HVB-Mentee im German Accelerator
14.10.2016
Gastbeitrag

German Accelerator

Focus, Focus, Focus: Gründerin Manuela Rasthofer im Silicon Valley

Es ist das Mekka von Tech-Unternehmen und Innovationstreibern, die Heimat von Google, Facebook und Amazon. Das Silicon Valley, eine Region südlich von San Francisco, ist einer der bedeutendsten IT- und Tech-Standorte weltweit. Als Gewinnerin des HVB Gründerinnen-Mentorings verbrachte Manuela Rasthofer Anfang Oktober eine Woche beim German Accelerator, um in Workshops und Bootcamps neuen Input für ihr Unternehmen TerraLoupe mitzunehmen. Im HVB Corporate Blog berichtet sie über ihre Erfahrungen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Es ist ein bisschen kühl in dem kleinen Cottage im Garten eines Einfamilienhauses in San Jose, das ich für meinen Aufenthalt hier, im Silicon Valley, gebucht habe. Die Hotelpreise in San Francisco und Umgebung sind nicht von schlechten Eltern, daher habe ich mich beim Übernachtungsanbieter mit den weltweit meisten Betten nach einer Alternative umgesehen. AirBnB wurde 2008 im Silicon Valley gegründet und ist mittlerweile in 190 Ländern aktiv. Eine beeindruckende Story und irgendwie die passende Unterkunft für meinen Aufenthalt – denn schließlich dient meine  Reise in die USA der Weiterentwicklung von TerraLoupe, dem Unternehmen, das ich mit Sebastian Gerke und Christian Schaub gegründet habe. Bei knapp 14 Grad Celsius lege ich mich mit Pullover und dicker Decke schlafen – voller Erwartungen auf meine Woche im German Accelerator.
2015 haben wir TerraLoupe als intelligente Datenplattform gegründet, die via Geobilddaten und maschineller Bilderkennung unsere Umgebung detailliert analysiert. Diese Daten werden beispielsweise in der Automobilbranche für die Weiterentwicklung des autonomen Fahrens benötigt. Wir verknüpfen damit zwei innovative Ansätze, Big Data und Computer Vision. Auf dieser Basis wollen wir eine Grundlagentechnologie entwickeln, die Unternehmen weltweit einsetzen können. Wertvolle Erfahrungen für diesen Weg werde ich hier auf jeden Fall mitnehmen.

Viel Input vor unscheinbarer Kulisse

Mit dem Mietwagen geht es morgens nach Palo Alto, wo nicht nur Facebook beheimatet ist, sondern eben auch der German Accelerator. Rush Hour im Silicon Valley, das bedeutet zunächst Stau auf dem fünfspurigen Highway. Aus der geplanten Viertelstunde wird schnell eine Dreiviertelstunde Fahrt und ich erreiche just in time das unscheinbare Gebäude, das eher an ein Wohnhaus erinnert. Die Häuser oder Garagen, in denen einst beispielsweise HP gegründet wurden, könnten statt den Geburtsstätten von Weltkonzernen ebenso Familien beherbergen.

„Focus, Focus, Focus“

Das Programm im German Accelerator hält unglaublich viel Input für mich bereit. Interkulturelle Unterschiede im Business, Präsentationstechniken und Pitchdecks, Umgang mit US-Investoren – die Vielzahl von Themen ist wahnsinnig breit und die Mentoren geben viel Input. Die Arbeitstage sind lang, meine Nächte umso kürzer. Nur vier Stunden Schlaf gönne ich mir pro Nacht, denn es müssen Hausaufgaben bearbeitet, Pitchdecks verbessert und neue Modelle erstellt werden. Schlaf können wir laut der Coaches getrost vernachlässigen, Jammern über das Arbeitsvolumen wird nicht gern gesehen. Deutsche Start-ups gelten hier sogar fast als faul, da über 16-Stunden-Tage geklagt wird. Zu langsam, zu ängstlich, zu unfokussiert – so die allgemeinen Vorurteile. Ich tue mein Bestes, diese nicht zu bestätigen, kaufe „Must-Reads“ und höre Teds. Umdenken ist angesagt: „Work hard, think big“ sowie „Focus, focus, focus“ sind die Credos, die uns immer wieder nahegelegt werden.

HVB-Mentee im German Accelerator

Manuela Rasthofer

Die 34-Jährige Gründerin von TerraLoupe ist im Team für Business Development und Sales zuständig, hat aber einen Background als Elektroingenieurin. Nach ihrem Studium in München sammelte Manuela Rasthofer zunächst Berufserfahrung im Automotive-Bereich. Neben ihrer Tätigkeit im Projektmanagement erhielt sie schnell Verantwortlichkeiten im Business Development.

Zwischen Halloween-Dekoration und Venture Capital

„Focus“ ist gar nicht so einfach, denn besonders in Sachen Essen oder Shopping hält die Umgebung viele Fallen bereit. Ob die 30 verschiedenen Cheesecake-Sorten in der Cheesecake-Factory, Filmabende im entzückenden Retrokino oder das überdimensionale Stanford Shopping Center – weltliche Reize gibt es an jeder Ecke. Halloween steht vor der Tür und nicht nur meine Gastfamilie, auch Marissa Mayer oder Lauren Powell-Jobs zeigten unglaublich aufwendige Dekoration an ihren Wohnhäusern. Hier in Palo Alto gleicht ein Straßenzug dem anderen in seiner Normalität und Bodenständigkeit. Jeder vierte Bewohner dieser Gegend ist angeblich ein „Techie“, auf der Straße können einem ganz zufällig Größen wie Mark Zuckerberg begegnen. Rund 50 Prozent des weltweiten Venture Capitals werden hier investiert. Und ich spaziere mit einer „Victoria Secrets“-Tüte im Arm die Straßen hinunter. Rund 80 Stunden Arbeit liegen nach diesen Tagen hinter mir. Ich habe viel gelernt, Kontakte geknüpft, einen neuen Blick aufs Business gewonnen. Ich sammle einen Quarter, 25 Cent, von der Straße auf. Das sprichwörtliche Geld, das hier auf den Straßen liegt. Der Grundstein für etwas Größeres. Work hard, think big.

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