HVB Kunst

11.02.2014

Borowski und die App

Um die über 400 Highlights der HypoVereinsbank Kunstsammlung betrachten zu können, müsste man schon einige Museen weltweit abklappern. Mit der App HVB Kunst soll das jetzt auch bequem vom Smartphone aus gehen. Ein Apptest.

Ich gehöre wahrlich nicht zu der Sorte Mensch, die regelmäßig Ausstellungen in Museen besucht. Dennoch habe ich mir in den vergangenen Jahren einen soliden Kunstsachverstand angeeignet: Ich weiß, das Martin Borowski nie in Kiel ermittelt hat und das auch nie tun wird. Und mir ist auch klar, dass sich hinter F.C. Gundlach kein Kreisligist aus der oberfränkischen Provinz verbirgt. Sie können mir folgen? Wunderbar,  denn dann werden Sie und ich in der neuen HVB Kunst App so einige Schätze entdecken.

400 auf einen Streich

Öffnet man die Anwendung, erscheint ein scrollbares Mosaik bestehend aus Mini-Abbildungen der 400 wichtigsten Stücke der Kunstsammlung. Mit einem Fingertipp auf den linken Rand des blauen Dachbalkens landet man schnurstracks auf der zweigeteilten Menüseite. In der oberen Hälfte fällt das große Playerfenster auf. Der dort hinterlegte Film ist kurzweilig, und Dank einer persönlichen Einführung von Dr. Bärbel Kopplin, der Kuratorin der HVB Kunstsammlung, wirklich informativ. Unterhalb des Playerfensters finden sich sieben Menüpunkte, mit denen durch die Anwendung navigiert werden kann. “Jeder, der die HVB Kunst App benutzt, entdeckt auf ganz unkomplizierte Art und Weise eine riesige Sammlung”, so Bärbel Kopplin.

MAMbo in Bologna

Tipp der Kuratorin: “Für diejenigen, die nach Lust und Laune stöbern möchten, ist der Button ‘Themen’ ideal.” Das mag sein, ist aber nichts für mich. Ich sehe mich eher als Aktivisten denn als Stöberer. Also nehme ich mir den “Aktuelles”-Button vor. Bereits einen Fingertipp später liefert mir die App alles, was neu ist und ich nicht verpassen sollte – “La Grande Magia” zum Beispiel, eine Ausstellung im Museum für Moderne Kunst in Bologna, kurz MAMbo. Die dortige Übersichtsschau glänzt übrigens noch bis 16. Februar mit Werken von Georg Baselitz, Gustav Klimt und Yves Klein.

Highlight Hörstationen

Falls Sie einen echten Baselitz in “natura” sehen wollen, dafür aber nicht unbedingt nach Italien reisen möchten: keine Problem. Über den Menüpunkt “Standorte” erfahren Sie im Nu, wo sich in Ihrem Umkreis das nächste Kunstwerk der HVB, beziehungsweise der nächste Baselitz befindet. In meinem Fall, ich wohne in der Kulturmetropole Hamburg, befindet er sich in Berlin. Mein persönliches Lieblings-Feature sind die Hörstationen (unter dem Menüpunkt “Themen” ganz nach unten scrollen). In sechs kurzen Audiofiles kommen hier die Künstler selbst zu Wort. Die Anzahl der Files ist zwar überschaubar, soll jedoch laut Dr. Bärbel Kopplin “auf jeden Fall ausgebaut werden.”

Grafik und Performance

Die App ist aufgeräumt und die Navigation kinderleicht. Die wenigen Menüpunkte sind klar lesbar und die Suche wird innerhalb eines Augenblicks ausgeführt. Eine umständliche Registrierung oder Animationen, die den Start verzögern, gibt es nicht. Kleiner Tipp: Zum erstmaligen Laden der gesamten App-Inhalte (damit ist nicht das Laden der App gemeint) sollten Sie ein WLan verwenden.

Fazit: Mit dem Smartphone durch die Epochen

Die HVB Kunst App ist in jedem Fall einen näheren Blick wert. Mit 400 Objekten reisen Sie quer durch 3.000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte. die hochauflösenden Bilder laden zum Entdecken von Details ein und über den jeweiligen Text zum Werk können Sie den geschichtlichen und kunsthistorischen Kontext sehr gut einordnen. Wenn Sie sich also ebenfalls zu den soliden Kunstliebhabern zählen oder einfach nur wissen möchten, wo Sie Hightlights aus der Sammlung HVB erleben können, dann sollten Sie sich die App unbedingt herunterladen – und zwar hier: http://sammlung.hypovereinsbank.de/app.

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