Altersgerecht Wohnen
02.08.2016
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Altersgerecht Wohnen

Altersgerecht: Wohnen im "Sensorenheim"

Wohnen im Alter. Noch vor wenigen Jahren bedeutete das: Unterkommen bei den Kindern oder Einzug ins Seniorenheim. Doch mittlerweile zwingen uns der demografische Wandel und eine immer höhere Lebenserwartung zum Umdenken – weg von überholten Lösungen, hin zu passgenauen Wohnformen für Menschen im Rentenalter. Deren Wunsch: Eine Kombination aus selbstbestimmtem Wohnen und ausbaufähiger Betreuung. Ein Blick auf Wohnmodelle, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen sollen.

Ein Knopfdruck neben der Tür und alles ist ausgeschaltet: der Herd, die Waschmaschine, der Toaster. Nur der Kühlschrank läuft brummend weiter. Diese Wohnung weiß, welches Gerät Strom braucht und welches nicht, wenn ihr Bewohner sie verlässt – und sie kann noch mehr. Sensoren registrieren, ob zu wenig Wasser aus Hahn oder Dusche geflossen ist, wann das letzte Mal gelüftet wurde, oder ob sich der Bewohner lange nicht bewegt hat. Ist irgendwas anders als sonst, alarmiert das System automatisch Angehörige oder den Pflegedienst per SMS. 125 Millionen Euro hat das Bundesministerium für Forschung und Entwicklung in die Ausarbeitung altersgerechter Assistenzsysteme investiert – unter anderem auch in eine Musterwohnung in Berlin-Marzahn. Sie soll zeigen, wie wir wohnen, wenn wir alt sind.

Smart Home für Senioren

„Ambient Assisted Living“ heißt der Trend, auf Deutsch etwa: „Von der Umgebung unterstütztes Wohnen“. „Unter dem Kürzel AAL werden technologische Hilfsmittel zusammengefasst, die alten Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen sollen“, sagt Ludwig Wiesbauer, Vorstand Immobilienvermittlung bei der PlanetHome Group GmbH. Der 47-Jährige erläutert das AAL-Prinzip gerne am Beispiel moderner Autos: „Auf den ersten Blick fahren sie heute wie vor 30 Jahren, mit dem Unterschied, dass heute intelligente Elektronik im Hintergrund die Fahrzeuge komfortabler und sicherer macht.“ Ähnlich funktioniert die Musterwohnung in Berlin: Obwohl sie von intelligenten System gesteuert wird, ist sie ausgesprochen gemütlich, die integrierte Technologie hält sich dezent im Hintergrund. Für die Sicherheit von Senioren wäre also gesorgt. Das ist auch dringend notwendig, denn Deutschland ist alt – und wird immer älter.

Ein Land sieht alt aus

4,4 Millionen 80-Jährige und Ältere lebten im Jahr 2013 in Deutschland. Bis 2050 werden es fast 10 Millionen sein, so eine Erhebung des Statistischen Bundesamts. Grund genug für Ingenieure und Informatiker, sich schon heute Technologien zu widmen, die künftig Hände, Augen und Ohren von Pflegekräften ersetzen sollen. Die Gestaltung des Wohnumfeldes unterliegt dabei ganz unterschiedlichen Kriterien und Bedürfnissen. Ob Wohnen in der Alters-WG, das Leben im Mehrgenerationenhaus oder betreutes Wohnen: „Wichtig ist es, rechtzeitig entsprechende Weichen für das altersgerechte Wohnmodell zu stellen“, empfiehlt Ludwig Wiesbauer. Für ihn und sein Team heißt das, mögliche Alternativen zur Seniorenresidenz genauer zu beleuchten, denn: „Wohnen im Alter hat zunächst wenig mit Alters- und Pflegeheimen zu tun.“

Zur Person

Seit 2012 verantwortet Ludwig Wiesbauer als Vorstand die Immobilienvermittlung bei der PlanetHome Group GmbH. Bis dahin bekleidete Wiesbauer bei der HypoVereinsbank verschiedene Führungspositionen an der Schnittstelle zwischen Bank- und Immobilienthemen, unter anderem als Leiter des Immobilienfinanzierungsgeschäfts sowie als Niederlassungsleiter in Oberbayern.

