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02.10.2012

Bankdienst auf Rädern

Die ersten HVB-Filialen im Osten

Unmittelbar nach dem Mauerfall expandierte die heutige HVB in die noch existierende DDR. Für zahlreiche unserer Kollegen bedeutete das viele Monate zwischen Improvisation und Aufbauarbeit. Ein kleiner Rückblick anlässlich 22 Jahre Deutscher Einheit.

Vor 22 Jahren waren es gleich drei Banken, die für die heutige HypoVereinsbank unmittelbar nach dem Mauerfall in der noch existierenden DDR aktiv wurden: Die Bayerische Vereinsbank und die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank konzentrierten sich zunächst auf Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Berlin. Die norddeutsche Vereins- und Westbank dehnte ihr Geschäftsgebiet nach Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt aus. Sie war bereits im März 1990 auf der Leipziger Frühjahrsmesse vertreten.

Kein (Wasser-) Anschluss unter dieser Nummer

Die drei Banken mussten sich zunächst auf die Improvisationskünste ihrer Mitarbeiter verlassen. Die Behelfsbüros waren teilweise nicht einmal ans Telefonnetz angeschlossen. Mit Funktelefonen wurde vom nächstgelegenen Hügel – mal mit, mal ohne Erfolg – das Funknetz der Deutschen Bundespost angepeilt und Kontakt zu den Zentralen hergestellt. Kollegen mussten sich teilweise im Bahnhof die nächste öffentliche Toilette suchen, weil die eilig aufgebauten Bürocontainer anfangs über noch kein fließend Wasser verfügten.

Mobile Banking 1990: Schalterstunden am VW-Bus

Zum Jahresbeginn 1990 wurden erste Repräsentanzen und Koordinationsbüros eröffnet, die zunächst die aktive Geschäftsaufnahme vorbereiteten und die Banken bei den Bürgern bekannt machten. Vielfach bestanden die Büros der Banken aus aufgestellten Containern in den Stadtzentren. Die Vereins- und Westbank fuhr mit einem zum Bankschalter umgebauten VW-Bus, Typ LT 28, durch die Lande. Und die Bayerische Hypotheken und Wechsel-Bank stellte sogar einen Wohnwagen als ersten Ansprechort für potenzielle Kunden auf.

Die Bank konnte dabei an eine alte Tradition in der Region anknüpfen: Für ihr Feuerversicherungsgeschäft hatte die “Hypo-Bank” bereits im 19. Jahrhundert eine Konzession in Preußen erhalten. Seit 1898 war sie in Berlin vertreten, seit 1909 in Leipzig. Beide Büros wurden nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen. Nach rund 40 Jahren konnte diese alte Verbindung wieder zu neuem Leben erweckt werden.

Kein Filialaufbau ohne Mitarbeiterschulung

Am 23. Juni 1990 nahm die erste vollständige Filiale der späteren HypoVereinsbank ihren Betrieb in Chemnitz auf. Bis zum Spätsommer 1990 wurden überall in Ostdeutschland Filialen eröffnet. Gleichzeitig wurden vor Ort neue Mitarbeiter angeworben und für das für sie neue Bankgeschäft geschult.

Das Geschäft der HVB als klassische Universalbank stützt sich heute – wie überall in Deutschland – auf die Betreuung von Firmen-, Privat- und Geschäftskunden.

Nach engagierter Aufbauarbeit in den ersten Jahren der deutschen Einheit und einer langfristigen, vertrauensbildenden Zusammenarbeit mit ihren Kunden in Ostdeutschland gehört die HVB heute zu den etablierten privaten Banken in der Region.

Übrigens: Weitere interessante Fakten über die 230-jährige Geschichte der HypoVereinsbank gibt es hier.

  1. Marion Jakoby
    3. Oktober 2013, 8:58

    Ich erinnere mich noch sehr gut an unsere Vereinsbank-Filiale in Frankfurt ( Oder): ein Isartaler Holzhaus! Aber wir könnten dort den kompletten Bankservice anbieten!!

  2. 21. Januar 2013, 9:59

    Genial, man muss nur Ideen haben ^^ Ich finds super.

  3. 10. Oktober 2012, 14:40

    So ähnlich sieht derzeit die Filiale in der Arabellastraße in München aus. Schade, dass sich im Kommentar keine Fotos hochladen lassen.

  4. Peter Steinert
    10. Oktober 2012, 12:42

    Ein schöner Rückblick auf die „damaligen Zeiten“.
    Auch schon wieder über zwanzig Jahre her.
    Schade nur, dass im Laufe der Zeit viele der damals (mit vielleicht zuviel Euphorie?) „im Osten“ eröffneten Stellen nach und nach wieder geschlossen wurden.

  5. 2. Oktober 2012, 15:25

    Respekt

  6. Carsten Schmidt
    2. Oktober 2012, 15:23

    Hallo Herr Hillebrand,

    egal ob Wohnwagen oder VW-Bus: Das damalige Angebot der mobilen Filialen umfasste sowohl Kundenberatung als auch das gängige Kassengeschäft.

    Viele Grüße,
    Carsten Schmidt

  7. 2. Oktober 2012, 13:41

    Gab es dort auch Bargeld oder „nur“ Beratung ?

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