Bidla_Buh_Sekt_Frack_Rock_Roll_TQ
30.08.2017
Interview

Bidla Buh

Bidla Buh: Sekt, Frack & Rock’n‘Roll

1995 wurde zum ersten Mal der Jugend kulturell Förderpreis in der Kategorie A Capella vergeben – mit dabei waren auch Hans Torge, Ole und Frederick, damals noch in unterschiedlichen Gruppen. Mittlerweile begeistern die waschechten Hamburger Jungs als Trio ein breites Publikum mit ihrem Motto „Sekt, Frack und Rock’n Roll“. Vor ihrem Auftritt für Jugend kulturell in Fulda haben wir Torge, Sänger der Gruppe, zum Interview getroffen.

Ihr seid auf den Bühnen der Republik unterwegs und begeistert mit „Musik-Comedy“. Wie kombiniert ihr diese zwei Genres?

Wir würden uns selbst eher als Musikkomödianten bezeichnen. Die Musik steht bei uns drei Jungs von Bidla Buh bis heute immer im Vordergrund. Das Handwerk muss stimmen, die Instrumente und Stimmen sollten solide präsentiert werden. Das ist uns sehr wichtig, das sind unsere künstlerischen Wurzeln. Die Comedy entwickelt sich dann im Laufe der Proben aus der Musik und aus den Arrangements. Unser Spezialgebiet ist das Zusammenstellen bekannter Melodien zu einem neuen Werk, einer neuen Nummer. Es gibt Stücke, die werden nur wenige Male geprobt und schlagen dann bei der Premiere wie eine Bombe ein. Es hat uns schon im Studium sehr viel Freude und Inspirationen gebracht, mithilfe der verschiedensten Musikinstrumente künstlerische Genres und Musikstile ohne klischeebehaftete Vorurteile auszuprobieren, nachzustellen und letztendlich in neue Zusammenhänge zu bringen.

Ihr seid musikalisch echte Allrounder – wann habt ihr damit begonnen zu musizieren und wie habt ihr als Band zusammengefunden?

Bidla Buh feiert im nächsten Jahr seinen 20. Geburtstag. Das klassische Musikstudium an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater – damals konnte man noch ohne Probleme 25 Semester bei morgendlichem Cappuccino und Blick auf die Außenalster studieren – hat die Basis für unser gemeinsames Schaffen gelegt. Hier haben wir nicht nur das Handwerkszeug auf den Musikinstrumenten erlernt, sondern auch mit ersten Auftritten bei regelmäßig wiederkehrenden Partys im Studentenwohnheim die Treffsicherheit unserer Pointen überprüft. Frei nach dem Motto: Wenn es den Damen gefällt, dann ist es gut!

Ihr seid bekannt dafür, ein sehr diverses Publikum anzuziehen. Was ist der Grund dafür, dass sowohl 80-Jährige, als auch 6-Jährige in eure Shows kommen?

Unsere Show ist sehr kurzweilig, es passiert viel auf der Bühne, obwohl wir auf große Lichtshow-Effekte verzichten. An die 30 Instrumente erleben die Zuschauer im Laufe des Abends. Egal ob alt oder jung, für jeden ist etwas dabei. Wir nehmen das Publikum sehr ernst, integrieren es in unsere Show und lassen es auch gerne mal mitwirken.

Ihr covert in euren Shows auch munter Helene Fischer oder Udo Jürgens – inwieweit findet ihr hier Inspiration?

Es bringt uns großen Spaß, bekannte Hits zu parodieren. Da finden auch Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer ihren Platz, wenn die beiden auf einmal ein plattdeutsches Volkslied zu Gehör bringen. Aber auch Marius Müller-Westernhagen, die Gypsi Kings oder ein näselnder Max Raabe werden von ihrer besten Seite präsentiert.

Mit Jugend kulturell tretet ihr dieses Jahr in Fulda auf – was darf bei eurem Trip in diese Stadt auf keinen Fall fehlen?

Wir sind meist vier Stunden vor Showbeginn am Veranstaltungsort. Dann wird aufgebaut, Soundcheck gemacht, Licht eingerichtet, Frack angezogen, Haare mit Pomade und Haarspray gestylt, Gesicht geschminkt … und dann beginnt auch schon die Show. Vielleicht finden wir ja trotzdem ein wenig Zeit, wenigsten im Deutschen Feuerwehr-Museum ein paar Selfies für unsere Kinder zu fotografieren. Und auch der Dom zu Fulda und der Schlossgarten sollten bei unserer Stadtbesichtigung auf jeden Fall dabei sein.

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