Fondsbesteuerung-2018
19.04.2017
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Fondsbesteuerung-2018

Neue Fondsbesteuerung 2018: Das sollten Sie wissen

Steuern sind eines der Lieblingsthemen der Deutschen, Ihres auch? Schön, dann haben wir eine gute Nachricht für Sie: Mit der Reform des Investmentsteuergesetzes vereinfacht sich ab dem 1. Januar 2018 die Besteuerung von Publikums-Investmentfonds. Insbesondere für Anleger in thesaurierende Fonds heißt das: Sie müssen für Ihre Steuererklärung nicht mehr sämtliche Infos zum Fonds selbst besorgen und über viele Jahre aufbewahren. Künftig berechnet Ihre depotführende Bank eine Vorabpauschale und führt darauf Steuern ab. Ein Nachteil ist der Wegfall der Anrechnung vom Fonds gezahlter Quellensteuern, der insbesondere ETF-Anleger trifft. Im Gegenzug gibt es auch Entlastungen für Fondsanleger, Stichwort: Teilfreistellung.

Ab dem 1. Januar 2018 werden Fonds in Deutschland neu besteuert. Mit der Novelle des Investmentsteuergesetzes soll vieles einfacher werden. So sind für Privatanleger bei der Besteuerung ihres Fonds künftig nur noch vier Dinge relevant: Die Höhe der Ausschüttung, der Wert des Fondsanteils am Jahresanfang und am Jahresende sowie die Art des Fonds – also ob es sich um einen Aktienfonds, Immobilienfonds, Mischfonds oder Rentenfonds handelt. Das heißt:

  • Der steuerliche Umgang mit Fonds, wie zum Beispiel ETFs, die Dividendenwiederanlegen, soll dadurch einfacher werden.
  • Wer vor 2009 Fonds gekauft und seitdem in seinem Depot hält, muss ab 2018 mit einer Steuer rechnen. Der sogenannte Bestandsschutz fällt weg. Allerdings gilt für Privatanleger ein Freibetrag von 100.000 Euro, bis zu dem Gewinne steuerfrei bleiben.
  • Bei Riester-oder Rürupverträgen ändert sich bei der Besteuerung nichts. Sie können also weiterhin von der Steuerbefreiung auf Dividenden während der Ansparphase profitieren.

Doch welche Änderungen bewirkt die neue Besteuerung von Fonds und Anlegern nun konkret? Wir geben Ihnen die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie ändert sich die Besteuerung meines Fonds ab 2018?

Bislang vereinnahmen deutsche Fonds ihre Erträge komplett steuerfrei. Das heißt, Fondsmanager können – im Gegensatz zu Privatanlegern – innerhalb eines entsprechenden Fonds umschichten, ohne dabei Rücksicht auf die Steuer zu nehmen. Mit der geplanten Neuregelung werden bei Ihrem Publikumsfonds bereits auf Fondsebene Steuern in Höhe von 15 Prozent auf deutsche Dividenden und Mieterträge sowie Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien abgezogen (bei letzteren beiden zuzüglich 5,5 Prozent Solizuschlag).

Erhalte ich dadurch weniger Erträge?

Es kommt darauf an. Zwar können die Fonds ob der neuen Steuerbelastung weniger ausschütten oder thesaurieren. Dafür gibt es im Gegenzug aber eine teilweise Steuerfreistellung der Ausschüttungen aus den Fonds, der neuen Vorabpauschale und der Verkaufsgewinne (Teilfreistellung). Je nach Art des Fonds und dessen steuerlicher Vorbelastung können Anleger durch die Reform steuerlich besser gestellt sein als zuvor. Im ungünstigen Fall kann es auch zur Schlechterstellung kommen. Das kann beispielsweise bei reinen deutschen Aktienfonds der Fall sein. Dies lässt sich aber nicht verallgemeinern.

Wie hoch werden die Freistellungen 2018 ausfallen?

Bei Aktienfonds werden für Privatanleger 30 Prozent der Ausschüttung steuerfrei gestellt, bei betrieblichen Anlegern und Körperschaften wegen abweichender steuerlicher Regelungen sogar deutlich mehr. Die Teilfreistellung gilt auch für Veräußerungsgewinne. Bei Immobilienfonds bleiben 60 Prozent der Ausschüttung steuerfrei, wenn diese mehr als die Hälfte ihres Vermögens in inländische Immobilien investieren. Sogar 80 Prozent bleiben steuerfrei, wenn Immobilienfonds mehr als die Hälfte ihres Vermögens in ausländische Immobilien investieren. Bei Mischfonds mit einem Aktienanteil von mindestens 25 Prozent werden 15 Prozent der Erträge steuerfrei gestellt. Das gilt jedoch nicht für Mischfonds mit einem geringeren Aktienanteil.

