07.02.2013

Sachwertinvestitionen

Meine Brücke, mein Windrad, mein Flugzeug

Ungeduldig warte ich auf das Boarding. Ein paar Schritte entfernt stehen zwei Kinder, die mir trotz der frühen Morgenstunde unwillkürlich ein Lächeln abgewinnen: Mit weit aufgerissenen Augen drücken sie ihre kleinen Nasen buchstäblich an der großen Fensterscheibe platt. Völlig unbeeindruckt von den gelangweilten Erwachsenen beobachten sie fasziniert jede einzelne Bewegung unten auf dem Rollfeld.

“Dieser Flughafen hat echt viele Flugzeuge!”, stellt eines der Kinder fest. Das andere schüttelt nachsichtig lächelnd den Kopf: “Die Flugzeuge gehören ja wohl den Piloten – weiß doch jeder!” Schön, denke ich mir, dass die Welt für Kinder so einfach ist.

Aber mal im Ernst: Wem gehört eigentlich so ein Flugzeug? Nehmen wir zum Beispiel einen Airbus A 380. Gerade neulich habe ich gelesen, dass das derzeit größte Passagierflugzeug der Welt bis zu 853 Personen hoch über den Wolken transportieren kann. Wie finanziert sich so ein Riesenvogel? Ich möchte es genauer wissen und statte bei nächster Gelegenheit meiner Kollegin, der Sachwert-Expertin Christine Stindt, einen Besuch ab.

Nachgefragt bei der Expertin

In ihrem Büro fällt mir natürlich sofort das A 380-Modell ins Auge. Aha! Hier bin ich also richtig. “Wie finanziert sich eigentlich ein Flugzeug?”, steige ich direkt ein. “Da gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten”, antwortet Christine Stindt. “Ich befasse mich dabei vor allem mit Beteiligungsmodellen beziehungsweise Portfoliolösungen. Hier schließen sich mehrere Anleger zusammen, um gemeinsam in einen Sachwert zu investieren. Das können Immobilien, aber auch Investments in Infrastruktur oder erneuerbare Energien sein – oder eben Beteiligungen im Luftverkehr.” Ich hake nach: “Portfoliolösungen ermöglichen also Sachwertinvestitionen auch für den kleinen Geldbeutel?” “Ja genau, außerdem kann sich der Anleger dabei auf das Know-how von Experten verlassen und hat selber nur wenig Verwaltungsaufwand.”

Beteiligungen sachgerecht erläutert

Das Prinzip einer Portfoliolösung habe ich verstanden – aber wie genau funktioniert so eine Beteiligung? Meine Kollegin zeigt auf das kleine Modell, das mir zuvor schon aufgefallen ist. “Ein aktuelles Beispiel ist die Finanzierung eines A 380. Dabei bilden Anleger eine Fondsgesellschaft, erwerben gemeinsam eines dieser Flugzeuge und verleasen es langfristig an eine Fluggesellschaft. Wer sich am A 380 beteiligt, erzielt also Einkünfte aus der Vermietung des Flugzeugs.” Endlich erklärt das mal jemand verständlich, denke ich. “Wenn der Leasingvertrag ausläuft, soll das Fremdkapital prognosemäßig komplett getilgt sein. Anschließend soll das Flugzeug verkauft und der Erlös daraus als Schlusszahlung an die Anleger ausgeschüttet werden.”

Zur Sache: Wie sicher ist mein Geld?

Daraus ergibt sich für mich eine weitere wichtige Frage, nämlich die nach der Sicherheit dieser Anlageform. “Die Risiken einer solchen langfristigen unternehmerischen Beteiligung liegen auf der Hand: Trotz aller positiver Prognosen kann niemand eine verbindliche Aussage über die zukünftige Wertentwicklung treffen,” erläutert meine Gesprächspartnerin. “Die Ausschüttungen können deshalb stark abweichen, auch Verluste sind möglich. Der worst case ist ein wirtschaftlicher Totalverlust der Kapitaleinlage. Dieser Fall tritt ein, wenn das Flugzeug statt über den Wolken zu schweben am Boden steht, weil es keinen Leasingnehmer findet oder beispielsweise aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht fliegen kann. Aber: Sachwertinvestments bieten auch Vorteile, gerade in Zeiten unruhiger Kapitalmärkte. Immerhin sind sie an reale Werte gekoppelt, können vor Inflation schützen und bringen die Chance auf gute Erträge mit sich.” Schmunzelnd streckt sie die Hand nach dem Modell aus und hebt es hoch: “Nicht zu vergessen der emotionale Wert eines so greifbaren Investitionsobjekts!”

Dank Christine Stindt weiß ich nun Bescheid. Beim nächsten Aufenthalt in der Wartehalle setze ich mich nicht auf einen der unbequemen Plastikstühle, sondern bleibe vor der großen Fensterscheibe stehen und blicke hinunter auf das Rollfeld – Flugzeuge sind schon faszinierend. Was es wohl für ein Gefühl wäre, einen A 380 mein Eigen nennen zu können…?

Mehr zum Thema Sachwerte erfahren Sie hier oder direkt im Video:

  1. Kapitän
    24. Juli 2017, 13:25

    Ein Wirklich Schöner Artikel.Vielen Dank Dafür.
    Lg
    http://flug-verfolgung.de/

  2. pilot
    18. März 2017, 22:03

    toller Artikel.

    beste grüße
    https://www.flugzeug-radar.de/

  3. 21. Februar 2013, 15:38

    Dem kann ich mich anschließen, schön geschrieben.

    Besonders auf die Fortsetzung mit dem A-380 bin ich gespannt. Ist ein faszinierender Jet!

  4. BlogKommentator
    7. Februar 2013, 21:16

    Schön geschrieben. Wo ist der like-Button ?

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