10.09.2014

Tech-Night

Boombranche: E-Business verändert die Wirtschaft

Berlin erlebt seit einigen Jahren einen rasanten Aufstieg zum europäischen Mekka der New-Technology- und E-Commerce-Szene und zieht innovative Köpfe und Investoren aus aller Welt an. Seit Anfang des Jahres entwickelt eine neue HypoVereinsbank-Einheit in der Hauptstadt Financing-Lösungen für Kreativschmieden aus dem E-Business Bereich.

Pioniere wie Lars Hinrichs legten um die Jahrtausendwende den Grundstein für eine digitale Erfolgsstory in der deutschen Wirtschaft. Heute steht der 37-Jährige Pate für eine völlig neue Unternehmer-Kultur. 2003 gründete der gebürtige Hamburger sein virtuelles Karriere-Netzwerk Xing, bereits im Dezember 2006 erfolgte mit rund 1,7 Millionen registrierten Nutzern der Börsengang.

Berlin: Hochburg der Digitalwirtschaft

Vorbildern wie Hinrichs folgt heute eine ganze Generation junger Internet-Unternehmer. Sie sind technikaffin und gut vernetzt, tragen Turnschuhe, Hemd und Jeans. Die Elite der Tech-Szene, das sind vor allem Spezialisten aus den Bereichen IT, Marketing und Vertrieb, zieht es in die Hauptstadt. Nach Angaben der IHK Berlin geht dort alle 19 Stunden ein neues Unternehmen der Digitalwirtschaft an den Start. “Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Innovations-Hochburg entwickelt und zählt neben dem Sillicon Valley, London und Tel Aviv zu den Hotspots der internationalen New-Tech-Szene”, betont Patrick Lindstädt, Unternehmenskundenberater der HypoVereinsbank, der sich mit seinem Team in Berlin auf die Finanzbetreuung von Tech- und E-Commerce-Unternehmen spezialisiert hat. “Wir haben hier ein sehr großes Cluster an Fachkräften und Investoren. Das bietet Young Professionals natürlich ein ideales Umfeld, um ihre kreativen Ideen zu realisieren”, so Lindstädt.

New-Techs verändern die Wirtschaft

Von Berlin aus erobern immer mehr Webdienste die internationalen Märkte und legen in puncto Wachstum eine erstaunliche Performance hin. “Ein typisches Beispiel ist der Lieferservices-Vermittler Delivery Hero mit seinem deutschen Ableger Lieferheld. Das Unternehmen ist gerade einmal drei Jahre alt und mit verschiedenen Brands in aktuell 18 Ländern aktiv”, erzählt der 29-Jährige. Durch ihre Innovationskraft und Geschwindigkeit setzen diese Firmen neue Maßstäbe in der Wirtschaft und machen selbst Global Playern wie Apple ernstzunehmende Konkurrenz: “Seit zum Beispiel der Musikstreaming-Dienst Spotify am Markt ist, kämpft der iTunes Store mit einem deutlichen Rückgang seiner Downloads”, weiß Lindstädt. Viele Unternehmen hätten diesen Wandel allerdings noch nicht richtig begriffen oder wüssten nicht, wie sie damit umgehen sollen. Auch Banken müssten im Firmenkundengeschäft nachjustieren, weil die Techs ganz neue Anforderungen an den Financing-Prozess stellen. “Sie erwarten von uns hochwertige IT-Lösungen, um ihre internationalen Bankinggeschäfte möglichst einfach zu koordinieren. Finanzmanagement ist für sie nur ein notwendiges Übel, ihr Fokus liegt sehr stark auf IT, Marketing und Vertrieb. Krawatte und Sakko erwarten sie von ihrem Bankberater nicht, sondern sie möchten, dass er ihre Lebenswelt kennt und ihre Sprache spricht”, erklärt der Experte.

Tech Night: Szenetreffen in Berlin

Die Dynamik der neuen Märkte war auch Thema des Branchentreffens UniCredit Tech Night am 4. September in Berlin. Verschiedene Unternehmer-Generationen aus Finanzwesen, Medien, Industrie und E-Business kamen vergangene Woche im Berliner Metropol Park zusammen, um den Status quo der deutschen und internationalen Digitalwirtschaft zu analysieren. Vertreter der New-Technology- und E-Commerce-Szene diskutierten gemeinsam mit hochkarätigen Gästen, darunter HVB-Vorstand Lutz Diederichs, Dr. Ulrich Schmitz (Director von Axel Springer Digital Ventures), Dr. Christian Nagel (Partner earlybird Venture Capital) und Niklas Östberg (CEO von Delivery Hero) über die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Internet-Firmen, aber auch die Chancen und Risiken des digitalen Wandels für die Weltwirtschaft. “Das Online-Geschäft wird auch in den kommenden Jahren weiterhin wachsen und den internationalen Wettbewerb verstärken”, resumiert Lindstädt: “Unternehmen, die am Markt bestehen wollen, tun daher gut daran, Trends frühzeitig zu erkennen und sich der digitalen Herausforderung zu stellen.”

  1. Andrea Kantioler
    15. Oktober 2014, 10:38

    Hallo Immobilienmakler aus Leipzig,
    vielen Dank für Ihren Kommentar! Sicherlich ist das Internet in vielen Lebensbereichen eine große Erleichterung! Gerade in der Immobilienbranche ist das Netz in puncto Präsentation und Reichweite naturlich optimal. Hat sich durch die veränderten Abläufe auch die Maklerszene verändert? Können Anbieter, die nicht im Internet präsent sind, ihre Kunden überhaupt noch erreichen?
    Viele Grüße,
    Andrea Kantioler

  2. 15. Oktober 2014, 9:59

    Es ist durchaus faszinierend, wie sich auch in der Immobilienbranche die Abläufe geändert haben. Wir sind sehr dankbar, nicht mehr ausschließlich unsere Immobilien in den Printmedien zu inserieren. Mit der Darstellung im Internet ist dies auch für unsere Kunden von großem Vorteil. Wer hat nicht gern ansprechende Fotos, Grundrisse etc. direkt in der Anzeige stehen? Wir glauben, das sich viele Abläufe im täglichen Leben seit dem Internet deutlich vereinfacht haben.

  3. Andrea Kantioler
    13. Oktober 2014, 10:56

    Hallo Sabrina,
    vielen Dank für Ihren Kommentar! Es ist in der Tat erstaunlich, in welchem Tempo sich die Wirtschaft durch das E-Business verändert. In den kommenden Jahren wird sich diese Entwicklung wohl noch beschleunigen. Besonders beeindruckend daran ist, dass sich das Kräfteverhältnis der Wirtschaftsakteure maßgeblich verlagert hat.
    Viele Grüße,
    Andrea Kantioler

  4. 10. Oktober 2014, 22:01

    Es ist erstaunlich, welche Macht das E-Business hat, wenn man bedenkt, wie schnell der Wandel des Internets in den letzten Jahren fortgeschritten ist.
    In 10 Jahren werden wir vielleicht unseren heutigen technischen Stand belächeln, weil sich dann alles wieder ganz neu entwickelt hat.

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