5-Euro-Banknote

30.04.2013

Bestnote: Alles zum neuen 5-Euro-Schein

Seit knapp elf Jahren sind die Banknoten im Euroraum in Umlauf. Jetzt werden Sie Schritt für Schritt ausgetauscht und durch neue ersetzt. Los gehts am Donnerstag mit der Einführung der neuen 5-Euro-Note. Doch wie läuft der Austausch ab? Und was tun, wenn Sie eine “Blüte” angedreht bekommen? Franz-Josef Behringer, Abteilungsleiter Banknoten bei der Deutschen Bundesbank, hat die Antworten.

Herr Behringer, am 2. Mai kommt die neue 5-Euro-Note mit besseren Sicherheitsmerkmalen in Umlauf. Heißt das, der alte Fünfer ist nicht mehr fälschungssicher?

Bei der Verbesserung des Banknotendesigns geht es vor allem darum, die Banknotensicherheit – unter Berücksichtigung der neuesten sicherheits- und designtechnischen Entwicklungen – zu modernisieren. Die Banknoten der ersten Serie haben eine hohe Fälschungssicherheit unter Beweis gestellt. Die Banknoten der zweiten Serie enthalten zusätzliche benutzerfreundliche Sicherheitsmerkmale. Sie gewährleisten auch weiterhin einen maximalen Schutz.

Vom Notenwert mit Farbumschlag bis zur Göttin Europa als Hologramm – in die neue Euro-Serie wurde eine Reihe von Sicherheitsmerkmalen eingearbeitet. Können Sie diese kurz erläutern?

Sowohl das Wasserzeichen, als auch das Hologramm der neuen 5-Euro-Banknote enthalten erstmals ein Portrait von “Europa”, einer Figur aus der griechischen Mythologie. Das Wertzeichen links unten auf der Banknotenvorderseite ist als glänzende Zahl dargestellt, auf der sich beim Kippen der Banknote ein Lichtbalken auf und ab bewegt. Außerdem verändert die Zahl ihre Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau. Wir bezeichnen sie daher als Smaragdzahl.

Welche der Sicherheitsmerkmale sind denn besonders schwer zu fälschen?

Die Smaragdzahl mit dem “rollenden Balken”- Effekt auf der neuen 5 Euro-Banknote ist eine sicherheitstechnische Weiterentwicklung des Farbwechsels, den man schon auf der Banknotenrückseite der ersten Serie ab der Stückelung 50 Euro aufwärts findet. Dadurch wird der Farbeffekt durch einen Lichteffekt ergänzt und ist noch schwerer zu fälschen. Der Hologrammstreifen teilt sich in sogenannte “Inseln”. Jede “Insel” enthält einen technisch unterschiedlichen Hologrammeffekt.

Laut Bundesbank-Statistik ist der 20-Euro-Schein die am häufigsten gefälschte Banknote. Warum beginnt die EZB den Austausch der Noten mit der kleinsten Nominale?

Das Falschgeldniveau liegt mit europaweit 531.000 Stücken deutlich niedriger als beispielsweise im Jahr 2009, wo mit 860.000 Stücken ein Höchststand erreicht war. Bei der Einführung der Europa-Serie steht neben der höheren Fälschungssicherheit ein zweiter Aspekt im Vordergrund: Die kleinen Stückelungen sind einer besonders starken Abnutzung im Zahlungsverkehr ausgesetzt. Zur Erhöhung der Haltbarkeit erhält die neue 5-Euro-Banknote eine spezielle Lackierung, die sie vor Verschleiß schützt und damit ihre Lebensdauer verlängert.

Wie läuft der Austausch ab?

Die Kreditinstitute werden die Banknoten der zweiten Serie auf dem üblichen Weg in Umlauf bringen, beispielsweise über die Kassenschalter und die Geldautomaten. Im Laufe der Zeit werden die Banknoten vermehrt als Wechselgeld herausgegeben, zum Beispiel beim Einkauf von Gebrauchsgütern.

Geldscheine der ersten und der zweiten Serie werden eine Zeit lang parallel in Umlauf sein, bis die Bundesbank die Geldscheine der ersten Serie Schritt für Schritt aus dem Verkehr gezogen hat. Letztere bleiben aber bis auf Weiteres gesetzliches Zahlungsmittel. Sie behalten zudem ihren Wert und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems werden sie ohne zeitliche Begrenzung zum Nominalwert umtauschen.

Stimmt es, dass das Risiko, eine Fälschung angedreht zu bekommen, in den sechs Monaten nach Einführung der neuen Scheine am größten ist?

Solange die Bürgerinnen und Bürger mit der neuen Serie noch nicht vertraut sind, können auch qualitativ minderwertige Fälschungen irrtümlich angenommen werden. Daher empfehlen wir den Bürgerinnen und Bürgern, sich den neuen 5-Euro-Schein genau anzusehen. Umfangreiche Informationen finden sich dazu auf der Internetseite der Bundesbank.

Was muss ich machen, wenn ich einen falschen Geldschein in den Händen halte?

Grundsätzlich gilt: Benachrichtigen Sie, wenn Sie Falschgeld erhalten, sofort die Polizei. Bei der Weiter- oder Rückgabe von Falschgeld können Sie sich genau wie bei der Herstellung von Falschgeld strafbar machen. Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. Daher sollten Sie auch Waren nicht vor Bezahlung mit gültigem Geld herausgeben.

Die Deutsche Bundesbank, Kreditinstitute und Finanzdienstleitungsinstitute sind gemäß § 36 Bundesbankgesetz zum Anhalten von falschem bzw. falsch verdächtigem Geld verpflichtet. Falsches Geld ist dabei an die Polizei, falsch verdächtiges Geld an die Deutsche Bundesbank zu übergeben. Verstöße gegen die Anhalte- bzw. Meldepflicht können mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Abschließend die Frage: Wie ernst ist das Problem hierzulande?

Die Bundesbank hat im Jahr 2012 rund 41.500 falsche Euro-Banknoten registriert, der dadurch entstandene Schaden lag bei 2,2 Millionen Euro. Die Zahl der Fälschungen ist damit – ausgehend von einem niedrigen Niveau (2011: 39.000) – gegenüber dem Vorjahr um rund 6,4 % gestiegen. Damit entfielen fünf falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner. Rein rechnerisch müssten Sie also 2.000 Jahre alt werden, um eine Fälschung zu erhalten.

Weitere Informationen zu den Sicherheitsmerkmalen der zweiten Euro-Serie und zu Falschgeld finden Sie unter bundesbank.de/falschgeld.

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