000 Euro Umsatz und von 50.000 auf 60.000 Euro Gewinn. Damit können mehr Unternehmer und Selbstständige die einfachere Einnahmen-Überschuss-Rechnung zur Ermittlung ihres Gewinns nutzen.

Ab 2016 müssen Existenzgründer im ersten Kalenderjahr der Gründung der statistischen Meldepflicht nicht mehr nachkommen. Im zweiten und dritten Jahr ist die Meldepflicht vom Jahresumsatz abhängig. Erst Unternehmen mit einem Umsatz ab 800.000 Euro müssen ihre Meldepflicht wahrnehmen. 2015 mussten Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bereits 500.000 Euro ihren Beitrag zu Umwelt-, Preis-, Beherbergungs- und anderen Statistiken leisten.

To Do: Umsatz und Gewinn checken und Verpflichtungen nachkommen oder sich über die gewonnene Zeit freuen!

 

Steigender Grund- und Kinderfreibetrag

Mit dem Jahreswechsel 2015/2016 steigen sowohl der Grund- als auch der Kinderfreibetrag. Der Grundfreibetrag legt um 180 Euro von 8.472 Euro im Jahr 2015 auf 8.652 Euro ab 2016 zu. Für Ehepartner steigt der Grundfreibetrag um 360 Euro auf 17.304 Euro. Der Grundfreibetrag markiert das Existenzminimum. Erst Einkommen, die über dieser Marke liegen, müssen versteuert werden.

Der Kinderfreibetrag erhöht sich um 96 Euro auf 7.248 Euro für beide Elternteile. Leben die Eltern getrennt, vermindert sich die Steuerlast beider Parteien zu gleichen Teilen.

 

Steuerliche Entlastung bei Rürup-Rente steigt

Wer in eine Rürup-Rente einzahlt, freut sich jedes Jahr über eine steigende steuerliche Entlastung. 2016 können 82 Prozent der Aufwendungen als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Ab 2025 können Sie dann 100 Prozent ihrer Zahlungen in die Rürup-Rente von Ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen.

 

Private und gesetzliche Krankenversicherung

Wie jedes Jahr steigen auch 2016 die Beitragsbemessungs- und die Versicherungspflichtgrenze. Die beiden bürokratischen Wortungeheuer beziehen sich jeweils auf das Jahreseinkommen. Die Versicherungspflichtgrenze markiert das Jahreseinkommen, ab dem ein Wechsel in eine private Krankenversicherung möglich ist. 2016 liegt sie bei 56.250 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze ist das höchste Einkommen, das zur Berechnung des Beitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung herangezogen wird. 2016 liegt sie bei 50.850 Euro. Wer mehr verdient, zahlt auf jeden Euro darüber keinen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung.

An die Beitragsbemessungsgrenze ist auch der Höchstbetrag für die steuerbefreite Einzahlung in Renten- und Pensionsversicherungen gekoppelt. Vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze dürfen ohne besteuert zu werden in eine entsprechende Versicherung investiert werden. 2016 sind das 2.976 Euro pro Jahr.

Bislang galt für Bezieher von Arbeitslosengeld II der Vorrang der Familienversicherung. Diese Regelung wird mit dem Jahreswechsel aufgehoben. Konkret bedeutet das, dass alle ALG-II-Berechtigten über 15 Jahren eigenständig in die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung aufgenommen werden. Betroffene dürfen die Gelegenheit zum Kassenwechsel nutzen.

To Do: Einkommen checken und Krankenkassentarife vergleichen.

