Axel Milberg privat
14.02.2017
Interview

Axel Milberg privat

Mensch Milberg

Sympathisch kommt er rüber, lächelt verschmitzt in die Kamera. Die Orange vor sich, das Kinn auf die Unterarme gestützt. Dieses Bild von Axel Milberg ist seit ein paar Monaten auf Online-Bannern und Plakaten der HypoVereinsbank zu sehen. Der Schauspieler wirbt für das HVB ExklusivKonto. Wir wollen von ihm wissen, was ihn mit der Bank verbindet, was ihm als Kunden wichtig ist und was er über Anspruch denkt. Eine Begegnung.

Nicht ohne Stolz arbeitet die HypoVereinsbank mit Axel Milberg zusammen. Der bekannte Schauspieler ist Werbefigur für das HVB ExklusivKonto – geradlinig, mit Qualitäten und Kanten, authentisch und absolut überzeugend. Milberg selbst erklärt, dass die neue Rolle zu ihm als langjährigem treuen Kunden mit positiven Erfahrungen gut passe und er sich auf diese interessante Aufgabe freue. Denn wenn er von einer Sache überzeugt sei, dann vertrete er sie voll, aber auf seine Art und mit seinen Worten.

Nicht umsonst wurde Milberg mit dem Champagne-Preis für Lebensfreude und seinen unverwechselbaren Charakter ausgezeichnet. Und so wundert es denn auch nicht, dass unser Interview mit dem populären, vielseitigen, preisgekrönten Schauspieler und Erzählkünstler ganz anders ausfiel als geplant. Da kamen keine fertigen Antworten, sondern viel Spannenderes – quasi ein Blick hinter die Kulissen: Axel Milberg als Privatmann, als nachdenkliche, überlegende, bewusst lebende, kunstsinnige, sinnliche und äußerst sympathische Persönlichkeit, mit der man über Gott und die Welt reden kann. Egal, ob über Geld, Ansprüche, Bedürfnisse, Philosophie, Kunst oder Familie, Milberg ist für unorthodoxe Statements immer gut.

Axel Milberg über ... sich als Kunden

„Ich bin doch eher der Mensch, der auf die Glaubwürdigkeit und die Kompetenz der Berater angewiesen ist – und natürlich auch ein bisschen auf Glück. Ich kümmere mich nur wenn notwendig um Bankangelegenheiten, stelle Fragen, vergleiche schon, aber dann hab ich das aus dem Kopf. Ich bin sonst mit ganz anderem beschäftigt, mit Texten, Emotionen, Orten, Situationen, all dem Unsichtbaren, das wir als Schauspieler sichtbar machen. Ich sehe meine Bankgespräche eher wie Arztbesuche: Man macht das zwei- oder dreimal im Jahr, weil es notwendig ist wie eine Vorsorgeuntersuchung, also Prävention, und dann hat man es vom Hals. In den letzten zwanzig Jahren habe ich mit der Verwaltung meines Geldes Glück gehabt. Ich bin da eher konservativ, habe kein Geld an der Börse verloren, weil ich auch nicht spekuliert habe.“

„Ich habe nie etwas erworben, nur weil es günstig war.“
Axel Milberg

... Geld

„Es war nie mein primäres Ziel, reich zu werden. Nein: Mich interessierte immer das Spiel, das Sichverwandeln – eher absichtslos. Ich komme aus einer Familie, die nicht wirklich um ihre Existenz kämpfen musste, und hatte eine sorgenfreie Kindheit. Geld war verfügbar, aber irgendwie auch keine große Sache. Kultur, Kunst, Bücher und das Erleben der Natur waren Themen, die mich geprägt haben. Für meine Eltern war der Umgang mit schönen Dingen wichtig. Wir waren viel unterwegs, hatten Hobbys, die nichts kosteten: Versteinerungen oder Muscheln am Strand sammeln, Blumen pressen, Vogelstimmen erkennen können und solche Dinge. Wenn sie als Kind beobachten und fühlen: Hier ist meine Mutter glücklich, da strahlt mein Vater, dann ist das etwas Prägendes und bleibt. Also Geld war nicht direkt ein Gesprächsstoff. Aber woher kam damals das Geld? Und wo kommt es heute her? Ob ich will oder nicht, ist es ein zentrales Thema.“

