24.11.2014

Unternehmens-Förderung

Förderkredite: Weiterentwickeln bedeutet investieren

Deutsche Unternehmer können derzeit zwischen rund 1.700 Förderprogrammen wählen. Trotzdem wird ein Großteil aller gewerblichen Investitionen mit Eigenkapital finanziert. Denn: Viele Gewerbetreibende verlieren im “Förderdschungel” den Überblick und lassen wichtige Optionen außer Acht. Um die individuellen Möglichkeiten optimal auszuschöpfen, sollten Unternehmer frühzeitig einen Experten mit an Bord holen.

Eine neue Produktionshalle bauen, Personal aufstocken oder in energieeffiziente Technik investieren: Wer ein Unternehmen auf- oder ausbauen möchte, braucht Geld. Nicht immer reichen die Eigenmittel aus, um das geplante Vorhaben zu realisieren. Für Gewerbetreibende führt daher oft kein Weg daran vorbei, ihre Investitionen mithilfe eines Kredits zu finanzieren. Klassische Bankdarlehen jedoch sind oft teuer und belasten durch hohe Tilgungsraten die Liquidität. Außerdem setzen Hausbanken in der Regel die Stellung von Sicherheiten zur Deckung des Kreditrisikos voraus.

Alternative zum klassischen Bankdarlehen

In Deutschland gibt es eine umfangreiche Palette an Förderangeboten, um gewerbliche Investitionen zu unterstützen. Je nach Zweck, Kapitalbedarf und Standort stehen dafür verschiedene Finanzierungstöpfe und -programme von Bund, Ländern und der Europäischen Union zur Verfügung. “Förderkredite bieten viele Vorteile gegenüber einem herkömmlichen Bankdarlehen”, betont Jürgen Drinhaus, Leiter der Förderberatung bei der HypoVereinsbank in München. “Durch günstige Konditionen wie niedrige Zinsen, Tilgungsfreiheit in der Anlaufzeit und Zinsbindungsfristen von bis zu 20 Jahren, können Unternehmer ihre Investitionskosten meist schneller amortisieren”, so der Experte. Außerdem können öffentliche Ausfall-Bürgschaften und Haftungsfreistellungen die Risikostruktur einer Finanzierung verbessern und dadurch die Kreditvergabebereitschaft der Bank positiv beeinflussen. “Dadurch bekommen vor allem junge und kleine Firmen Unterstützung, deren Finanzierung für die Hausbank sonst zu risikoreich wäre”, so Drinhaus.

Fördermöglichkeiten und Voraussetzungen

Vergeben werden die öffentlichen Gelder von regionalen Förderinstituten der Länder sowie auf Bundesebene von der KfW Bankengruppe und der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Hinzu kommen spezifische Einrichtungen wie etwa mittelständische Beteiligungsgesellschaften. Einen ersten Überblick über aktuelle Förderprogramme und Finanzhilfen von Bund, Ländern und EU bietet die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. “Mit Förderprogrammen verfolgt der Staat letztlich das Ziel, die deutsche Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Deshalb haben Unternehmer, die in Umweltprojekte, Forschung, Entwicklung und Wachstum ihrer Betriebe investieren, gute Chancen, eine Förderung zu bekommen”, weiß Drinhaus. Das Spektrum der KfW zum Beispiel reicht von Unternehmer- und Gründerkrediten über die Förderung gewerblicher Immobilienanschaffungen bis hin zu Investitionen in energiesparende Maschinen, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Sogar Vorhaben im Ausland können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden.

Wie kommt man an die günstigen Gelder?

Die Beantragung eines Förderkredits erfolgt über das sogenannte Hausbankverfahren. Das bedeutet, dass die Bank als “Vermittler” zwischen Antragsteller und Förderinstitut fungiert und bei einer Zusage auch das Darlehen ausbezahlt. “Bei uns im Haus bildet die Förderberatung durch ein erfahrenes Spezialisten-Team einen festen Bestandteil in der Kreditfinanzierung. Wenn ein Unternehmer also zum Beispiel plant, neue Maschinen zu kaufen, muss er zunächst Kontakt mit seiner Hausbank aufnehmen und dort sein Vorhaben schildern”, erklärt Drinhaus: “In einem zweiten Schritt prüft die Bank dann, ob sie den Förderkredit begleiten kann, und legt dem Kunden einen Finanzierungsvorschlag vor. Wird der Antrag bewilligt, kommt es zwischen Kreditnehmer, Bank und Förderinstitut zum Vertragsabschluss.” Obwohl die Antragsabwicklung mit den Förderbanken meist nur wenige Tage braucht, rät der Experte, Investitionsvorhaben möglichst frühzeitig mit der Bank zu besprechen: “Sind feste Aufträge vergeben oder Bestellungen erfolgt, erste Rechnungen bereits bezahlt oder Maschinen schon in Betrieb, geht der Förderanspruch in aller Regel verloren.”

Erfahren Sie in unserem Video, warum sich Unternehmer Andreas Jost zur Finanzierung einer neuen Digitaldruckmaschine für das KfW Umweltförderprogramm entschieden hat:

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