Lächelndes junges Paar mit Laptops auf Couch
24.07.2017
Tipp

Energieanbieter wechseln

Energieanbieter: 7 Gründe, warum sich wechseln lohnt


Es ist das übliche Spiel: Jeden Monat werden von unserem Konto die Vorauszahlungen für Strom und Gas abgebucht. Trotzdem sinkt bei vielen von uns die Laune rapide, wenn die Jahresabrechnungen ins Haus flattern, denn allzu oft beinhalten diese saftige Nachforderungen unseres Versorgers. Doch noch immer wechseln die wenigsten Verbraucher zu einem günstigen Energieversorger. Dabei geht das ohne großen Aufwand. 7 Gründe, die für einen Wechsel Ihres Strom- und Gasversorgers im Sommer sprechen.

Die Strompreise in Deutschland klettern immer weiter. Laut Erhebungen der Bundesnetzagentur werden sie bis zum Jahresende um durchschnittlich 3,5 Prozent ansteigen. Dagegen ist der Gaspreis erst Anfang dieses Jahres im Durchschnitt um 7 Prozent nach unten gegangen. Um auf solche Schwankungen reagieren zu können, müssen die Endkunden erst einmal wissen, was sie überhaupt für Gas und Strom bezahlen. Doch das ist das Problem: Viele Menschen wissen nicht, wie viel ihr Tarif kostet. Das hat eine Studie des Beratungsunternehmens Pricewatherhouse Coopers (PwC) ergeben. Demnach weiß jeder sechste Befragte nicht, wie hoch seine Stromrechnung ist. Bei den unter 30-Jährigen kann jeder Dritte keine Angaben über seine Energiekosten machen.

Deutsche sind wechselwillig

Laut der PwC-Erhebung ist für jeden zweiten Deutschen der Wechsel des Energieanbieters ein Thema: Genau 54 Prozent der Bundesbürger denken darüber in den kommenden zwölf Monaten nach. Wer sich bereits in der Vergangenheit für einen neuen Versorger entschieden hat, ist dafür aufgeschlossener. Vor allem jüngere Menschen sind offen für einen neuen Stromversorger. So haben mehr als 70 Prozent der Bundesbürger im Alter von 18 bis 29 Jahren in den vergangenen drei Jahren den Anbieter gewechselt. Über alle Altersgruppen hinweg hat das dagegen in diesem Zeitraum nur jeder zweite Bundesbürger gemacht.

Wichtigster Wechselgrund? Ein günstiger Preis

Als wichtigsten Grund für einen Anbieterwechsel geben 90 Prozent der Deutschen den Preis an. Dagegen ist nur für 17 Prozent der Befragten Ökostrom der entscheidende Grund. Bei jüngeren Menschen liegt der Anteil hier mit 28 Prozent allerdings deutlich höher. Insgesamt sind 40 Prozent der Deutschen mit ihren Strompreisen unzufrieden, wie die PwC-Befragung zeigt. 75 Prozent der Deutschen haben sich im vergangenen Jahr über Stromanbieter und ihre Preise informiert. Doch wie berechnet sich eigentlich der Preis für die Kilowattstunde Strom und den Kubikmeter Gas?

So setzt sich der Strompreis zusammen

Der Strompreis wird nicht allein vom Versorger festgelegt, sondern richtet sich nach einer Vielzahl von Faktoren.

Auf Ihrer Rechnung wird der Strompreis als eine Kombination aus pauschaler Grundgebühr und Arbeitspreis ausgewiesen. Die pauschale Grundgebühr (oder Grundpreis) wird erhoben, um feste Kosten zu decken, etwa für den Anschluss oder den Stromzähler. Dieser Bestandteil des Preises bleibt unabhängig vom Verbrauch immer gleich. Daneben gibt es noch die vom tatsächlichen Verbrauch abhängigen Kosten, die sich aus dem Preis pro Kilowattstunde (kWh) ergeben. Sie werden als Arbeits- bzw. Verbrauchspreis bezeichnet.

