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05.12.2016
Tipp

Das ändert sich 2017

Das ändert sich 2017: Wo Sie weniger zahlen und Ihre Beiträge steigen

Ob beim Kindergeld, der Rente oder den Sozialbeiträgen: Ab dem 1. Januar 2017 müssen Sie sich als Steuerzahler, Verbraucher und Arbeitnehmer in vielen Bereichen auf Gesetzesänderungen einstellen. Unter anderem gelten ab dem neuen Jahr die sogenannte Flexi-Rente sowie neue Regelungen in der Pflegeversicherung. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Neuerungen im Überblick vor.

Start der Flexi-Rente

Wer im Alter eine vorgezogene Rente beziehen und sich mit einem Job etwas dazuverdienen möchte, soll ab Januar 2017 mehr davon behalten dürfen. Bislang lag die Hinzuverdienstgrenze bei 6.300 Euro im Jahr. Das gilt zwar auch für die Flexi-Rente, doch bisher konnten die Renten stufenweise auf ein Drittel, die Hälfte, auf zwei Drittel oder sogar Null gekürzt werden. Das wird es künftig nicht mehr geben. Der Umfang der Rente wird dabei stufenlos geregelt. 40 Prozent des Hinzuverdienstes werden auf die über Rentenpunkte ermittelte Rente angerechnet. Wer also 100 Euro mehr verdient, dem werden bei der Rente des Folgejahres 40 Euro abgezogen.

Die Flexi-Rente im Überblick:

Überschreiten Sie ab einem Alter von 63 Jahren die neue Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro, werden Ihnen mit der Flexi-Rente künftig 40 Prozent des Betrages darüber von Ihrer Rente abgezogen. Hinzukommt, dass der rentenneutrale Hinzuverdienst nach oben gedeckelt ist, d.h.: Verdienen Sie mit Ihrer Teilrente und dem Hinzuverdienst mehr als Ihr früheres Bruttoeinkommen, müssen Sie dieses voll auf Ihre Rente anrechnen lassen.

Bislang können Sie eine Teilrente nur stufenweise beziehen. Überschreiten Sie als Rentner eine Verdienstgrenze, erhalten Sie entweder eine Zweidrittel-, eine Halbe oder eine Eindrittel-Rente. Der mit der Flexi-Rente kommende 40-Prozent-Abzug macht die Teilrente bei Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze stufenlos. Somit hängt die Höhe Ihrer Teilrente direkt von Ihrem Hinzuverdienst ab.

Entscheiden Sie sich als Arbeitnehmer, früher als zu Ihrem Renteneintrittsalter in Rente zu gehen, erhalten Sie Abzüge von Ihrem Rentenanspruch. Für jeden Monat, den Sie früher in Rente gehen, bedeutet dies 0,3 Prozent weniger. Bislang konnten Sie diese Abschläge durch höhere Einzahlungen ab einem Alter von 55 Jahren ausgleichen. Mit der Flexi-Rente können Sie nun schon ab 50 Jahren Ausgleichszahlungen vornehmen.

Wenn Sie als Arbeitnehmer über das Renteneintrittsalter hinaus arbeiten, erhalten Sie zwar – sofern Sie keine Rente beziehen – einen monatlichen Anspruchszuschlag von 0,5 Prozent. Jedoch müssen Sie keine Beiträge in die Sozialversicherung mehr zahlen. Das bedeutet: Die Einkünfte, die Sie gleichzeitig mit Ihrer Teilrente beziehen, haben keinen Einfluss mehr auf die Höhe Ihrer Rente. Das soll sich mit der Flexi-Rente ändern. Die Zuschlag-Regelung bei Nichtbezug einer Rente bleibt bestehen. Zusätzlich können Sie jedoch mit der freiwilligen Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen auch Ihre Rentenansprüche erhöhen.

Neue Fristen für die Steuererklärung

Die Bundesregierung hat in diesem Jahr eine neue Frist für die Einkommensteuererklärung beschlossen, die allerdings erst für das Steuerjahr 2017. Ab dem nächsten Jahr müssen Sie erst bis zum 31. Juli Ihre Steuererklärung beim Finanzamt eingereichen. Für Ihre Steuererklärung 2017 ist das späteste Eingangsdatum also der 31. Juli 2018. Beauftragen Sie einen Steuerberater, hat dieser künftig bis zum 28./29. Februar des übernächsten Jahres Zeit. Für die Steuererklärung 2017 ist das Fristende somit der 28./29. Februar 2019.

Vereinfachte Spendennachweise

Wollten Sie bisher Spenden oder Mitgliedsbeiträge als Sonderausgaben steuerlich geltend machen, mussten Sie beim Finanzamt einen Spendennachweis vorlegen. Künftig müssen Sie solche Belege nur noch einreichen, wenn Sie vom Finanzamt dazu aufgefordert werden. Bis zum Ende des Jahres in dem der Bescheid verschickt wurde, kann der Fiskus die Vorlage verlangen, solange müssen Sie die Spendenquittungen also aufbewahren.

Pflegeversicherung: Fünf Grade statt drei Stufen

Ab Januar 2017 soll es für mehr Pflegebedürftige höhere Leistungen aus der Pflegeversicherung geben. Mit Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetztes II gelten anstelle der bisher drei Pflegestufen künftig fünf Pflegegrade, die durch ein neues Bewertungsverfahren ermittelt werden. Die gute Nachricht: Kein Bedürftiger wird durch das neue Gesetz schlechter gestellt.

Die neuen Regelungen im Überblick:

Ab dem kommenden Jahr sollen erstmals alle Pflegebedürftigen einen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung erhalten – unabhängig davon, ob sie von psychischen, körperlichen oder kognitiven Beeinträchtigungen betroffen sind.

