Nächster Artikel: Borowski und die App
17.04.2014

Panini Fussball

Panini-Bildchen: Der Kick mit den Kickern

“Schon wieder ein Robben! Den habe ich doch schon viermal.” Sammlern von Panini-Stickern dürften solche Sätze vertraut vorkommen. Es fehlen nur noch wenige Bilder, um das Album zu komplettieren. Aber in den geöffneten Tütchen stecken immer nur Aufkleber, die man schon hat. Unser Gastautor Richard Pfadenhauer weiß, dass man als Panini-Sammler eine gewisse Leidensfähigkeit mitbringen muss. Aber im Grunde ist es genau das, was den Reiz und den Charme der Panini-Sammelalben ausmacht.

Angefangen hat alles 1961, als die Panini-Brüder – Giuseppe, Benito, Franco und Umberto – Zeitungsverleger aus dem italienischen Modena, das erste Sticker-Album mit Bildern italienischer Fußballmannschaften herausbrachten. Aufkleber mit Fußballspielern gab es zwar schon, die konnten jedoch einzeln im Laden erworben werden. Die Paninis setzten dagegen bewusst auf die Neugier der Leute, indem sie eine Handvoll Sticker in kleine bunte Tütchen verpacken ließen. Man wusste also nicht, welche Bilder man bekommen würde. Die Idee schlug ein wie eine Bombe. Schnell entwickelten sich auf Schulhöfen, in Kantinen und Werkstätten unzählige Tauschbörsen. Eine Legende war geboren.

Deutschland im Panini-Fieber

Hierzulande erschien die erste Panini-Sticker-Kollektion 1974. Ein perfektes Timing, denn im Jahr der Heim-WM war das Interesse an Kickern wie Franz Beckenbauer, Sepp Maier oder Gerd Müller naturgemäß riesengroß. Das erste Bundesliga-Album kam wenige Jahre später zur Saison 1978/79 auf den Markt. Genau in diese Zeit fällt auch die Geburtsstunde der ersten “Panini-Generation”.  Damit sind all jene gemeint, die das Sammeln zum Hobby machten und diesem über Jahrzehnte treu blieben. Der leidenschaftliche Panini-Fan und Buchautor Andreas Hock erinnert sich: “Wir knüpften taktische Freundschaften mit bescheuerten Klassenkameraden, nur weil die wertvolle Doppelte besaßen. Doch als uns nur noch Bruno Pezzey fehlte, nutzten uns selbst die im Laufe der Zeit angesammelten fünf Jonny Ottens nichts.”

Bundesliga-Rechte verloren

Dank der Sammelleidenschaft seiner Kunden ist Panini zu einem internationalen Konzern aufgestiegen. Heute ist die Gruppe weltweiter Marktführer bei selbstklebenden Stickern und Trading Cards, auch wenn es die Bundesliga-Rechte im Jahr 2009 an den US-Wettbewerber Topps abtreten musste. Insgesamt bringt Panini hierzulande jährlich 20 bis 25 verschiedene Sticker-Kollektionen in den Bereichen Sport und Unterhaltung auf den Markt. dabei geht es längst nicht mehr nur um Fußball. Als Lizenzpartner von Disney hat der Verlag beispielsweise regelmäßig auch Kollektionen zu Kinofilmen wie “Die Monster Uni”, “Cars” oder “Planes” im Portfolio.

Das Knappheitsrätsel

Viele Sammler glauben übrigens, dass bestimmte Sticker ganz bewußt in einer geringeren Auflage gedruckt werden, um den Umsatz hochzuhalten, Panini bestreitet das. Alles Einzelbilder, heißt es, würden in gleicher Menge produziert. Das Nachrichtenmagazin “Spiegel” hat die Probe aufs Exempel gemacht und über eine Leserbefragung nach mathematischen Auffäligkeiten gesucht. Die Redakteure kamen zu folgendem Ergebnis. “Die Zahl der Sticker schwankt stärker, als man erwarten würde. Ob dahinter aber Zufall, falsche Eingaben oder eine tatsächliche Ungelichverteilung stecken, lässt sich leider nicht klären.”

Das virtuelle Panini-Album

Panini-Sammelalben gibt es übrigens nicht nur in Papier. Auch online kann man seine Fußballstars inzwischen sammeln. Ob traditionell oder virtuell – für beides gilt: Das Komplettieren des Albums erfüllt einen mit Stolz. Und noch mehr: Beim aktuellen virtuellen UEFA  Champions League Album lassen sich damit auch zwei Tickets inklusive Reise & Hotel für das UEFA Champions League Finale 2014 in Lissabon gewinnen. Mehr Infos dazu gibt es hier: www.hvb.de/panini. Viel Erfolg!

Übrigens: Mehr kultige Fußballer-Sticker sind in der empfehelnswerten Zusammenstellung “Das Buch der legendären Panini-Bilder” von Andreas Hock zu finden. Es ist erhältlich im Riva-Verlag.

  1. Carsten Schmidt
    29. April 2014, 17:05

    Hallo Paul,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie waren also auch ein leidenschaftlicher Sammler. Welche Spieler standen denn bei Ihnen hoch im Kurs?

    Viele Grüße, Carsten Schmidt

  2. 29. April 2014, 10:19

    Ja ja, das waren noch Zeiten! Ich habe sie auch mit aller Leidenschaft gesammelt. Und auf dem Hof wurde dann noch fleißig getauscht. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

back to top