01.05.2014

Changing Leadership

Die Arbeits- und Führungswelt von morgen

Daten-Cloud, Smart Working, virtuelle Projektteams. Die digitale Revolution hat unsere Arbeitswelt bereits fest im Griff. Doch was wird in den nächsten Jahren auf uns zukommen? Experten aus der Wirtschaft haben auf dem Changing Leadership Symposium zehn Thesen über die wichtigsten Entwicklungen in der Arbeits- und Führungswelt von morgen formuliert.

Jung, gebildet und mit Laptop, Smartphone oder Tablets aufgewachsen und vertraut: Die Digital Natives der Generation Y sind derzeit dabei, die Arbeits- und Führungswelt radikal zu verändern. Sie fordern einen Führungsstil, der von Offenheit, Dialog, Informationsteilung und Feedback geprägt ist. Mit den alten Methoden des Umgangs mit Mitarbeitern wollen sie nichts zu tun haben. Das stellt Führungskräfte vor enorme Herausforderungen. Doch was genau gehört zum Vorrat der Führungsinstrumente von morgen? “Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen Leader von morgen den geraden Weg verlassen und aus gängigen Mustern ausbrechen”, sagt Isabell Welpe. Die 39-Jährige Professorin doziert am Lehrstuhl für Betriebswirtschaft der TU München und ist Initiatorin einer Studie, die künftige Arbeits- und Führungsstile untersucht hat.

“Kayaking im Wildwasser”

IBM und HVB gehen neue Wege

Doch nicht nur die Rolle der Führungskraft wird einen radikalen Wandel erfahren. In Zeiten, in denen ganz Unternehmen vom Smartphone aus gesteuert werden können, verlieren auch feste Arbeitsplätze an Bedeutung – und damit auch das Konzept des “festen” Mitarbeiters. Vielmehr wird die Diversität der Arbeitsformate weiter zunehmen. Ein Unternehmen, dass in diesem Bereich Maßstäbe setzt, ist der US-amerikanische Technologie-Konzern IBM. In dessen Smart-Working-Programm “Liquid” zerfließen gewissermaßen die klassischen Unternehmensgrenzen. Die Kernbelegschaft besteht aus einem Pool an “festen freien” Mitarbeitern. Diese werden, je nach ihrem Kompetenzbereich, zu verschiedenen Projekten herangezogen.

Mit einer solchen Flexibilisierung der Arbeit kommt es auch zu einer Erodierung etablierter Bürokonzepte. Künftig wird es auf Arbeitswelten ankommen, die sich den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter anpassen: Smart Working” heißt diese neue Arbeitswelt bei der HypoVereinsbank. Maßgeschneidertes Mobiliar und moderen Kommunikationstechnik werden dabei flächeneffizient eingesetzt und die Arbeitsbereiche für unterschiedliche Tätigkeitsschwerpunkte angepasst.

 

Auf dem Changing Leadership Symposium in München haben Experten aus der Wirtschaft über die Entwicklung der Arbeits- und Führungswelt nachgedacht.

10 Thesen, wie Arbeit und Führung bis 2030 aussehen werden

  1. Das etablierte Konzept des “festen” Mitarbeiters wird ausgedient haben.
  2. Top-down Leaderships wird es kaum noch geben.
  3. Feste Arbeitsplätze und Büros werden Bedeutung verloren haben.
  4. Die Hauptaufgabe der Führungskraft wird im Empowerment der Mitarbeiter liegen.
  5. Jede Person wird individuell entscheiden können, in welchem Umfeld sie arbeiten möchte.
  6. Der faire Umgang zwischen Führungskraft und Mitarbeiter wird entscheidend geworden sein.
  7. Die zu leistende Arbeit der Mitarbeiter wird noch anspruchsvoller geworden sein.
  8. Führunsgkräfte werden sich dadurch auszeichen, dass sie flexible Querdenker sind.
  9. Home-Office, Sabbaticals sowie flexible Arbeitszeitmodelle werdn zur Regel geworden sein
  10. Der Leader von morgen wird ein Empowerer sein, der seine Mitarbeiter ermächtigt in dem was sie tun und sie untertützt und fördert.

Ein chinesisches Sprichwort lautet:

“Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.”

Die Unternehmen haben es also selbst in der Hand, ob sie diesen “Wind of Change” für sich nutzen oder nicht.

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