03.06.2016
Gastbeitrag

buntkicktgut

FC Bayern Youth Cup: „Nur gemeinsam sind wir stark“

Seit 2009 unterstützen die HypoVereinsbank und die UniCredit-Foundation die Münchener Straßenfußball-Liga buntkicktgut. „Als Teil der europäischen Bankengruppe UniCredit erleben wir täglich, wie bereichernd kulturelle Vielfalt ist“, begründet Dr. Theodor Weimer, Sprecher des Vorstands der HypoVereinsbank, das Engagement der Bank. Jährlicher Höhepunkt für die jungen Kicker: der FC Bayern Youth Cup, ein internationales Kleinfeldturnier, dessen Teilnehmer von Fußballlegende Paul Breitner ausgesucht werden. Unser Gastautor Jonny spielt bei buntkicktgut und ist Redakteur beim „buntkicker“, dem Magazin des Projekts. In seinem Tagebuch lässt uns der 16-Jährige an seinen Erlebnissen beim Auswahlturnier mit Paul Breitner und dem FC Bayern Youth Cup in der Allianz Arena hautnah teilhaben!

Für die Spieler von buntkicktgut ist es jedes Jahr wieder ein absolutes Highlight – der FC Bayern Youth Cup. Er gleicht einer kleinen Junioren-Weltmeisterschaft, bei der die jungen Kicker der interkulturellen Straßenfußball-Liga in München zeigen, was in ihnen steckt und ob sie das Zeug zum Profi haben. Auswahlmannschaften aus Thailand, Indien, den USA, China, Österreich, Japan und Deutschland nehmen daran teil, spielen am Ende beim Welt-Finale in der Allianz Arena um den Turniersieg. Wer dabei sein will, muss sich auf Länderebene in diversen Turnieren qualifizieren. Ich bin einer von über 70 buntkicktgut-Spielern aus München, die um die Plätze für das „Team Germany“ kämpfen. Dafür werde ich alles geben. Mein Name ist Jean-Daniel Monty Mendama, mein Team heißt „Red Scorpions“ und ich schreibe für den „buntkicker“, das Straßenfußball-Magazin von buntkicktgut. Meine Freunde nennen mich Jonny. Und das hier ist mein Tagebuch vom FC Bayern Youth Cup:

30. April: Morgen ist es soweit – das Sichtungsturnier für das „Team Germany“ findet auf dem Trainingsgelände des FC Bayern an der Säbener Straße statt. Ausschließlich Spieler der U17-Mannschaften von buntkicktgut aus München werden um einen der 16 Plätze im „Team Germany“ kämpfen. Mit dabei ist auch mein Team, die Red Scorpions. Wir haben es geschafft und die Qualifikationsturniere in den vergangenen drei Monaten allesamt überstanden. Morgen kicken wir auf dem Trainingsgelände des FC Bayern München an der Säbener Straße. Unsere Gegner: Balkan Mix, Fighters United, Samborella, MSW Juniors, Joga Bonito Riemerling, Gaucho Kickers und die Harras Bulls. Ich sehne mich schon lange nach diesem Tag, meine große Chance. Schließlich will ich Profi werden – und der Youth Cup könnte meine Chance werden. Das haben mir zumindest viele Freunde aus der interkulturellen Straßenfußball-Liga erzählt. Seit über drei Jahren spiele ich nun schon bei buntkicktgut. Ich liebe den Straßenfußball. Das Auswahlturnier morgen beim FC Bayern findet auf  Kunstrasen statt. Aber das ist kein Problem. Ein guter Fußballer kann auf jedem Untergrund gut spielen.

„Normalerweise versuche ich selbstsicher und cool zu sein. Vor allem auf dem Platz.“

1.Mai: Ich habe die ganze Nacht kaum geschlafen: Was wäre, wenn ich scheitern würde? Wie geht es weiter? Hoffentlich bemerkt mich Paul Breitner. Der frühere Bayernstar entscheidet zusammen mit einem Trainerteam von buntkicktgut, welche Spieler für das „Team Germany“ in Frage kommen. Er wählt sechs Spieler aus, die sofort für das Welt-Finale gesetzt sind. Zehn weitere Nachwuchskicker kämpfen dann noch einmal drei Tage lang um die restlichen vier Startplätze. Gehöre ich dazu? Bin ich dabei? Solche Fragen gingen mir ständig durch den Kopf. Schließlich bin ich aufgestanden, habe mich fertig gemacht und zu Gott gebetet, bevor ich das Haus verließ.

