So bekommen Sie die ausländische Quellensteuer zurück.
29.07.2016

Ausländische Quellensteuer

Dividenden-Dilemma: So vermeiden Sie doppelte Steuern

Im Frühsommer hält die Mehrzahl aller Unternehmen ihre Hauptversammlung ab, für Aktionäre ist also gerade Dividendenhochsaison. Eigentlich ein Grund zur Freude – ärgerlich nur, wenn nicht nur der heimische Fiskus, sondern auch ferne Finanzbehörden daran mitverdienen. Wer nämlich über Auslandswerte in seinem Depot verfügt, muss häufig doppelt bezahlen. Was Anleger tun können, um einen Teil ihrer Quellensteuern zurück zu bekommen.

Seit die großen Zentralbanken der Welt kräftig an der Zinsschraube drehen, erleben dividendenstarke Aktientitel eine Renaissance. Da sich Sparbuch, Fest- oder Tagesgeld kaum noch lohnen, haben viele Anleger trotz erhöhtem Risiko Dividenden als die „neuen Zinsen“ entdeckt. Immerhin: Laut einer aktuellen Studie von Allianz Global Investors sind knapp 40 Prozent der Renditen europäischer Aktien auf Gewinnausschüttungen zurück zu führen. Interessante Dividendenzahler finden sich also nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland, in Asien oder den USA.

Findiger Fiskus: Quellensteuer erschwert die Dividendenjagd

In Auslandswerte zu investieren, ist grundsätzlich kein Problem. Allerdings können selbst ertragsstarke Titel für böses Erwachen sorgen, wenn Anleger die steuerlichen Rahmenbedingungen übersehen. Denn: Wer Dividenden aus dem Ausland erhält, dem greifen oftmals gleich zwei Finanzämter in die Tasche. „Ein in der Bundesrepublik steuerpflichtiger Aktionär muss auf seine Dividende Abgeltungsteuer an den deutschen Fiskus bezahlen“, erklärt Thomas Ziegenaus, Prozessmanager im Bereich ausländische Quellensteuer bei der HypoVereinsbank in München. „Meist kommen die zu versteuernden Brutto-Erträge beim Aktionär aber gar nicht erst an. Bei ihrer Gutschrift zieht nämlich die Steuerbehörde des Landes, in dem die ausschüttende Kapitalgesellschaft ihren Sitz hat, automatisch die ausländische Quellensteuer ab.“

Doppelbesteuerungsabkommen: „Geld-Zurück-Garantie“ für Anleger

Die Höhe der Quellensteuersätze fällt je nach Nation unterschiedlich aus. In Österreich sind es beispielsweise 27,5 Prozent, in Italien 26, in der Schweiz sogar 35 Prozent. Um seine Bürger vor doppelten Abzügen zu bewahren, hat Deutschland mit über 90 Staaten ein sogenanntes Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) geschlossen. „Ein Teil der bereits entrichteten Quellensteuer lässt sich in der Regel problemlos auf die deutsche Steuerschuld anrechnen. Durch das Doppelbesteuerungsabkommen besteht unter Umständen zusätzlich die Möglichkeit, einen Teil der abgezogenen Quellensteuer von der betreffenden ausländischen Steuerverwaltung zurückzufordern. Allerdings: Die Rückforderung ist oftmals mit hohem Aufwand und manchmal auch mit langen Wartezeiten verbunden.“

Quellensteuerrückforderung: Ausweg aus dem Bürokratie-Dschungel

Wie sich die Besteuerung auf ihr Portfolio auswirkt, sollten Anleger am besten mit ihrem Steuerberater klären. Wer sich für die Rückforderung nicht selber durch unzählige Antragsformulare arbeiten möchte, kann dafür übrigens auch seine Depotbank beauftragen. „In unserem Haus ist dieser Service kostenlos. Wir bieten die Rückforderung für insgesamt sieben Länder an: Australien, Belgien, Finnland, Frankreich, Österreich, Spanien und die Schweiz. Für den Antrag auf Quellensteuerrückerstattung fallen je nach Land unterschiedliche Fremdkosten an.“ Details dazu finden sich in einer Übersicht auf der HVB-Internetseite. Damit die Depotbank in Aktion treten kann, muss der Kunde lediglich eine formelle Weisung in Form einer Vollmacht erteilen. „Ob die Quellensteuerrückforderung im Einzelfall sinnvoll ist, muss jeder Aktionär selber für sich entscheiden. Auch bei dieser Frage kann ein Steuerberater wertvolle Unterstützung leisten.“

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