05.11.2013

Foreign Account Tax Compliance Act

Fakten über FATCA

Dass die USA mit einem hohen Haushaltsdefizit zu kämpfen haben, ist kein Geheimnis. Um die leeren Kassen wieder zu füllen, überprüft der Staat alle möglichen Einnahmequellen – eine davon wurde bislang noch nicht voll ausgeschöpft: US-Personen, die im Ausland leben, müssen eigentlich Steuern an die USA zahlen. Das tun bislang aber nur wenige. Um das zu ändern, haben die Amerikaner das neue FATCA-Gesetz erlassen.

Durch den Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) sollen US-Personen, die im Ausland leben, verstärkt zur Kasse gebeten werden. “Ausländische Banken sollen deshalb identifizieren, welche ihrer Kunden US-Personen sind. Das gilt für Privatkunden, Firmenkunden und bestimmte US-Firmenanteilseigner mit einer Beteiligung von über 25 Prozent”, erklärt Isabel Gänger, Projektleiterin FATCA bei der HypoVereinsbank.

Vom BZSt zum IRS

Das Ganze läuft zusammengefasst so: Die deutschen Banken melden die entsprechenden Kundendaten an das Bundeszentralamt für Steuern. Dort werden alle Daten gesammelt und weitergegeben an den IRS, die amerikanische Steuerbehörde.

Für die Finanzinstitute bedeutet das einen enormen Mehraufwand. Schließlich müssen sie umfangreiche Daten liefern und die dafür notwendigen Anpassungen der relevanten IT-Systeme vornehmen – warum eigentlich? Was gehen uns die Steuergesetze der USA an? In diesem Fall eine ganze Menge: “Jede Bank, die nicht kooperiert, muss automatisch 30 Prozent Strafabzug auf bestimmte Erträge aus den USA zahlen – das betrifft dann nicht nur die Bank, sondern auch die Kunden“, erläutert Isabel Gänger. Eine regelmäßige Überweisung der Großtante aus Kalifornien, die Rendite der Apple-Aktie oder Zinsen aus US-Staatsanleihen: überall bekäme man nur 70 Prozent raus.

HVB wird FATCA-compliant

Die HypoVereinsbank erspart sich und ihren Kunden diese Abzüge und stimmt FATCA zu. So erhalten wir 100 Prozent aus US-Erträgen und die USA haben die Möglichkeit, die Steuern  der US-Personen im Ausland einzunehmen. Ist ein Finanzinstitut Teil einer Unternehmensgruppe, so müssen auch alle anderen zugehörigen Gesellschaften die Regeln nach FATCA befolgen. Die HypoVereinsbank als Mitglied der UniCredit Group muss deshalb ein gruppenweit abgestimmtes Vorgehen für den gesamten Prozess entwickeln. “Dazu zählt nicht nur die Identifizierung von Kunden, sondern auch die Dokumentation und das Reporting der Daten”, macht Isabel Gänger deutlich. “Das erfordert eine langfristige Projektplanung.”

Wie macht sich das nun für unsere Kunden bemerkbar? “FATCA bedeutet für unsere Kunden, dass sie der Bank gegebenenfalls zusätzliche Informationen und Dokumente zur Verfügung stellen müssen, um einen möglichen US-Status zu bestätigen oder zu widerlegen”, erklärt Isabel Gänger.

Neues Gesetz in bewegten Bildern

Die Umsetzung von FATCA erfolgt in mehreren Schritten und beginnt ab dem 1. Juli 2014. Sehr anschaulich wird das Thema auch in unserem Video erklärt:

  1. Lisa Severin
    9. Februar 2016, 13:28

    Hallo Frau Hauswirth,
    die Erfassung bezieht sich auf den Zeitraum nach dem Start.
    Viele Grüße,
    Lisa Severin

  2. Anette Hauswirth
    31. Januar 2016, 4:45

    Wie ich verstehe beginnt dieser Prozess in 2014. Werden dabei Daten von den Jahren zuvor übermittelt? Und wenn ja wie weit zurück werden die Daten reportet?

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