Fondsinvestment
13.08.2015
Serie

Fondsinvestment

Investmentfonds: Die Evolution des Sparens

Wer spart, möchte, dass sich sein Geld vermehrt. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld funktioniert das mit klassischen Anlage-Produkten wie Sparbuch oder Tagesgeldkonto allerdings nicht mehr. Wer sein sauer Erspartes in den kommenden Jahren nicht schrumpfen sehen will, sollte sich nach lukrativeren Optionen umsehen. Im ersten Teil unserer Serie erklären wir Ihnen, warum ein Fondsinvestment gerade für den langfristigen Vermögensaufbau eine gute Alternative sein kann.

Den Deutschen steckt der Sparfuchs buchstäblich im Blut. Trotz Renditeflaute auf Sparbuch, Tagesgeld & Co. tragen sie ihr Geld weiterhin brav zur Bank. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank schmoren derzeit rund 636,7 Milliarden Euro in Form von Spareinlagen und Sparbriefen auf ihren Konten vor sich hin. Allerdings dürften die mickrigen Zinsen, die oft sogar unter der Inflationsrate liegen, nur wenig Anlass zu Freude geben. Grundsätzlich gilt: Sparen ist richtig und wichtig, auch in Zeiten eines historischen Niedrigzinsniveaus. Aber: Die Bedingungen haben sich verändert. Wer seine Renditechancen nutzen will, kommt an den Kapitalmärkten letztlich nicht mehr vorbei. Für risikobewusste Anleger, die zum Beispiel einen langfristigen Vermögensaufbau für die Altersvorsorge planen, können Investmentfonds eine flexible Alternative zum Sparbuch sein. Ein Vorteil: Man muss kein Börsenprofi werden, sondern kann das Management getrost einem Fachmann überlassen.

Investieren statt sparen

Vereinfacht gesagt, lässt sich ein Investmentfonds mit einem großen Kapitaltopf vergleichen. Viele Investoren geben ihr Geld dort hinein, das als gebündeltes Sondervermögen von einer Kapitalanlagegesellschaft gemanagt und verwaltet wird. Entsprechend aufgelegter Prämissen wird das Fondsvolumen dann in verschiedene Anlageklassen, etwa in Aktien, Immobilien, Anleihen (Renten) oder Rohstoffe investiert. Dabei folgt das Fondsmanagement den Grundsätzen der Risikostreuung (Diversifikation), um die Verlustgefahr der Anlage so weit wie möglich zu minimieren. „Ein Investmentfonds verteilt sein Kapital immer auf mehrere Einzelwerte. Das bedeutet, dass beispielsweise ein Aktienfonds sein Vermögen auf viele verschiedene Titel verteilt“, erklärt Rainer Fiks, Fonds-Experte bei der HypoVereinsbank in München. „Hinzu kommen dann meist noch weitere Zielvorgaben im Portfolio. Zum Beispiel, dass der Investmentfonds nur in bestimmten Regionen oder Branchen, in DAX-Aktien oder in Wertpapiere nachhaltig orientierter Unternehmen investiert.“ Trotz Streuung birgt ein Fonds allerdings immer auch Risiken. Bedeutet: Selbst ein gut diversifiziertes Portfolio bietet keine Sicherheiten! Es sind also nicht nur Gewinne, sondern jederzeit auch Verluste möglich!

Börseninvestment auch mit kleinem Geld

Für ihre Kapitaleinlage erhalten Investoren Anteilsscheine am Fondsvermögen und damit – gemessen an ihrem Beitragsvolumen – einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung. Die Fondsanteile lassen sich dabei sowohl als Einmaleinlage als auch in Raten über einen Fondssparplan erwerben. Erwirtschaftet der Investmentfonds Erträge, etwa aus Kursgewinnen, Dividenden oder Zinsen, werden diese an die Eigentümer ausgeschüttet oder weiter investiert. Im Falle einer Reinvestition steigt der Wert der Anteilsscheine oder der Investor erhält zusätzliche Fondsanteile. „Im Vergleich zu anderen Anlageformen bieten Investmentfonds Sparern den Vorteil, dass sie auch schon sehr kleine Geldbeträge breit gestreut an den Kapitalmärkten investieren können“, betont Fiks. „Hinzu kommt ein vergleichsweise großer Spielraum im Handling. Heißt: Fondsanteile können zum aktuellen Tagespreis gekauft oder auch verkauft werden.“ Bei einem Fondssparplan lassen sich außerdem Spardauer und -summe flexibel an die Bedürfnisse des Anlegers anpassen. Die Einzahlung kann zum Beispiel monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich erfolgen. Zudem lassen sich die Sparraten jederzeit erhöhen, reduzieren oder unterbrechen“, so der Experte.

