Gründer

27.01.2014

Job-Matching für Nachwuchsjuristen

Laut einer Studie münden weniger als 3 Prozent aller Bewerbungen von Hochschulabsolventen in einen Arbeitsvertrag. Magdalena Enzinger kennt das Problem und nutzt es für sich: Auf Jura TalentRocket bringt sie Jung-Juristen per Matchingverfahren mit Kanzleien und Unternehmen zusammen.

“Beutelratte” verschickt innerhalb von sieben Monaten 78 Bewerbungen. Doch nur acht Mal wird der Jura-Absolvent zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. “Beutelratte” ist User im Forum von studis-online.de und mit seiner Erfahrung kein Einzelfall. Egal ob Rechts-, Natur- oder Wirtschaftswissenschaften: Noch immer klagen zu viele Absolventen über zu viele Monate die vergehen – zwischen Hochschulabschluss und dem Beginn des ersehnten Beschäftigungsverhältnisses. Das wahre Ausmaß des Problems belegen Zahlen der JobTrends-Studie 2013: Von bundesweit 182.037 Absolventenbewerbungen 2012 führen gerademal 13 Prozent zu einem Vorstellungsgespräch. An dieser Hürde scheitern anschließend über drei Viertel der verbliebenen Stellenaspiraten. Unterm Strich münden magere 5.196 Bewerbungen in ein Beschäftigungsverhältnis. Das sind nicht einmal drei Prozent.

Job-Matching für Jung-Juristen und Kanzleien

Für die Juristin Magdalena Enzinger bilden solche Statistiken die Daseinsberechtigung für ihr Startup Jura TalentRocket. Das Unternehmen widmet sich dem Job-Matching im juristischen Bereich. “Unser Ansatz ist es, gezielt und zeitnah Nachwuchsjuristen mit Kanzleien und Unternehmen zusammenzubringen”, skizziert Enzinger ihr Konzept. Dafür haben sie und ihre Geschäftspartnerin Yacine Coco zusammen mit der Ludwig-Maximilians-Universität München analysiert, welche Informationen Nachwuchsjuristen benötigen, um sich für einen Arbeitgeber zu entscheiden. Diese Details über eine Kanzlei bzw. ein Unternehmen werden bei Jura TalentRocket in einem sogenanten Match-up-Profil abgebildet und abgeglichen mit Lebenslauf-Details, individuellen Interessen, juristischen Schwerpunkten und bisherigen Studienleistungen der Bewerber. “Über dieses Online-Matching-Verfahren bringen wir Jung-Juristen und Kanzleien zusammen, die besonders gut zusammen passen”, erläutert die 28-Jährige das Prinzip, und ergänzt: “Mittels Jura TalentRocket schaffen wir außerdem innovative und individuelle Formate zum frühzeitigen Kennenlernen.”

“Wunsch, etwas Eigenes zu gründen”

Sommer 2012: Magdalena Enziner und Yacine Coco (im Bild links) recherchieren intensiv zum Thema Recruiting in der juristischen Welt. Die beiden Frauen führen zahlreiche Interviews mit Kanzleien und Unternehmen aber auch mit Studenten, Referendaren, Absolventen und Universitätsvertretern. “Den Ausschlag zur Gründung gab letztlich, dass wir die Lücke am Markt gesehen haben”, so Enzinger. Die Frauen kennen sich schon seit Längerem, verspürten beide den Wunsch, etwas Eigenes zu gründen, kamen aber aus völlig unterschiedlichen Richtungen: Ich hatte nach meinem Staatsexamen gerade angefangen zu promovieren, während Yacine bereits seit einigen Jahren in einer Unternehmensberatung tätig war. “Aufgrund der unterschiedlichen Kompetenzen sind laut Enzinger auch die Aufgaben bei Jura TalentRocket enstprechend verteilt. “Alle rechtlichen Fragestellungen liegen bei mir, die finanzielle Seite bei Yacine. Themen wie Marketing oder Website besprechen wir im Team und teilen sie zur Umsetzung jemandem zu.” Mittlerweile ist Jura TalentRocket über ein Jahr am Markt aktiv – und das äußerst vielversprechend. “Wir befinden uns gerade in einer Wachstumsphase, unser team vergrößert sich stetig und in Kürze haben wir einen großen Relaunch unserer Homepage”, so Enzinger.

“Begeisterung für Probleme”

Einen kleinen, aber dennoch wichtigen Anteil an der positiven Entwickluing von  Jura TalentRocket trägt das Gründerinnen-Mentoring des HVB Frauenbeirats. Vor allem die Erfahrung ihrer Mentorin Dr. Christine von Münchhausen ist für die beiden Gründerinnen hilfreich. “Zum einen, weil sie ihre Hilfe an uns weitergibt und zum anderen, weil sie als Juristin den Markt sehr genau kennt”, fasst Enzinger zusammen. “Darüber hinaus hat sie uns auch viele persönliche Ratschläge gegeben, die für unsere Entwicklung sehr hilfreich waren.” Welchen Ratschlag Enzinger anderen Existenzgründern geben kann? “Definitiv eine gewisse Begeisterung für Probleme und Lust daran, dafür Lösungen zu finden.”

Sie sind Gründerin und haben ebenfalls eine überzeugende Geschäftsidee? Dann bewerben Sie sich jetzt für das HVB Gründerinnen-Mentoring 2014: www.hvb.de/frauenbeirat.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

back to top