 

Mehr Wohngeld

Insgesamt 870.000 Haushalte können sich ab Januar über eine Erhöhung des Wohngeldes freuen. Der staatliche Zuschuss wird von Bund und Ländern je zur Hälfte getragen und steigt von durchschnittlich 115 Euro auf durchschnittlich 186 Euro für einen Zwei-Personen-Haushalt. „Das Wohngeld ist sechs Jahre lang nicht erhöht worden“, erläutert Bundesbauministerin Barbara Hendricks. „Gleichzeitig sind die Mieten gerade in Großstädten und Ballungsräumen erheblich angestiegen. Durch die Wohngeldreform werden Menschen mit geringerem Einkommen bei den Wohnkosten stärker entlastet als bisher.“

To Do: Geringverdiener können Anträge auf Wohngeld bei der zuständigen Wohngeldbehörde stellen. Wer bereits Wohngeld bezieht, erhält die Erhöhung automatisch.

 

Kürzere Steuerbefreiung für Elektroautos

Ärgerlich für alle, die mit der Anschaffung eines Elektroautos liebäugeln: Ab 2016 werden die umweltschonenden Fahrzeuge nur noch fünf statt bislang zehn Jahre von der KfZ-Steuer befreit.

To Do: Nicht ärgern, sondern sich über 5 KfZ-Steuer-freie Jahre freuen!

 

Brandmelder in weiteren Bundesländern Pflicht

Mit den aufsteigenden Silvesterraketen endet die Nachrüstungszeit für Rauchmelder in den Gebäuden von Bremen, Niedersachsen, Sachsen (für Neu- und Umbauten) und Sachsen-Anhalt. Ein wenig Zeit, um die durchdringenden Piepser an ihre Zimmerdecken zu schrauben, haben noch die Immobilienbesitzer in Bayern (bis 2018), Nordrhein-Westfalen (bis 2017), Thüringen (bis 2019) und im Saarland (bis 2017). Wer ab 2016 trotz gesetzlicher Verpflichtung noch „ohne“ ist, begeht nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern riskiert auch, den vollen Versicherungsschutz der Hausrat- und Gebäudeversicherung zu verlieren. Nur in Berlin und Brandenburg existiert noch keinerlei Rauchmelderpflicht.

To Do: Allerhöchste Feuerwehr! Rauchmelder jetzt nachrüsten – sonst kann’s teuer werden.

 

Feier- und Brückentage

Wie bereits 2015 fallen auch 2016 zwei der neun bundesweiten Feiertage auf einen Sonntag, nämlich der 1. Mai und der Erste Weihnachtsfeiertag. Zum Ausgleich kann sich die ganze Nation auf ein schönes langes Wochenende im Oktober freuen: Der 3. Oktober fällt 2016 auf einen Montag. Auch die regionalen Feiertage Mariä Himmelfahrt und der Reformationstag fallen 2016 auf einen Montag.

To Do: Rechtzeitig die attraktivsten Urlaubs- und Brückentage sichern.

 

Unsere Zusammenfassung versteht sich unter Vorbehalt, Abweichungen sind bei einzelnen Gesetzesänderungen möglich.

  1. Lisa Severin
    18. Januar 2016, 11:38

    Hallo Herr Lorenz,
    den Vordruck für Freistellungsaufträge finden Sie hier: https://www.hypovereinsbank.de/content/dam/hypovereinsbank/privatkunden/pdf/geldanlage/Freistellungsauftrag.pdf

    Sie können Ihre bestehenden Freistellungsaufträge auch in Ihrem Direct B@nking unter Services & Einstellungen // Persönliche Services (https://my.hypovereinsbank.de/login?view=/de/login.jsp&target=/de/banking/services-einstellungen/persoenliche-services/freistellungsauftrag-liste.jsp&tr_sid=201601181032076646567243420353514917 )bearbeiten .

    Viele Grüße,
    Lisa Severin

  2. Dieter Lorenz
    15. Januar 2016, 12:48

    wo finde ich den Vordruck für den neuen Freistellungsauftrag?