Betongold, Aktien, Staatsanleihen: Diese Fondsarten gibt es

Das Angebot an Investmentfonds ist groß. Rund 4.000 Produkte mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten ringen derzeit allein in Deutschland um das Vertrauen der Sparer. Für Investoren, die noch keine Kapitalmarkt-Erfahrung gesammelt haben, ist es bei der Fülle nicht leicht, sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Zu den populärsten Fonds-Gattungen unter Privatanlegern zählen Aktien- und Immobilienfonds sowie Geldmarkt- und Rentenfonds. Hinzu kommen Varianten wie Indexfonds, Mischfonds, Dachfonds sowie die spekulativen Hedgefonds. „Neben der Anlageklasse lassen sich Fonds auch nach ihrem Risiko unterscheiden. Also in konservative und chancenorientierte Investments“, erklärt Fiks. „Mit der Risikoklasse einher gehen dann auch immer die Chancen auf Renditen.“ Ein Beispiel: Renten- und Geldmarktfonds gelten als risikoarm, da sie überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere investieren. Allerdings müssen sich Anleger dafür auch mit deutlich geringeren Renditen zufrieden geben, als wenn sie mit einem Aktienfonds auf die positive Wertentwicklung von Unternehmen spekulieren. Aber Vorsicht: Wie bei jedem Kapitalmarkt-Investment gibt es auch bei Fonds keine Garantie für eine positive Wertentwicklung. Heißt im Klartext: „Selbst bei Investmentfonds mit geringem Risiko kann es immer zu Kursschwankungen und zu Verlusten kommen“, mahnt der Experte. „Ein typisches Szenario ist zum Beispiel, wenn ein Anleger sein Geld kurzfristig benötigt. In einer Abwärtsphase kann er seine Anteile dann nur mit Verlusten verkaufen.“ Außerdem hängen die Chancen und Risiken eines Investmentfonds auch von der Strategie und Qualität des Managements ab.

Wie finde ich einen geeigneten Fonds für mich?

Fonds-Anteile lassen sich bei Banken, an der Börse oder direkt bei den Investmentgesellschaften erwerben. Je nach Fonds und Vermittler fallen dabei unterschiedliche Gebühren an, die im Ergebnis die Rendite schmälern. Dazu gehören zum Beispiel der sogenannte Ausgabeaufschlag, also eine einmalige Kaufprovision beim Erwerb von Fondsanteilen. Hinzu kommen unter anderem Verwaltungsvergütungen der Investmentgesellschaften sowie Gebühren für das Depot. Bei der Suche nach einem geeigneten Fonds ist daher eine transparente Kostenstruktur ein erstes wichtiges Kriterium. Vor dem Investment sollten sich Sparer allerdings gründlich informieren und auch ihre Anleger-Mentalität kritisch auf den Prüfstand stellen. „Die Wahl einen Fonds hängt ganz maßgeblich von den Anlagezielen sowie der Risikobereitschaft eines Investors ab. Bei einem Fondssparplan etwa sollte der Anlagehorizont grundsätzlich mittel- bis langfristig sein“, rät Fiks. Der beste Einstiegszeitpunkt beim Fondssparen sei übrigens dann, wenn sich die Kurse im Abwärtstrend befänden, ergänzt der Fondsspezialist. Dann nämlich können Investoren vom „Durchschnittskosteneffekt“, also günstigeren Anteilspreisen, profitieren. Dennoch sollten sich Sparer nicht zu sehr auf den richtigen Moment konzentrieren. „Viel wichtiger ist es, frühzeitig mit dem Sparen zu beginnen“, so Fiks. „Im Zweifel birgt ein später Start und damit eine verkürzte Ansparzeit größere Nachteile als höhere Anteilspreise.“

Im zweiten Teil unsere Serie über Investmentfonds erfahren Sie, wie ein Immobilienfonds funktioniert und warum er zu den konservativen Anlageformen zählt.

  1. Michal
    27. Mai 2015, 10:10

    Schau ma

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