30.09.2014

Architektur

HVB-Tower: Ein Wahrzeichen wird grün

Arabellastraße 12 in München. Genau hier stand ich, als meine persönliche Geschichte bei der HypoVereinsbank vor einigen Jahren begann. Doch heute tummeln sich hier nicht hunderte von Bankmitarbeitern, nein: Ich stehe inmitten von Maurern, Elektrikern und Fassadenbauern. Der HVB- Tower, mit 114 Metern Münchens dritthöchstes Gebäude, ist eine Großbaustelle.

Anfang letzten Jahres fuhren die Umzugswagen vor. Der schwarze Anzug wich dem Blaumann, der PC der Baumaschine. Der Startschuss für eine umfangreiche Grundsanierung fiel. Heute, Wochen und Monate später, liegt die Baustelle erstmals still. Denn heute ist Richtfest. Peter Weidenhöfer, Vorstand der HVB Immobilien AG, HVB-Vorstandsmitglied Heinz Laber und das für Planung und Bauleitung zuständige Architektenbüro HENN luden ein, um ein wichtiges Etappenziel des Umbaus zu feiern – das Gebäude mit seinen 27 Stockwerken ist neu “eingekleidet”.

Ein Gebäude wird grün

Der HVB-Tower, konzipiert vom Münchner Architektenbüro Betz, wurde im November 1981 unter dem Namen “Hypo-Haus” eröffnet. Für die damalige Verhältnisse hoch modern und seiner Zeit technisch und architektonisch voraus. Doch mehr als 30 Jahre später, in Zeiten von stärkerem Bewusstsein für Umwelt und Klima, gilt es das Konzept nun weiter zu entwickeln.

Schnell waren sich die Verantwortlichen einig: Das Münchner Wahrzeichen muss sich neu erfinden und dabei die Tradition wahren. Die künftige Zentrale der HypoVereinsbank soll zu einem “Green Building” werden, zu einem Beispiel von ökologischem Umbau. „Der HVB-Tower soll für die HypoVereinsbank mehr sein als ein renoviertes Hochhaus und modernisierte Büroflächen. Er steht auch als Symbol für eine nachhaltig agierende, sich kontinuierlich modernisierende und dabei heimatverbundene HVB.” so Heinz Laber.

Um den HVB-Tower “grün” werden zu lassen, galt es unter anderem die Außenfassade komplett zu erneuern. Unglaubliche 2.500 Fassadenelemente mussten hierfür ausgetauscht werden – ein wahres Spektakel nicht nur für die Handwerker selbst, sondern auch für Passanten. Für sie öffnete sich eine ganz neue Perspektive. Sie konnten in der Umbauphase, die in Etappen jeweils über mehrere Stockwerke durchgeführt wurde, quasi durch den Tower hindurchschauen.

Wer aber erwartet hat, dass sich das Gebäude jetzt im völlig neuen Look präsentiert mag sich wundern. Die Fassade des seit 2006 unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes, unterscheidet sich optisch kaum von der vorherigen. Nur wer ganz genau hinschaut, findet vielleicht den kleinen aber feinen Unterschied. Dazu Peter Weidenhöfer: “Wir haben in die neue Fassade rund 2 Millionen kleine Löcher eingelassen. Damit kann dieses Gebäude atmen und trotz perfekter Dämmung natürlich belüftet werden.” Der Clou liegt also im Detail!

Auch die inneren Werte zählen

Nachdem die Fassade nun in neuem Glanz erstrahlt, geht es mit dem Innenausbau weiter. Denn Gebäudeleittechnik, Beleuchtung, Heizung und Klimaanlage werden ebenfalls vollständig erneuert. Und auch in Sachen Versorgungstechnik gibt es viel Innovatives. So wird zum Beispiel durch den Einbau einer Regenwasserzisterne der Wasserverbrauch gesenkt.

Es ist noch ein weiter Weg, bis die Umzugswagen wieder vorfahren und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HypoVereinsbank an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können. Doch dafür erwartet sie dort künftig ein modernes Büroraumkonzept in einem energieeffizienten Gebäude.

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