Nun bin ich da. Zusammen mit meinen Freunden. Wir stehen herum, mit 70 anderen Buntkickern und warten. Normalerweise versuche ich immer, selbstsicher und cool aufzutreten. Vor allem auf dem Platz. Doch heute scheint es so, als ob jegliches Selbstvertrauen in mir verschwunden ist. Ich fühle mich nervös und angespannt. Dann dürfen wir endlich in die Kabinen. Wir müssen wieder lange warten, bis wir raus auf den Käfigplatz dürfen – dort, wo sonst die Bayernstars trainieren. Es regnet leicht. Wir sind die einzigen auf dem Trainingsgelände. Von David Alaba, Jerome Boateng oder Franck Ribéry ist nichts zu sehen. Dennoch bleiben vor den Zäunen immer wieder neugierig Leute stehen. Als Paul Breitner das Spielfeld betritt und uns begrüßt, hören meine Jungs und ich aufmerksam zu: „Spielt euer Spiel. Spielt das, was ihr könnt. Ich will keine Fallrückzieher sehen, sondern einfach guten Fußball.“

Jonny Monty Mendama Spieler bei buntkicktgut

Unser Gastautor ist 16 Jahre alt und geht in die 11. Klasse des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums. Fußball ist seine Leidenschaft und er spielt regelmäßig in der Straßenfußball-Liga buntkicktgut. Der Münchener mit kamerunischen Wurzeln schreibt außerdem für den „buntkicker“, das Magazin des 1996 von Rüdiger Heid gegründeten Projekts.

Mit dem ersten Ballkontakt beim Aufwärmen schwindet auch meine Nervosität. Wir treffen gleich im ersten Spiel auf eine der besten Mannschaften – die Harras Bulls. Ein spannendes Spiel, das wir mit 2:1 für uns entscheiden. Beide Tore gehen auf mein Konto. Es läuft eigentlich ziemlich gut. Nach zwei weiteren Spielen, von denen wir eines für uns entscheiden, stehen wir im Halbfinale. Jaaaaa! Aber leider verlieren wir dort recht deutlich mit 3:1 gegen die MSW Juniors. Ich bin am Boden zerstört. Aus Frust motze ich meine Mitspieler an. Ich hasse es, zu verlieren.

Doch der Höhepunkt kommt ja erst noch. Die Nominierung für das „Team Germany“. Zu den ersten sechs Spielern zähle ich nicht. Aber ich gehöre zum erweiterten Kreis, zu den zehn Nachwuchskickern, die in einem dreitägigen Trainingslager die restlichen vier Plätze unter sich ausmachen. Juhuuu! Das ist super. Ich bin überglücklich, kann es kaum erwarten, meinen Eltern davon zu erzählen. Zur Feier des Tages gönne ich mir mit ein paar Jungs, die ebenfalls ausgewählt wurden, eine Pizza. Lecker!

„Wir schauen uns alles an: die Umkleiden, die Massageräume, die Ermüdungsbecken.“

15. Mai: Leider konnte ich im Trainingslager keinen der vier Plätze ergattern. Das Welt-Finale in der Allianz Arena findet also ohne mich statt. Ich bin nur Zuschauer. Eine herbe Enttäuschung. Aber ich freue mich für einen sehr guten Freund von mir – er heißt Darius Awoudja und spielt für Samborella. Zwar hatte die Mannschaft beim Qualifikationsturnier nicht ein Spiel gewonnen, doch Darius ist einfach ein super Fußballer. Die drei Tage vor dem Finale verbrachten die sieben Mannschaften aus aller Welt gemeinsam im Hotel Limmerhof in Taufkirchen – super Zimmer und super Essen. Dazu ein paar Trainingseinheiten an der Säbener Straße und Karten für das Bayernspiel gegen Hannover mit anschließender Meisterfeier. Noch immer liegen im Stadion goldene und rote Schnipsel herum. „Beim Spiel der Profis durften wir noch nicht in die Bayernkabine in den Katakomben des Stadions“, erzählt mir Darius. Jetzt beim Welt-Finale allerdings schon. Ich begleite ihn. Wir schauen uns alles an: die Umkleiden, die Massageräume, die Ermüdungsbecken. Toll. Oben auf dem heiligen Rasen der Bayernstars läuft es für das „Team Germany“ auch ganz gut. „Meine Jungs haben toll gespielt und alles gegeben“, sagt Davor Mucic, Trainer vom „Team Germany“ nach dem Spiel. Wie im vergangenen Jahr steht nur das Team aus Österreich vor den Buntkickern. Erneut den zweiten Platz beim FC Bayern Youth Cup – Bravo!

„Es spielt beim Fußball keine Rolle, woher du kommst und was du bist – nur gemeinsam sind wir stark.“

16. Mai: Der FC Bayern Youth Cup ist vorbei. Es gab Höhen und Tiefen. Doch am Ende überwiegt die Freude, dass wir alle das Beste gegeben haben und eine große buntkicktgut-Familie sind. Da zählt neben all den Toren und Pokalen vor allem der Teamgeist. Und die Gewissheit, dass wir nie aufgeben werden. Es spielt beim Fußball keine Rolle, woher du kommst und was du bist – nur gemeinsam sind wir stark. Das haben wir vom buntkicktgut-Gründer Rüdiger Heid, unserem Papa Rudi gelernt …

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