  3. Lisa Severin
    18. Dezember 2015, 16:18

    Hallo Frau Hahn,
    im Zweifelsfall kann Ihnen Ihr Betreuer Auskunft geben. Sie können die Steuer ID auch im nächsten Jahr noch einreichen.
    Viele Grüße,
    Lisa Severin

  4. Jessica Hahn
    18. Dezember 2015, 12:08

    Hallo, ich weiß jetzt nicht mehr, ob ich wegen der STeuer ID informiert wurde. wie kann ich das jetzt noch rausfinden? Danke

  5. H.-W. Dreyer
    18. Dezember 2015, 12:04

    ..und wer kommt für die Kosten auf?

  6. Lisa Severin
    18. Dezember 2015, 10:42

    Hallo Frau Münzer,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Bereits im letzten Jahr wurden HVB-Kunden ohne vorliegende Steuer-ID per Post über diese Änderung informiert und darum gebeten, ihre Steuer-ID bei ihrem Betreuer zu melden.
    Viele Grüße,
    Lisa Severin

  7. Martina Münzer
    17. Dezember 2015, 14:12

    An wen muss man denn die Steuer-ID melden. Gibt es eine Info an den Kunden oder muss man das selbst „mitbekommen“ !?

  8. Sarah Nitschke
    16. Dezember 2015, 10:53

    Liebe Frau Stürwold,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Die Rauchmelderpflicht gilt ab 1.1.2016 in Niedersachsen für alle Immobilien. Sie müssen in Schlafräumen, Kinderzimmern und in Fluren über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen installiert werden. Für den Einbau sind die Eigentümer verantwortlich. Die Betriebsbereitschaft müssen Mieter, Pächter oder sonstige Nutzungsberechtigte der Wohnung gewährleisten.
    Herzliche Grüße,
    Sarah Nitschke

  9. Christiane Stürwold
    15. Dezember 2015, 17:24

    Wohne in Niedersachsen, gilt dies auch für eigengenutzte Immobilien ?
    V.G.

  10. Sarah Nitschke
    14. Dezember 2015, 18:35

    Liebe Frau Müller,
    vielen Dank für Ihren Kommentar! Wir haben den Hinweis im Text ergänzt.
    Herzliche Grüße, Sarah Nitschke

  11. Sarah Nitschke
    14. Dezember 2015, 18:34

    Liebe Frau Hübner,
    vielen Dank für Ihren Hinweis! Wir haben den Beitrag entsprechend angepasst.
    Herzliche Grüße, Sarah Nitschke

  12. Sarah Nitschke
    14. Dezember 2015, 18:33

    Lieber Herr Hielscher-Uhl,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Was letztlich stimmt, können wir auch nicht mit Sicherheit sagen. Wir beziehen uns auf die Website und auf eine Pressemitteilung des Bundeszentralamts für Steuern, in der steht: „Es empfiehlt sich, im nächsten Jahr jeden Kontakt mit der Familienkasse zur Mitteilung der Steuer-Identifikationsnummern zu nutzen.“
    Herzliche Grüße, Sarah Nitschke

  13. Hielscher-Uhl
    14. Dezember 2015, 14:42

    Lt. Telefon der zentralen Service-Nummer sind Identifikationsnummern nur dann einzureichen, wenn man von der zuständigen Familienkasse informiert wird.

  14. Jacqueline Hübner
    14. Dezember 2015, 13:41

    „… +(Ihre Kontonummer)=IBAN“
    die Kto.Nr. muss aber 10stellig sein, d.h. zwischen BLZ und Kto.Nr. ggf. mit Nullen auffüllen.

  15. Kati Müller
    14. Dezember 2015, 12:59

    gilt ab 2016 nur für neubauten

    Als 14. Bundesland plant jetzt auch der Freistaat Sachsen die Einführung einer Rauchmelderpflicht. Diese soll ab 2016 gelten, allerdings nur für Neu- und Umbauten. Von dem geplanten Gesetz wären jedoch über 99 Prozent aller Wohngebäude in Sachsen überhaupt nicht betroffen, da es sich um Bestandsbauten handelt.

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