... Werthaltigkeit

„Ich muss sehen, für was ich Geld ausgebe. In dieser genauen Wahrnehmung spüre ich einen echten Wert. Ich habe nie etwas erworben, nur weil es günstig war, sondern weil ich auf den Rat erfahrener Investoren gehört habe: Kaufe nie etwas, bloß weil es günstig ist! Am Ende wird es teuer, weil du drauf hocken bleibst. Günstig ist nicht sexy. Es muss gut sein! Und dann zahle ich lieber etwas mehr.“

... innere Werte, Haltung und Überzeugung

„Wenn ein Spekulant oder Börsianer mit Luftnummern glücklich ist, sie im Sekundentakt kauft und dann wieder verkauft – bitte sehr. Ich will das hier jetzt nicht bewerten. Ich habe einen anderen Blick auf die Welt, mein Talent liegt woanders. Mein Blickwinkel ist wohl eher künstlerisch: Momente, Beobachtungen, Sprache, die Wahrheit hinter den Bildern sind die Themen meines Berufes.“

... Ansprüche an ihn

„Die frühe Erfahrung in der Arbeit mit Regisseuren und anderen Schauspielern, die stark und fordernd waren – manche vielleicht sogar genial – war prägend, und das für mein ganzes Leben. Es sind ihre Stimmen, die mich immer wieder führen, ermahnen, Ratschläge geben, Maßstab sind, für das, was ich tue. Wenn man am Theater zusammen probt, dann sind das Kämpfe, harte und kreative Auseinandersetzungen. Aber oft ist ja das, was am meisten wehtut, ein Geschenk im Leben. Eine Erfahrung, die die eigenen Grenzen durchstößt, und plötzlich betrete ich einen neuen Raum, und alles wird leichter. Diese Erfahrung der Selbstüberwindung, des Überschreitens von eigenen Grenzen, darauf kommt es an.“

... seinen eigenen Anspruch

„Jede Probe, auch jede technische Probe für Licht, Ton, Kamera, ist auch für mich noch mal eine Möglichkeit, es genauer zu machen. Ich steh dann da und schaue aufs Drehbuch und sage: Den Satz kann man doch weglassen. Oder da steht mal wieder das Wichtige im Nebensatz. Ein guter Schauspieler, so wie ich es verstehe, bespricht dies nicht mit dem Regisseur, sondern macht es einfach und lässt ihn darauf reagieren, ich lasse ihm sein spontanes Erleben. Dafür brauchen wir Instinkt. Ganz viel Instinkt. Beobachten Sie mal eine Katze. Sie gibt immer 100 Prozent, egal, ob Abneigung – du hast mich den ganzen Tag allein gelassen – oder Freude mit Schnurren und Ankuscheln. Und noch etwas brauche ich: Frieden zu Hause, das Gefühl, dass es allen in der Familie gut geht. Dann bin ich nicht abgelenkt.“

Zur Person

Axel Milberg wurde 1956 in Kiel geboren und gehört zu den bekanntesten Schauspielern in Deutschland. Seit Mitte der 1980er-Jahre ist er in zahlreichen Kinofilmen und Fernsehrollen zu sehen. Dem breiten Publikum ist er vor allem in seiner Rolle als TV-Kommissar bekannt. Er ist mit der Kunsthistorikerin und Malerin Judith Milberg verheiratet und lebt in München.

... sich selbst

„Sich selbst zu charakterisieren ist schwierig, da liegt man schnell schief. Deshalb sehe ich mich eher so, wie es der Schriftsteller Arno Schmidt formuliert hat – als ein ‚Tablett voll glitzernder Snapshots‘. Mir gefällt das Bild ganz gut, weil es so fragmentarisch ist. Jeder würde mich auch anders beschreiben. Manches davon ist sicherlich schmeichelhaft, mit vielem wäre ich auch gar nicht glücklich. Wenn Sie mich nach einer Konstanten in meinem Leben fragen, denke ich, ist es die Bereitschaft, genießen zu wollen. Ja, und vor dem Können steht das Wollen! Ich habe viele erlebt, die sich allem mit Sorge nähern, das ist gar nicht notwendig. Wir haben doch alles, sind gesund und glücklich und erfüllt und haben Arbeit. Dafür bin ich dankbar – und zwar jetzt, nicht erst in der Erinnerung.“

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