Ein Beispiel: Sie haben einen inländischen Immobilienfonds im Depot. Ihr Fonds erzielt 100 Euro deutsche Mieterträge. Bisher müssen Sie bei voller Ausschüttung 100 Euro mit 25 Prozent Abgeltungsteuer versteuern und erhalten 75 Euro (Soli-Zuschlag und Kirchensteuer aus Vereinfachungsgründen weggelassen). Künftig müssen Sie von 84,18 Euro (15 Prozent Körperschaftsteuer zzgl. Soli-Zuschlag beim Fonds) 33,67 Euro versteuern (60 Prozent sind steuerfrei). Unter Berücksichtigung von 25 Prozent Abgeltungsteuer erhalten Sie 75,76 Euro. Die neuen Regelungen wirken hier zu Ihrem Vorteil.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Höhe der Teilfreistellung aus Investmentfonds!

Was ist, wenn meine Kapitalerträge unterhalb des Sparer-Pauschbetrags liegen und ich gar keine Abgeltungsteuer zahlen muss?

Gehören Sie zu den Anlegern mit Kapitalerträgen unterhalb des Sparer-Pauschbetrags von 801 Euro bzw. 1.602 Euro, wären die Freistellungen für Sie irrelevant. Trotz steuerlicher Vorbelastung auf der Fondsebene würden Sie nicht von den Teilfreistellungen profitieren.

Betreffen mich die Steuerpläne auch dann, wenn ich Fondsanteile im Privatvermögen besitze, die ich vor dem Start der Abgeltungsteuer gekauft habe?

Ja. Als Besitzer solcher Fondsanteile durften Sie bislang Gewinne aus Verkäufen komplett steuerfrei einstreichen. Das wird es so nicht mehr geben: Der Bestandsschutz für diese Fondsanteile wird mit einem Verfallsdatum versehen. Das funktioniert so: Alle Fondsanteile gelten – unabhängig vom Kaufdatum – per 31. Dezember 2017 als fiktiv veräußert und am 1. Januar 2018 fiktiv als wieder angeschafft. Gewinne aus alten Fondsanteilen, die bis dahin tatsächlich realisiert werden oder als Buchgewinne aufgelaufen sind, bleiben komplett steuerfrei. Dagegen sollen Verkaufsgewinne aus Fondsanteilen, die Sie vor dem Jahr 2009 angeschafft haben und die aus Wertzuwächsen ab dem 1. Januar 2018 resultieren, künftig nur bis zu einem Wert von insgesamt 100.000 Euro pro Anleger steuerfrei bleiben. Verwahren Sie Ihre Fondsanteile bei einer inländischen Depotbank, wird die Abgeltungsteuer üblicherweise von der Bank an das Finanzamt abgeführt. Der Steuerabzug erfolgt von den steuerpflichtigen Kapitalerträgen und somit direkt an der Quelle. Mit diesem Steuerabzug ist die Einkommensteuer auf Kapitalerträge abgegolten, daher auch der Name: Abgeltungsteuer.

Was ändert sich bei ausländischen thesaurierenden Fonds?

Auch bei thesaurierenden Fonds, die im Ausland aufgelegt sind, wird die Steuer auf die neue Vorabpauschale mit Beginn des neuen Jahres von der Depotbank berechnet und direkt einbehalten. Bislang müssen Sie als Sparer Jahr für Jahr die wiederangelegten Erträge aus der Jahressteuerbescheinigung Ihrer Depotbank und die zugehörige „anrechenbare Quellensteuer“ in Ihre Steuererklärung übertragen. Künftig fallen diese Umstände weg.

Sich ausschüttende vs. thesaurierende Fonds: Der Unterschied

  1. Ausschüttende Fondsschütten ihre Erträge an die Inhaber der Fondsanteile aus. Viele Fondsgesellschaften machen das einmal im Jahr, manche aber auch quartals- oder monatsweise.
  2. Thesaurierende Fonds legen das erwirtschaftete Geld wieder an. Daraus resultiert, dass sich der Wert des Fonds um die zugeflossenen Erträge erhöht.

Zusammengefasst: Das ändert sich für Anleger im neuen Jahr!

Ab dem kommenden Jahr sind bei Aktienfonds für Privatanleger pauschal 30 Prozent aller Erträge steuerfrei (Teilfreistellung). Zu anderen Fonds siehe die Übersicht „Höhe der Teilfreistellung bei Erträgen aus Investmentfonds“. Die Teilfreistellung gilt für die Vorabpauschalen, Ausschüttungen sowie Verkaufsgewinne.

Hier finden Sie eine Übersicht über die veränderte Besteuerung von ETF-Anlegern ab 1. Januar 2018!

Wir unterstützen Sie bei Ihren Fondsinvestments!

Neben Nachteilen, wie der neu eingeführten Steuerpflicht für inländische Fonds und dem Verlust des Bestandsschutzes, bietet Ihnen das neue Recht in bestimmten Fällen auch Vorteile, etwa eine günstigere Besteuerung durch die Teilfreistellung. Lassen Sie Ihre Fondsanlagen entsprechend ausrichten, können Sie von der neuen Fondsbesteuerung profitieren. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin!

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