Energieeffizienz in Unternehmen
07.10.2016

Energieeffizienz

Staatliche Zuschüsse: Energieeffizienz in Unternehmen auf dem Prüfstand

Sie sind ein enormer Hebel für die Energieeffizienz von Unternehmen, leiden aber unter ihrem geringen Bekanntheitsgrad: Förderkredite aus Energie- und Umweltprogrammen wie beispielsweise von der KfW. In einer aktuellen Untersuchung der HypoVereinsbank gaben 64 Prozent der befragten Unternehmer an, entsprechende Programme nicht zu kennen. Damit bleiben zinsgünstige oder sogar staatlich bezuschusste Kredite ungenutzt.

Steigende Energiepreise erzeugen nach wie vor hohen Kostendruck in vielen Unternehmen, während Einsparpotenziale weder erkannt noch genutzt werden. Investitionen in gezielte Effizienzmaßnahmen, etwa in Betriebsgebäuden oder Produktionsprozessen, rentieren sich oft zeitnah. Insbesondere, wenn auch noch staatliche Tilgungszuschüsse genutzt werden.

Abwärme nicht verpuffen lassen

Insbesondere die Vermeidung und Nutzung der Abwärmeenergie kann Unternehmen in Sachen Energieeffizienz nach vorne bringen. Eine Analyse der Produktionsprozesse im Unternehmen ist der erste Schritt, um Abwärmequellen im Unternehmen zu identifizieren. Abwärme lässt sich in der Regel zu einem sehr hohen Prozentsatz als betriebliche Energiequelle ausschöpfen. Dementsprechend schnell amortisieren sich die Investitionen. „Eine qualifizierte Energieberatung kann dabei helfen, energetische Schwachstellen aufzudecken und konkrete Maßnahmen für einen verbesserten Energieeinsatz zu entwickeln“, erklärt Jürgen Drinhaus, Leiter der Förderberatung bei der HypoVereinsbank in München. Diese Energieberatungen werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Alternativ können Aufwendungen für die Erstellung eines Abwärmekonzepts einschließlich der Umsetzungsbegleitung und des Controllings durch externe Sachverständige auch in einem KfW-Förderprogramm mit eingeschlossen werden.

Eine umfassende Wärmedämmung oder eine energieeffiziente Optimierung der Prozesse und Verfahren gelten als typische Maßnahmen zur Minimierung der Abwärmemengen. Für unvermeidbar anfallende Abwärme besteht zudem die Option der direkten Nutzung in Form der Wärmerückgewinnung. Die Abwärme wird in diesem Fall im selben Prozess beziehungsweise in derselben Anlage wieder integriert.

Viele Unternehmen führen die Abwärme auch anderen Prozessen zu oder heizen damit Lagerhallen und Produktionsstätten. Auch die Transformation ungenutzter Abwärme in Strom oder Kälte ist denkbar. Für die Verstromung der Abwärme werden oftmals so genannte ORC-Anlagen (Organic-Rankine-Cycle-Anlagen) eingesetzt. Die Umwandlung von Abwärme in Kälte, beispielsweise zur Raumklimatisierung, erfolgt über Kältemaschinen.

Bei entsprechender Leitungsinfrastruktur können Gewerbe- oder Industriebetriebe die Energie über Lieferverträge auch an externe Verbraucher, wie beispielsweise benachbarte Unternehmen, oder zur Beheizung von Immobilien verkaufen.

Abwärme richig nutzen

„Alles aus einer Hand!“

Trotz staatlicher Programme mit Tilgungszuschüssen von bis zu 50 Prozent sind die Chancen, die Energieeffizienz-Projekte bergen, vielen Unternehmern nicht bewusst. „Insbesondere bei einigen Mittelständlern besteht immer noch Optimierungspotenzial. Viele scheuen vor allem die Investitionskosten, die eine energieeffiziente Umrüstung mit sich bringt“, ist Drinhaus‘ Einschätzung. Dabei sind die Prozessschritte der Planung und Realisierung einfach und die Einsparmöglichkeiten enorm: Die Beantragung eines KfW-Förderkredits erfolgt grundsätzlich nach dem Hausbankprinzip. Das bedeutet, dass die Hausbank zwischen dem Unternehmer und der KfW vermittelt und auch das Darlehen ausbezahlt.

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Durch die Kooperation mit Energieexperten der B.A.U.M. Group können die Förderberater der HypoVereinsbank Energie- und Finanzberatung aus einer Hand anbieten. Um das gesamte Potenzial auszuschöpfen und keinen Förderanspruch zu verlieren, rät Drinhaus Unternehmern, ihr Vorhaben möglichst frühzeitig mit den Fördermittelexperten abzuklären. „Auch Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sind im Rahmen von Förderkrediten förderfähig.“ so der Fördermittelspezialist. „Jeder Unternehmer sollte deshalb sein Unternehmen im Hinblick auf Energieeffizienz durchleuchten und sich gerne über die Fördermöglichkeiten des jeweiligen Vorhabens individuell und unverbindlich von uns beraten lassen.“

Energieeffizient bauen und von Fördermitteln profitieren

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