Insgesamt sechs Bereiche sind künftig ausschlaggebend für die Feststellung des Pflegegrades: Mobilität, geistige und kognitive Fähigkeiten, Verhalten, Selbstversorgung, soziale Kontakte sowie Umgang mit Erkrankungen und Belastungen. Für jeden dieser Bereiche werden – abhängig vom Ausmaß der Beeinträchtigung – Punkte vergeben, die am Ende gewichtet und addiert werden. Letztlich entscheidet die Gesamtpunktzahl über den Pflegegrad des Betroffenen.

Nein. Zunächst sollen nur Betroffene bewertet werden, die ab Januar 2017 einen Pflegegrad beantragen. Für Versicherte, die am 31. Dezember 2016 bereits Leistungen der Pflegeversicherung beziehen, gilt Bestandsschutz. Sie werden automatisch in die neuen Pflegegrade eingegliedert.

Grundsätzlich gilt, dass Pflegebedürftige mit ausschließlich körperlichen Beeinträchtigungen anstelle ihrer bisherigen Pflegestufe den nächsthöheren Pflegegrad erhalten. Durch die Umstellung sollen Versicherte monatlich mehr Leistungen bekommen.

Noch bis Ende Dezember 2016 sollen Pflegebedürftige einen Bescheid erhalten, in dem sie verbindlich über ihren künftigen Pflegegrad und entsprechende Leistungen informiert werden.

Bisherige Leistungen der Pflegeversicherung wird es auch weiterhin geben, wie etwa Zuschüsse für den barrierefreien Umbau der Wohnung (bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme), Hilfsmittel für die Pflege und das Recht auf Pflegeberatung. Dies gilt ab Pflegegrad 1.

Mehr Kindergeld und Freibeträge

Familien und Arbeitnehmer werden 2017 steuerlich entlastet. Der steuerliche Grundfreibetrag soll von derzeit 8.652 im kommenden Jahr auf 8.820 Euro und 2018 auf 9.000 Euro steigen. Das Kindergeld klettert 2017 um zwei Euro pro Monat. Auch der Kinderfreibetrag wird  aufgestockt: von derzeit 7.248 auf künftig 7.356 Euro. Im Jahr darauf folgt eine weitere Erhöhung um 72 Euro. Geringverdiener können im nächsten Jahr von einer Erhöhung des Kinderzuschlags profitieren, der ab 1. Januar 2017 um 10 Euro je Monat angehoben wird.

 

Außerdem sollen 2017 und 2018 die Tarifeckwerte des Einkommenssteuertarifs ausgeweitet werden. Das bedeutet: Durch eine Verschiebung des gesamten Steuertarifs um 0,73 Prozent im kommenden Jahr und 1,65 Prozent 2018 soll – gemessen an der Inflationsrate des jeweiligen Vorjahres – die kalte Progression ausgeglichen werden. Diese würde bewirken, dass Lohnerhöhungen in Verbindung mit der Inflation zumindest teilweise durch eine höhere steuerliche Belastung aufgezehrt würden. Die Bundesbürger sollen so um jährlich insgesamt 6,3 Milliarden Euro entlastet werden.

Mehr Geld für Hartz IV-Empfänger

Für leistungsberechtigte Erwachsene und Schüler unter 14 Jahren gibt es ab Januar 2017 mehr Geld. Für Erwachsene steigt der Regelsatz von 404 auf 409 Euro, für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren von 270 auf 291 Euro. Jugendliche von 14 bis 18 Jahren erhalten wie Erwachsene fünf Euro mehr im Monat und damit 311 Euro. Auch Paare in einer Bedarfsgemeinschaft erhalten künftig mehr vom Staat, und zwar 368 statt 364 Euro.

Mit dem 1. Januar 2017 erhöht sich die Beitragsbemessungsgrenze (BMG) für die Renten und Arbeitslosenversicherung: Im Osten klettert sie von 5.400 auf 5.700 Euro, im Westen von 6.200 auf 6.350 Euro. Für Einkommen, die darüber liegen, müssen keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung steigt 2017 auf monatlich 4.350 Euro.

Wichtig: In der Krankenversicherung gilt ab dem neuen Jahr eine zweite wichtige Einkommensgröße, die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze, sie liegt im kommenden Jahr bei 57.600 Euro. Ab dieser Grenze können Sie sich als Arbeitnehmer privat versichern.

Anstieg der Versicherungsbeiträge

Von 2,35 auf 2,55 Prozent steigt 2017 der Beitrag in der Pflegeversicherung, für Versicherte ohne Kinder beträgt der Beitragssatz 2,8 Prozent. Zwar bleibt der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der Krankenversicherung mit 1,1 Prozent stabil, doch die Kassen dürfen eigene Beiträge festlegen – vergleichen lohnt sich also.

Das Beste zum Schluss: Reformationstag ist bundesweiter Feiertag

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen an der Schlosskirche in Wittenberg. Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums ist der 31. Oktober 2017, übrigens ein Dienstag, bundesweit einmalig ein Feiertag. Der Tag der Arbeit am 1. Mai sowie der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober fallen dieses Jahr arbeitnehmerfreundlich auf einen Montag bzw. Dienstag.

  1. Levenhagen
    2. Januar 2017, 9:09

    Lesen Sie mal Ihre ersten beiden Sätze Korrektur !!

  2. Roland Oppelt
    28. Dezember 2016, 20:38

    Prima. Vereinfacht viele Kleinspenden ……

  3. Erwin
    19. Dezember 2016, 14:46

    Das weiß der Rollstuhlfahrer und seine Genossen nicht mehr wie sie uns Unmündigen Bürger sonst noch ab Melken können.

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