So setzt sich der Gaspreis zusammen

Der Gaspreis, den Sie als Endverbraucher für eine kWh Erdgas zahlen müssen, setzt sich ebenfalls aus verschiedenen Faktoren zusammen.

Der Anteil staatlich veranlasster Preisbestandteile ist bei Gas zwar nicht ganz so hoch wie bei Strom, macht aber noch immer knapp die Hälfte des Gesamtpreises aus. Der Anteil, der auf die Erzeugung und den Vertrieb des Gases fällt, wird als Wettbewerbsanteil bezeichnet und kann durch einen Wechsel des Anbieters reduziert werden.

7 Gründe, warum Sie Ihren Energieanbieter wechseln sollten

  1. Ein Anbieterwechsel spart bares Geld: Ganz klar, der wohl wichtigste Grund für einen Wechsel ist der finanzielle Vorteil. Je nach Verbrauch und Wohnort können da mehrere Hundert Euro zusammenkommen.
  2. Mit einem Wechsel durchbrechen Sie die Preisspirale, denn das Thema Strompreise ist unsexy. Deshalb beschäftigen sich die meisten Endverbraucher nicht gerne damit. Das wissen die Stromkonzerne. So werden Preiserhöhungen immer wieder durchgesetzt. Mit einem Anbieterwechsel können Sie sich dem entziehen.
  3. Lokale Grundversorger sind oft die teuersten: Wenn Sie noch nie den Stromanbieter gewechselt haben, werden Sie Ihren Strom vermutlich noch von Ihrem Grundversorger beziehen. Häufig sind das die örtlichen Stadtwerke.
  4. Ein Anbieterwechsel ist risikolos: Die Versorgungssicherheit ist gesetzlich garantiert. Die Stromlieferung wird im Falle von Problemen beim neuen Stromanbieter automatisch wieder vom Grundversorger übernommen!
  5. Ein Anbieterwechsel ist kostenlos und auch Tarifrechner auf den gängigen Vergleichsportalen können Sie kostenfrei nutzen. Auch der spätere Wechsel zu einem weiteren Anbieter ist kostenlos. Das einzige, was Sie „investieren“ müssen, sind ein paar Minuten Ihrer Zeit.
  6. Sie benötigen in den meisten Fällen keine Erlaubnis vom Vermieter: Als Mieter können jederzeit zu einem anderen Stromanbieter wechseln, da Sie die Stromkosten direkt an den jeweiligen Energieversorger zahlen. Allerdings: In manchen Fällen ist tatsächlich das Einverständnis des Vermieters nötig. Das betrifft vor allem Hausgemeinschaften bzw. Mietverträge, bei denen die Stromkosten zentral vom Vermieter geregelt werden. Das bedeutet: Sind Strom- und Gaskosten Teil der Miete bzw. der Nebenkosten, so kann der Wechsel nur in Absprache bzw. mit dem Einverständnis des Vermieters stattfinden. Und übrigens:
  7. Es sind keine Umbauten am Stromzähler nötig: Für einen Stromanbieterwechsel sind keine technischen Arbeiten am Stromzähler notwendig. Sie benötigten weder einen neuen Zähler, noch sind irgendwelche Umbaumaßnahmen daran erforderlich.

In aller Kürze: Der Vertragswechsel

Grundsätzlich ist der Vertragswechsel via Internet unkompliziert. Neben Links zu den Internetseiten der Versorger bieten die bekannten Vergleichsportale die Möglichkeit, die Wechselformulare online auszufüllen oder sich die Vertragsunterlagen direkt herunterzuladen. Wichtig: In den Unterlagen sollte vermerkt sein, dass die Wechselboni zeitnah ausgezahlt werden und der Wechsel zum neuen Anbieter zügig geschieht. Ihren Übergang regeln die Anbieter anschließend unter sich. Darüber hinaus gibt es auch Faktoren, die nichts mit Geld zu tun haben – und die Sie dennoch berücksichtigen müssen, Stichwort Vertragsdauer. Hier sollten Sie aufmerksam sein, denn: Was nützt Ihnen ein billiger Zwei-Jahres-Vertrag, wenn die Strompreise plötzlich wieder fallen? Wenn Sie dann noch eine lange Kündigungsfrist wählen, zahlen Sie am Ende drauf. Fazit: Um in Zeiten steigender Strom- und Gaspreise wirklich dauerhaft Geld zu sparen, empfiehlt es sich, am besten jedes Jahr den Anbieter zu wechseln.

