E-Food
27.03.2015

E-Food

Öko? Logisch! – Innovative Frischebox für den Lebensmittel-Versand

Erst Bücher, dann Mode – und jetzt auch Schokolade, Fleisch und Milch: Jeder dritte Deutsche kauft Lebensmittel im Internet. Damit der Versand der Produkte möglichst umweltfreundlich gelingt, entwickelt das Start-up Landpack derzeit eine klimaneutrale Verpackungsbox mit natürlichem Dämmstoff.

Enge Regalgänge, lange Wartezeiten an der Kasse und Hektik beim Bezahlen – ein Besuch im Supermarkt kostet oft nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Nerven. Immer mehr Bundesbürger erledigen ihre Einkäufe deshalb per Mausklick im Internet und lassen sich Lebensmittel nach Hause liefern. Doch der wachsende E-Food-Handel hat einen ökologisch faden Beigeschmack: Der Versand von Lebensmitteln ist sehr verpackungsaufwendig, insbesondere bei Lieferungen schnell verderblicher Waren, bei denen die Frische nicht auf der Strecke bleiben darf. Eine innovative Lösung für dieses Problem präsentiert nun Patricia Eschenlohr, eine von sieben Gewinnerinnen des HVB Gründerinnen-Mentorings 2014: Mit ihrem Start-up Landpack fertigt sie eine ökologische Isolierverpackung speziell für den gekühlten Lebensmittel-Versand – die Landbox.

Umweltfreundliche Verpackungsalternative

„Die Landbox wurde speziell für den Versand von frischen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch oder Milchprodukte entwickelt“, erklärt Eschenlohr den Zweck ihrer innovativen Versandbox. Im Vergleich zu herkömmlichen Isolierverpackungen soll die Landbox jedoch nicht nur eine funktionale, sondern auch klimaverträgliche Alternative für den E-Food-Handel sein: „Die einmalige Verwendung von Styropor oder anderen Kunststoffverpackungen ist ein Wahnsinn mit Blick auf die Umwelt. Gerade der zunehmende Onlinehandel erfordert es, dass eine Verpackung umweltfreundlich und leicht zu entsorgen ist. Mit diesem Ziel haben wir Landpack gegründet.“

Stroh als Dämmstoff

Um dem ökologischen Anspruch gerecht zu werden, setzt Eschenlohr bei der Entwicklung ihrer Frischebox auf einen bisher kaum genutzten Rohstoff: „Als Dämmmaterial verwenden wir Stroh, ein landwirtschaftliches Nebenprodukt, das bei der Getreideernte ohnehin anfällt“, beschreibt die Münchenerin. Für den Versand frischer Lebensmittel sei das Naturmaterial aus mehreren Gründen geeignet: „Stroh hat einen ähnlich niedrigen Wärmeleitwert wie Styropor und ist zudem feuchtigkeitsregulierend. Das sind zwei ganz entscheidende Vorteile bei einer Isolierverpackung.“ Möglich sind damit sogar Lebensmittelsendungen mit besonders langen Lieferzeiten: Bei entsprechender Dämmung erreicht die Frischebox eine Kühldauer von bis zu 65 Stunden. Ein weiterer Pluspunkt laut Eschenlohr: „Stroh ist stoßdämpfend und bietet empfindlichen Produkten wie Obst oder Weinflaschen den nötigen Schutz vor Erschütterung.“

Effizientes Kühlsystem und einfache Entsorgung

Viel Wert auf Natürlichkeit wird auch bei der Kühlung der Lebensmittellieferungen gelegt: „Unsere Kühlelemente werden mit reinem Wasser befüllt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Gelkissen und Kühlakkus verzichten wir komplett auf chemische Zusatzstoffe“, stellt die Gründerin klar. Davon profitiere auch der E-Food-Konsument: „Der Endverbraucher kann die Kühlelemente einfach im Ausguss entleeren und hat damit kaum Müll – genau wie bei unserer Landbox. Das Stroh kann als Abfall in der Biotonne entsorgt oder weiterverwendet werden, beispielsweise im Garten oder für die Haustiere“, so Eschenlohr. Auch biologisch wird die Landbox damit eine runde Sache.

Kooperationspartner für sämtliche E-Food-Konzepte

Angesichts der Vorteile für Händler und Verbraucher schätzt Eschenlohr die Landbox als interessante Lösung für den digitalen Lebensmittelhandel ein: „Wir sehen uns als Kooperationspartner für sämtliche E-Food-Konzepte. Die Landbox richtet sich beispielsweise an Spezialitäten-Händler, Versender von Abopaketen, Online-Metzgereien sowie Online-Supermärkte“, sagt sie und ergänzt: „Anders als gängige Kunststoffverpackungen ist die Landbox ein echter Hingucker und gibt hochwertigen Lebensmitteln die richtige Hülle.“ Gleichzeitig seien auch schon andere Branchen auf ihr Unternehmen aufmerksam geworden: „Auch von Tierfutter-Versendern und aus dem Pharma- und Industriebereich bekommen wir regelmäßig Anfragen.“

Erfahrungsreicher Gründungsweg

Ihre eigenen Erwartungen sieht Eschenlohr durch die erste Resonanz bestätigt: „Unser Produkt ist selbsterklärend und eigentlich eine überfällige Idee“, merkt sie an und erzählt, wie es dazu kam: „Ursprünglich wollten wir eine Vermarktungsplattform für regionale Landwirtschaftsprodukte entwickeln. Jedoch fehlte es an der richtigen Verpackung für die Waren. Einen radikal neuen Weg mit dem Rohstoff Stroh sind wir jedoch erst später gegangen. Angefangen haben wir mit anderen Bio-Rohstoffen. Diese Projekte haben wir dann aber auf Eis gelegt, als wir feststellen mussten, dass wir nicht wettbewerbsfähig produzieren können.“

Orientierung für die nächsten Business-Schritte

Angetrieben von diesen Erfahrungen unternimmt Eschenlohr derzeit die letzten Schritte für die finale Vermarktung der Landbox. Unterstützung erfährt sie dabei als Teilnehmerin im HVB Mentoring-Programm für Gründerinnen. Für sechs Monate bildet sie mit der Unternehmensberaterin Alexandra Schöneck ein Tandem und erhält dadurch wertvolle Tipps für die Umsetzung ihrer Geschäftsidee. Für Eschenlohr eine vielversprechende Gelegenheit: „Das Feedback von außen und die Einschätzung einer erfahrenen Unternehmerin sind mir sehr wichtig und schaffen Orientierung.“

 

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