Gemeinsam statt einsam

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass viele der angehenden Rentner bereits konkrete Veränderungen ihrer Wohnsituation planen – sei es durch Anpassung ihres Wohneigentums oder durch Umzug. Jährlich ziehen immerhin 800.000 der über 50-Jährigen um. „Hinzu kommt der Wunsch, im Ruhestand mit Kindern, Freunden oder Bekannten in räumlicher Nähe zu leben, ohne dabei auf Selbstständigkeit verzichten zu müssen“, sagt Ludwig Wiesbauer. So seien vor allem unterstützende Wohnangebote gefragt, bei denen ein Teil der anfallenden Hilfeleistungen von den älteren Menschen selbst bzw. von den Jüngeren in der Nähe organisiert werde. „Hier ist besonders das Wohnen im Mehrgenerationenverbund beliebt, da dieses Modell sowohl ein hohes Maß an Selbstständigkeit als auch Unterstützung im Bedarfsfall bietet.“

Ebenfalls im Trend: Das Wohnen in der Alters-WG. „Dieses Modell fördert die Selbständigkeit und das Miteinander und bietet bei Bedarf Hilfestellung“, so Wiesbauer, sofern dies von den Mitbewohnern geleistet werden kann.“ Auch das Wohnen mit Gleichaltrigen in seniorengerechten Wohnanlagen liege im Trend. „Das ist besonders für Senioren geeignet, die über kurze oder lange Zeit auf Unterstützung angewiesen sind.“

Seniorengerechte Immobilie als Anlageobjekt

Sowohl für die Eigennutzung als auch als Anlageobjekt sind seniorengerechte Immobilien interessant geworden und die Nachfrage ist hoch: „Der Markt wächst um ein bis drei Prozent jährlich und setzt im gleichen Zeitraum rund 14 Milliarden Euro um.“ Von dieser Entwicklung profitieren vor allem jene, die passenden Wohnraum anbieten. Früh die Weichen für das Wohnen im Alter zu stellen, gelte somit auch für Immobilienbesitzer, die später nicht selbst im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung leben, so der Immobilien-Experte. Wiesbauers Mahnung: „Dachgeschoßwohnungen ohne Lift, kleine Bäder, viele Treppen: All das sind Kriterien, die die Vermittlung einer Immobilie schon bald erschweren und damit den Wert mindern können.“

So unterstützt Sie PlanetHome

Die Immobilienberater von PlanetHome beraten Sie beim Thema Wohnen im Alter und können Sie bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie ebenso unterstützen wie bei dem Verkauf einer Immobilie, die Ihrer aktuellen Lebenssituation nicht mehr entspricht. Als einer der größten Immobilienvermittler Deutschlands bietet PlanetHome allen, die ihre Immobilie komfortabel, sicher und erfolgreich verkaufen möchten, eine überregionale und ständig aktualisierte Kundendatenbank, mehrfach ausgezeichneten Kundenservice sowie exklusive Vermarktungswege. Immobilienkäufer profitieren von einem großen Portfolio an Häusern, Wohnungen und Grundstücken in jeder Preisklasse.

  1. Niko Karcher-Jüngling
    11. August 2016, 16:23

    Hallo Tanja Paul, das „Sensorenheim“ ist tatsächlich kein Buchstabendreher – geht es im Artikel doch um die digitale Vernetzung der eigenen vier Wände.

  2. Thomas Zierl
    3. August 2016, 15:55

    Wohnen im Sensorenheim?

    Wenn da mal die Sensoren richtig reagiert haben! 😉

  3. Tanja Paul
    3. August 2016, 12:33

    Die Überschrift stimmt nicht: Wohnen im Seniorenheim

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