Diese Faktoren haben Einfluss auf Ihren Strom- und Gasverbrauch

Nicht nur ein Anbieterwechsel kann bares Geld sparen. Alte Kühlschranke und Waschmaschinen sind wahre Stromfresser. Auch wenn die Geräte noch gut in Schuss sind – mit einer Neuanschaffung können Sie langfristig viel Geld sparen, vor allem dann, wenn Sie sich beim Kauf für eine hohe Energieeffizienzklasse entscheiden. Auch beim Gasverbrauch sollten Sie ein paar grundlegende Dinge beachten. In der Regel verbrauchen Sie in den Wintermonaten mehr Gas als im restlichen Jahr. Das liegt einfach an dem Mehrbedarf durch das kuschelig warme Beheizen Ihrer Räume und einer oftmals höheren Wassertemperatur beim Duschen und Baden. Die größten Einsparpotenziale liegen folglich in den Monaten November bis Februar.

6 Tricks, mit denen Sie Strom und Gas sparen

Die Beleuchtung macht bis 12 Prozent der Stromrechnung aus. Steigen Sie deshalb von alten Glühbirnen um auf LED-Lampen.
Energieersparnis: rund 80 Prozent!

Acht bis zehn Prozent der Stromrechnung machen Spülmaschinen aus. Achten Sie deshalb beim Neukauf auf ein Gerät der Effizienzklasse A.
Energieersparnis (ggü. Altgerät): rund 50 Prozent!

23 bis 37 Prozent der Stromrechnung machen Gefrier- und Kühlschränke aus. Nehmen Sie beim Neukauf ein Gerät der Klasse A+++ oder A++.
Energieersparnis (ggü. Altgerät): rund 70 Prozent!

Waschen Sie öfter bei 40 Grad, das benötigt halb so viel Strom wie bei 60 Grad. Ansonsten gilt: Kaufen Sie eine Waschmaschine der Effizienzklasse A+++.
 Energieersparnis (ggü. Altgerät): rund 20 Prozent

Legen Sie beim Kochen immer den Deckel auf den Topf.
Energieersparnis: rund 40 Prozent

!

Stellen Sie kurz vor Ende des Bratens den Herd ab, die Restwärme reicht.
Energieersparnis: rund 15 Prozent!

Lassen Sie ihre Gasheizung regelmäßig von einem Fachmann überprüfen. 
Eine falsch eingestellte Gasheizung führt zu 5 bis 10 Prozent höheren Gaskosten.

Verwenden Sie programmierbare Thermostate. 

Durch die eingebaute Elektronik wird auf die Minute geregelt, zu welcher Tageszeit die Temperatur steigen und wieder herunterfahren soll.

Achten Sie auf die richtige Raumtemperatur. Während im Wohnzimmer zwischen 19 bis 21 Grad empfohlen werden, reichen im Schlafzimmer 17 Grad aus.
Jedes Grad weniger spart ca. 6 Prozent an Gaskosten ein.

Benutzen Sie deshalb Thermostat-Ventile, um die Temperatur automatisch und gradgenau einzustellen.

Übrigens ...

Laut der PwC-Studie ist das Internet für 57 Prozent der Befragten die wichtigste Informationsquelle zum Thema Energieversorgerwechsel. Damit schließt sich der Kreis. Sie lesen diesen Blogartikel online und erhalten von uns alles Wichtige zum Wechseln Ihres Energieanbieters.

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