Arztpraxis Beratung
09.05.2016
Tipp

Beratung Arztpraxis

Unternehmen: Arztpraxis

In den nächsten Jahren werden aufgrund des demografischen Wandels im ambulanten Bereich vermehrt Praxissitze frei. Neugründungen oder Praxisübernahmen haben gute Startvoraussetzungen. Doch dafür ist betriebswirtschaftlicher Sachverstand notwendig. Prof. Dr. Wolfgang Merk, Sachverständiger für die Bewertung von Unternehmen und Praxen im Gesundheitswesen, erklärt, was Ärzte und Unternehmer bei der Übergabe, Niederlassung und Übernahme einer Praxis beachten sollten.

Patienten sind heute anspruchsvolle und aufgeklärte Kunden mit einer hohen Erwartungshaltung. Um eine Arztpraxis erfolgreich führen zu können, bedarf es deshalb mehr als nur fachlicher Kompetenz. Gefragt sind wirtschaftliches, organisatorisches und kommunikatives Know-how – sowohl bei der Übergabe und Übernahme einer Praxis, als auch bei einer Niederlassung. Mit seinem gleichnamigen Institut hat Prof. Dr. Wolfgang Merk dazu in den vergangenen 15 Jahren eine Vielzahl an Gutachten erstellt – auch zum Thema Praxisübergabe.

Merk: „Nehmen Sie sich Zeit für Grundsatzfragen“

Welche Tipps kann der Experte hier geben? „Mein erster Tipp: Gehen Sie das Projekt Praxisabgabe frühzeitig an, drei bis fünf Jahre Planungshorizont können es durchaus sein.“ Merks zweiter Ratschlag: „Nehmen Sie sich Zeit für die Grundsatzfragen, also wie soll der Ruhestand aussehen?“ Oberste Priorität für den Sachverständigen hat hierbei allerdings ein schriftlicher Projektplan: „Damit können Sie nachvollziehen, was die nächsten Schritte sind.“ Zudem rät der 51-Jährige, die Praxis im Zuge der Übergabe nicht herunterzufahren: Ärzte, die ihre Praxis abgeben wollen, sollten darauf achten, dass sie ein gutgehendes, profitables Unternehmen verkaufen.

Gute Gründe für Selbstständigkeit

Auch bei der Frage, ob sich Selbständigkeit für junge Ärzte überhaupt noch lohnt, weiß Wolfgang Merk gute Gründe, die für eine Niederlassung sprechen: In keinem anderen Bereich könne man als Freiberufler mit so geringem Insolvenzrisiko und einer so guten Honorarsituation tätig sein. Nicht zu vergessen sind die niedrigen Zinsen der Banken sowie die von vielen gewünschte Work-Life-Balance. Merk: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Einkommen, das man mit einer Praxis im niedergelassenen Bereich erzielen kann, meist deutlich höher liegt, als das, was Ärzte beispielsweise als Angestellte in einer Klinik erwarten können.“

Praxisübernahme: Finanzplanung entwickeln

Jungen Ärzten, die eine Praxis übernehmen möchten, rät Experte Merk, sich ausreichend Zeit zu nehmen für die Suche nach dem richtigen Betrieb. Möchte man hingegen in eine Berufsausübungsgemeinschaft einsteigen, sei es wichtig, „sich vorher auch die Leute anzuschauen, mit denen man vielleicht die nächsten 25 Jahre zusammenarbeitet.“ Hier rät Wolfgang Merk, gegebenenfalls ein Probe-Arbeiten zu vereinbaren. Wichtig von betriebswirtschaftlicher Seite sei es zudem, eine schriftliche Finanzplanung zu entwickeln, um im Nachhinein die Ist-Zahlen mit den Plan-Zahlen vergleichen und gegebenenfalls gegensteuern zu können. Wie komplex der Prozess der Übergabe geworden ist, können Sie nachlesen in unserem aktuellen Dossier zum Thema Praxisübergabe.

Die HVB Heilberufe-Spezialisten: Beratung aus einer Hand

Um Nachwuchsmediziner sowie Ärzte, Zahnärzte und Apotheker auf unternehmerische Herausforderungen vorzubereiten, bietet die HypoVereinsbank ihren Kunden – unter anderem in Kooperation mit Prof. Dr. Wolfgang Merk – eine unabhängige und kompetente Beratung und Begleitung in allen wichtigen Fragen der Praxisgründung, Praxisabgabe und Praxisbewertung. Dazu bietet die HVB auch in diesem Jahr Fachveranstaltungen mit erstklassigen Referenten an – so zum Beispiel am 11. Mai in der HVB Niederlassung in Kiel, auf der Prof. Dr. Merk zum Thema „Praxisbewertung“ referieren wird.

Sie wollen an einer dieser Veranstaltungen teilnehmen? Wenden Sie sich einfach an unsere Heilberufe-Spezialisten. Alle Infos dazu finden Sie unter hvb.de/heilberufe.

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