Digitalisierung Mittelstand
05.10.2016

Digitalisierung Mittelstand

MJ Raak: Erfolgreiche Digitalisierung im Mittelstand

Das typische Geräusch, das ein Modem von sich gab, wenn es ächzend die Verbindung ins Internet herstellte, und die alles entscheidende Frage „Bin ich schon drin?“ markieren einen der vielen Grenzpunkte zwischen den „Digital Natives“ und ihren „Vorfahren“. Alexander Raak, geschäftsführendem Gesellschafter der MJ Raak GmbH, sind beide Welten vertraut. Als er vor gut 20 Jahren die väterliche Druckerei übernahm, steckte die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen. „Damals war unser Geschäft sehr manuell“, erinnert sich der 47-Jährige. „Druckdaten wurden noch per ZIP-Laufwerk übertragen.“ Heute ist das Unternehmen, Kunde der HypoVereinsbank, ein innovatives Unternehmen, das den Wandel zur Industrie 4.0 mit Bravour gemeistert hat.

Der Prozess vom klassischen Repro-Unternehmen hin zu einer Druckerei, die vor allem Web-Print-Lösungen anbietet, war für Alexander Raak kein Selbstgänger. Doch das Unternehmen lernte, den technischen Fortschritt für sich zu nutzen. Besonders die alltäglichen Arbeiten haben sich für die 20 bis 30 Mitarbeiter stark verändert. Standen früher klassische Printprodukte auf Papier im Fokus, so druckt das Unternehmen heute auch auf Textilien und Kunststoffen und setzt Folien für die Outdoor-Veredelung ein. Zusätzlich entwickelt der mittelständische Betrieb für seine Kunden Portale und Konfiguratoren, die sowohl im B2B- als auch im Endkundengeschäft eingesetzt werden. Jüngste Beispiel ist notlikeyou.com. Auf dem Portal können Kunden Stoffschuhe mit privaten Fotos, Nieten und Swarovski-Kristallen selbst designen. MJ Raak liefert hierfür die dafür nötige Software.

„Als Unternehmer müssen wir flexibel bleiben. Viele scheuen den Bruch.“
Alexander Raak, geschäftsführender Gesellschafter MJ Raak GmbH

„Als Unternehmer müssen wir flexibel bleiben“, sagt Raak. „Viele scheuen den Bruch, das Alte hinter sich zu lassen und etwas Neues zu beginnen.“ Der Mittelständler hat den Sprung in eine ungewisse Zukunft gewagt, hat mit einzigartigen Produkten und innovativen Vertriebswegen einen riesigen, zukunftsträchtigen Markt erschlossen und sich als einer von wenigen Playern in diesem Segment etabliert. „Es geht schon lange nicht mehr um Kaffeetassen oder Fotobücher mit privaten Bildern“, bemerkt er. „Wir entwickeln mit unseren Kunden hochspezialisierte Produkte und betreten mit ihnen gemeinsam Neuland. Das ist eine richtig spannende Aufgabe.“

„Der Anfang war kostenintensiv.“
Alexander Raak, geschäftsführender Gesellschafter MJ Raak GmbH

Um überhaupt Großkunden bedienen zu können, stieß das Unternehmen Mitte der 2000er Jahre den ersten großen Entwicklungsschub an, indem es seine internen Prozesse digitalisierte. Einerseits durch den technischen Fortschritt getrieben, andererseits durch Aufbruchsstimmung beflügelt, war im Hause Raak klar: Digitalisierung ist ein Muss. Und dafür musste die Druckerei Geld in die Hand nehmen. „Der Anfang war kostenintensiv“, erinnert sich Alexander Raak. „Und natürlich waren Zweifel da, ob wir die richtigen Entscheidungen treffen.“ Mittlerweile gibt dem mutigen Unternehmer der Erfolg recht. Seine Strategie ist aufgegangen, der Zweifel ist Euphorie, Tatendrang und Entdeckergeist gewichen. Heute besteht seine Herausforderung darin, kreativ zu bleiben und die Kraft zu finden, Neues zu entwickeln.

„Die HVB arbeitet lösungsorientiert und das gefällt uns.“
Alexander Raak, geschäftsführender Gesellschafter MJ Raak GmbH

„Das Beispiel der Firma Raak macht deutlich, dass für Mittelständler viel zu holen ist, wenn sie das Thema Digitalisierung aktiv angehen“, betont Joachim Sickenberger, Firmenkundenbetreuer bei der HypoVereinsbank. Mittelstandsexperten der Bank haben sich in der Zusammenarbeit mit dem Kunden viel Zeit genommen, um das Geschäftsmodell von MJ Raak zu verstehen. So konnte die Bank passgenaue Finanzierungslösungen unterbreiten. „Die HVB hat sich als guter Gesprächspartner herausgestellt“, urteilt dann auch Alexander Raak. „Sie arbeitet lösungsorientiert, und das gefällt uns.“ Fragestellungen diskutieren Kunde und Hausbank auf Augenhöhe, finden nicht nur ein gemeinsames Verständnis, sondern auch kreative Lösungen. „Die HVB versteht unser Geschäft – und das ist nicht einfach!“, erklärt Raak. „Dienst nach Vorschrift haben wir bei dieser Bank noch nie erlebt.“

 

Wie Digitalisierung im Mittelstand gelingt 3 Tipps von Alexander Raak

1. Rennen Sie nicht blind los, sondern legen Sie sich vorher eine Strategie zurecht, wohin die Reise gehen soll: Was gibt der Markt her? Was machen andere? Kann ich das überhaupt leisten? Was brauche ich, um meine Ziele zu erreichen?

2. Schauen Sie quer: Sind vergleichbare Modelle erfolgreich? Gerade im Digitalbereich wird Vieles aus Prestigegründen realisiert. Aber oft sind solche Projekte finanziell nicht erfolgreich.

3. Haben Sie den Mut, Ihren eigenen Weg zu gehen und betreten Sie Neuland.

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