24.04.2015
Interview

Deutscher Mittelstand

Auslandsbanking: So tickt der deutsche Mittelstand

 „Was die Weltwirtschaft angeht, so ist sie verflochten“, konstatierte der Journalist Kurt Tucholsky schon in den 1930er Jahren. Angepasst an die globalisierte Welt der Gegenwart müsste dieser Satz vielmehr lauten: Was die Weltwirtschaft angeht, so ist sie verflochten – mit dem deutschen Mittelstand. Denn mittlerweile gehören Auslandsaktivitäten im „German Mittelstand“ zur Tagesordnung.

Das zeigt die von der HypoVereinsbank beauftragte aktuelle Studie „Auslandsbanking für den deutschen Mittelstand. Eine Bestandsaufnahme.“ Dafür hat das Bielefelder Marktforschungsinstitut Interrogare 745 Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 25 und 500 Millionen Euro befragt. Welche Trends sich bei international agierenden mittelständischen Unternehmen abzeichnen, was der „German Mittelstand“ von seinen Finanzinstituten erwartet und wo die Kernbanken noch optimieren müssen, erläutert Carmen Hummel vom International Center der HypoVereinsbank.

Frau Hummel, Sie und Ihr Team unterstützen mittelständische Unternehmen bei der Internationalisierung ihrer Geschäfte. Welchen Trend können Sie hier bei Ihren Kunden ausmachen?

Die Auslandsaktivitäten unserer Kunden, vor allem unserer mittelständischen Unternehmenskunden, nehmen ständig zu. Die von uns beauftragte Studie hat klar gezeigt, dass bereits mehr als vier von fünf Unternehmen, die international tätig sind, Produkte oder Dienstleistungen ins Ausland exportieren. Der Anteil am Gesamtumsatz liegt damit im Durchschnitt bei 40 Prozent – Tendenz steigend.

Was erwarten und fordern die Kunden?

Unsere international tätigen Kunden wollen qualitativ hochwertige Finanzberatung – und zwar für die Zielmärkte und in den Zielmärkten. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Die Finanzinstitute müssen sich deutlich mehr und detaillierteres Know-how über die unterschiedlichen nationalen Spezifika, Märkte und Wettbewerber aneignen. Dazu kommen selbstverständlich die Regulatorik, das Risikomanagement sowie die Sicherungsinstrumente. Die reibungslose Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs wird als grundlegende Voraussetzung wahrgenommen. Deswegen wird es für Banken künftig noch wichtiger, mit den Unternehmen auf Augenhöhe zu agieren und in den engen Kreis der Kernbanken aufgenommen zu werden. Denn nur unter diesen Instituten wird das Auslandsbanking letztendlich aufgeteilt werden.

Mit Blick auf die Forderungen der Kunden: Wie kann die HypoVereinsbank hier punkten?

Mit über 3.000 Experten in rund 50 Ländern bietet die HypoVereinsbank über das Bankennetzwerk der UniCredit bereits heute globale Lösungen an. Das ist sicherlich ein Vorteil, den wir noch stärker nutzen müssen und können. Zukünftig wird es allerdings nicht mehr reichen, das bestehende Netzwerk zu pflegen. Wir müssen gemeinsam mit dem Kunden auch neue Regionen erschließen, in denen wir bislang noch nicht vertreten sind. Der Unternehmenskunde gibt die Richtung vor, wir müssen mit unseren internationalen Erfahrungen und unserem Finanz-Know-how den Weg dafür bereiten. Dafür haben wir in den vergangenen Jahren die Weichen gestellt.

Die aktuelle Studie „Auslandsbanking für den deutschen Mittelstand: Eine Bestandsaufnahme“ sowie weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.hvb.de/international.

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