13.05.2014

Finanzen

Dachfonds: Der Teamplayer unter den Investmentfonds

Anlagefonds können ganz unterschiedlich gestaltet sein. Ein Dachfonds bildet vereinfacht gesagt eine eigene, übergeordnete Kategorie. Bei einem Dachfonds wird das Vermögen in mehrere Fonds gleichzeitig investiert. Damit setzt er langfristig auf die Vielfalt verschiedener Anlageklassen, Portfolio-Manager und Strategien.

“Fund of funds”, also “Fonds der Fonds”, wird ein Dachfonds in der Fachsprache oft genannt. Eine Bezeichnung, die schon erahnen lässt, welche Zielsetzung dieser Investmentansatz verfolgt. Denn ein Dachfonds investiert nicht nur in verschiedene Anlageklassen, beispielsweise Aktien, Anleihen oder Rohstoffe, innerhalb eines einzigen Fonds. Sondern er versucht vielmehr, durch die Verteilung des Kapitals auf verschiedene “Töpfe”, sogenannte Zielfonds, die Chancen und Risiken für die Investoren über ein möglichst breit gefächertes Spektrum zu streuen.

Gestreut investieren

Durch diese Streuung macht sich ein Dachfonds im Idealfall die Vielfalt verschiedener Anlageklassen (Multi-Asset) und Strategien (Multi-Manager) zunutze und erreicht dabei eine Diversifikation, wie sie für einzelne Investmentfonds kaum möglich ist. Dachfonds bieten Investoren ein professionelles Vermögensmanagement schon für sehr geringe Beträge an. Die Entscheidung darüber, in welche Zielfonds investiert wird, trifft das beauftragte Dachfondsmanagement. Dabei spielt neben dem Portfolio-Mix auch die Kompetenz und die Strategie der verschiedenen Investmentgesellschaften und Fondsmanager, die für die einzelnen Zielfonds verantwortlich sind, eine entscheidende Rolle. Ziel dieses Rückgriffs auf das Know-how der Zielfondsmanager ist, dass sich der Dachfondsmanager auf größere wirtschaftliche Zusammenhänge konzentrieren und relativ flexibel auf Marktveränderungen reagieren kann, ohne für einzelne Branchen oder Märkte Experte zu sein.

Langfristige Geldanlagen

In ihrer Ausrichtung sind Dachfonds für einen mittleren bis langfristigen Anlagezeitraum geeignet. Wie hoch im Idealfall die Chancen auf Renditen oder das Risiko für Verluste ist, hängt von den verschiedenen Anlagestrategien und davon ab, wo der Dachfonds sein Anlagevermögen konkret platziert.

Entstehung von Dachfonds

Dachfonds sind übrigens kein neuer Trend und auch keine Erfindung unserer Zeit. Sie bilden aktuell von Seiten der Investmentgesellschaften vielmehr den Versuch, auf Unwägbarkeiten der Märkte und risikoscheue Anleger mit möglichst stabilen Konzepten zur Wertentwicklung zu reagieren. Bereits seit 16 Jahren, ermöglicht durch die im Jahr 1998 eingeführte Neuerung im dritten Finanzmarktfördergesetz, dürfen Investmentgesellschaften ihr Sondervermögen als Dachfonds bilden. Vor dieser Gesetzesänderung waren sie aufgrund ihrer seinerzeit undurchsichtigen Anlageportfolios und -Strategien und den damit verbundenen Risiken für Anleger in Deutschland untersagt. Und auch heute gilt unverändert: Die Chance auf positive Renditen und eine Wertentwicklung des investierten Kapitals besteht, eine Garantie für Gewinne oder aber einen Schutz vor Kursverlusten bietet auch die vergleichsweise breite Risikostreuung letztlich nicht.

Risiken bei der Anlageentscheidung berücksichtigen

Ein Anleger, der sich entschließt, in solch einen Fonds zu investieren, sollte sich daher gut informieren und darauf achten, dass die Anlagevorschriften und Gebühren klar nachvollziehbar sind. Auch sollte er sich darüber bewusst sein, dass er mit einem Teil seiner Renditen das Management mehrerer Investmentgesellschaften bezahlen muss und auch darüber, dass die Investition in einen Dachfonds Risiken mit sich bringt.

Zum Beispiel hängt der Preis der Fondsanteile von den Kursen der im Fonds enthaltenen Zielfonds ab. Diese Kurse können sich täglich verändern und somit auch fallen. Das bedeutet: Der Wert der Fondsanteile kann jederzeit unter den Preis fallen, zu dem der Anleger seine Fondsanteile erworben hat. Darüber hinaus können die einzelnen Wertpapierklassen der Zielfonds allgemeinen Aktien- und Marktrisiken unterliegen, also etwa Kursverlusten aufgrund schwieriger Marktbedingungen.

Auch ein allgemeines Rentenmarktrisiko gilt es zu berücksichtigen, da es beispielsweise zu Kursverlusten aufgrund von Bonitäts- und Ausfallrisiken einzelner Länder und Emittenten oder zu einem sich verändernden Zinsniveau sowie gegebenenfalls Währungsrisiken kommen kann. Und auch Rohstoffmärkte können anlagespezifischen Risiken unterliegen, also etwa Kursbewegungen aufgrund von Änderungen von Angebot und Nachfrage der einzelnen Rohstoffe.

Zudem hängen Anlageentscheidung vom beauftragten Fondsmanagement ab, also auch von der Eignung der handelnden Personen und ihrer Vorgehensweise. Positive Ergebnisse eines Investmentfonds in der Vergangenheit sind daher kein Indikator für seine künftige Entwicklung.

  1. Andrea Kantioler
    28. Mai 2014, 14:39

    Hallo Kapitalanlage,
    vielen Dank für Ihren Kommentar! Obgleich auch ein Dachfonds Risiken birgt, bietet er zumindest die Möglichkeit, das investierte Kapital auf verschiedene „Töpfe“ zu verteilen.
    Viele Grüße, Andrea Kantioler

  2. 28. Mai 2014, 9:50

    Rendite und Risiko sprechen für einen Dachfonds. Ich denke, in Zeiten von Mikrozinsen, Finanzkrisen und Sorge um Lebensversicherungen, stellt ein Dachfonds eine gute Alternative da, gerade für die Kapitalanlage.

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