Andrei_Vesa_Jugend_kulturell
27.03.2017
Interview

Andrei Vesa

Musiker Andrei Vesa: „Sicherheit wäre doch langweilig“

Raue Stimme und kraftvolle Gitarre: Mit seinem Auftritt im Finale von „The Voice of Germany“ wurde Andrei Vesa 2014 einem breiten Publikum bekannt. Im letzten Jahr nahm er bei Jugend Kulturell dem Förderprogramm der HypoVereinsbank teil und begeisterte das Publikum. Morgen ist er im KulturForum Kiel zu Gast, um seine neue Single zu präsentieren. Wir haben im Vorfeld mit dem Künstler über eine Berufswahl und seine Pläne gesprochen.

Du hast 2016 beim Jugend kulturell Förderpreis mitgemacht, warst zwei Monate in New York – auf welche Highlights blickst du in diesem Jahr?

Momentan blicke ich auf viele Baustellen gleichzeitig. In diesem Jahr wird viel passieren. Eines meiner Projekte, eine Elektropop-Band namens „Mama“, wird dieses Jahr zwei EPs und ein Album veröffentlichen. Darauf freue ich mich ganz besonders. Die Combo aus einem HipHop-DJ und mir als Singer-Songwriter macht das Ganze unfassbar spannend. Wir haben viele gute Songs, die schon in den Startlöchern stehen.

Und für dich, als Solokünstler?

Ich arbeite gerade an meiner nächsten Single. Gerade in New York sind viele Songs entstanden, die ich sehr gern mit euch teilen möchte. Ich habe mich aber dazu entschlossen, mir dafür die Zeit zu nehmen, die ich brauche. Bisher hatte ich die Zeit als Künstler leider nicht. Um mich und „Mama“ hat sich ein unglaublich kreatives Netzwerk gebildet, einfach Leute, die tierisch Bock haben auf das, was ich allein und mit der Band mache und ich freue mich, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Ich werde in diesem Jahr genießen, mal wieder aus dem Studio rauszukommen – wir planen Musikvideo-Shootings in Amsterdam, Norwegen und Irland und außerdem möchte ich noch einmal nach New York fliegen, um weiter an mir und der Musik zu arbeiten. Ich freu mich drauf!

Deine Eltern haben dir die Begeisterung für Musik quasi in die Wiege gelegt – aber waren sie auch so begeistert, als du dich dafür entschieden hast, Musik zu deinem Beruf zu machen?

Natürlich gibt es meinen Eltern manchmal ein nicht so schönes Gefühl zu wissen, dass ihr Kind nie wirklich auf sicheren Beinen stehen wird. Ich wäre aber nicht glücklich, hätte ich einen anderen Weg genommen. Zudem wäre Sicherheit doch langweilig, oder?

Was inspiriert dich zu deinen gefühlvollen und tiefen Texten?

Es sind vor allem Menschen, die mir in den verschiedensten Winkeln der Welt begegnen. Viele sagen, dass meine Texte so traurig sind, aber tatsächlich sind es Geschichten, die das Leben schrieb. Ein Song, an dem ich momentan arbeite heißt „Brother“. Er handelt von einem Priester, den ich in New York getroffen habe. Er hat mir erzählt, dass er seinem Pater gestanden hat, dass er schwul sei. Daraufhin ist er aus dem Kloster geflogen und lebt jetzt auf der Straße. Nicht viele haben den Mut, mir ihre Lebensgeschichten zu erzählen. Doch ich bin immer wieder dankbar, wenn Menschen mir ihre Geschichte anvertrauen.

Mit welchen Künstlern würdest du – auch gern in deinen kühnsten Träumen – gern mal zusammenarbeiten?

Ich habe Passenger in New York bei einem Konzert backstage getroffen und er ist ein geiler Typ, ich stehe tierisch auf seine Musik. Er steht an erster Stelle. Es wäre auf jeden Fall lustig, mit Ed Sheeran zu arbeiten. Auch ihn habe ich einmal kurz während der Aufnahmen zur Show getroffen. Er schien sehr bodenständig – und außerdem habe ich gelesen, dass er trinkfest und für jeden Spaß zu haben ist. Sowas ist auch sehr wichtig im Studio.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

back to top