28.07.2014

DLD Women

Gründerinnen-Update: Vorbilder für junge Start-ups

Es ist noch gar nicht lange her, da standen Andrea Pfundmeier und Claudia von Boeselager als Teilnehmerinnen des HVB Gründerinnen-Mentorings am Anfang ihrer Karriere. Mittlerweile haben sie sich als erfolgreiche Geschäftsfrauen in ihrer Branche etabliert. Vergangene Woche gaben sie als Workshop-Referentinnen auf der Digital Life Design Women Conference (DLD women) in München, dem wichtigsten Innovationskongress Deutschlands, ihre Erfahrungen an die nächste Unternehmerinnen-Generation weiter.

In vielen Frauen steckt deutlich mehr Unternehmergeist, als sie es sich selber zutrauen. Darin sind sich Andrea Pfundmeier (Foto: Dritte v.r.) und Claudia von Boeselager (Foto: Erste v.l.) einig. Gerade deshalb war es für die beiden ehemaligen Teilnehmerinnen des HVB Gründerinnen Mentoring-Programms eine Herzensangelegenheit, auf der Münchener DLD Conference über ihre Start-up Erfahrungen zu berichten und ihre weiblichen Artgenossinnen mit praxisbezogenen Workshops auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen. “Wir möchten Vorbilder für die Gründerinnen von morgen sein und ihnen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen”, betont Claudia von Boeselager, die gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Anna Mangold (Foto: Zweite v.l.) im Dezember 2013 ihre Leidenschaft zum Beruf machte und erfolgreich die Plattform LAREMIA, einen Online-Verleih für Designerkleider und Accessoires, gegründet hat.

Den weiblichen Unternehmergeist wecken

“Frauen haben oft brillante Geschäftsideen. Trotzdem zögern sie, den Schritt in die Selbstständigkeit tatsächlich zu wagen. Viele neigen dazu, nur die Risiken zu sehen und erkennen dabei nicht, welche Chance es sein kann, auf eigenen Beinen zu stehen”, weiß von Boeselager aus Erfahrung. Deshalb fühlte die Modeexpertin in ihrem DLD Workshop “Leaving your comfort-zone” den Blockaden des weiblichen Unternehmertums auf den Zahn. Dabei erarbeitete sie gemeinsam mit den Teilnehmerinnen die Schlüsselelemente, die für ein erfolgreiches Start-up wichtig sind. “Da gehört neben Know-how und einer guten Portion Selbstbewusstsein auch ein funktionierendes Netzwerk mit dazu”, so die Berlinerin. “Wir sind heute noch mit Allude-Geschäftsführerin Andrea Karg, unserer Mentorin aus dem HVB Frauenbeirat, in Kontakt. Ihre Unterstützung ist nach wie vor und auch nicht nur zu Mode-Themen eine sehr große Bereicherung für uns.”

Starker Wille als Erfolgsrezept

Auch Andrea Pfundmeier, Gewinnerin aus des ersten HVB Mentoring-Programmes, bot den Teilnehmerinnen der DLD Conference ein Musterbeispiel für modernes Unternehmerinnentum. In ihrem Workshop “From a Start-up to an Enterprise” beschäftigte sich die Augsburgerin mit dem Strukturaufbau eines Unternehmens und veranschaulichte an ihrer eigenen Biografie, dass es zum Gründen weder große Namen im Lebenslauf noch eine pulsierende Metropole als Standort braucht. “Ich möchte zeigen, dass man auch ohne große Karriere im Hintergrund und auch in Städten wie Augsburg gründen kann. Nicht auf die Voraussetzungen, sondern auf den Willen kommt es an”, sagt die studierte Wirtschaftsjuristin, die sich 2012 mit ihrem IT-Unternehmen Secomba selbstständig gemacht hat. Gemeinsam mit Kollege Robert Freudenreich vertreibt die Augsburgerin ihr Produkt “Boxcryptor”, eine Verschlüsselungssoftware zur Dateien-Speicherung in Clouds, mittlerweile an mittelständische Unternehmen in über 100 Ländern in der Welt. “In einer Männerdomäne wie der IT-Branche zu gründen, habe ich übrigens als einen großen Vorteil empfunden. Denn da fällt man als Frau einfach auf”, erzählt die 26-Jährige mit einem Schmunzeln.

Nachwuchsförderung im Fokus

Seit diesem Jahr ist Pfundmeier sogar als Beraterin in der Politik aktiv. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel berief sie Anfang März als Expertin in den Beirat Junge Digitale Wirtschaft. Dort erarbeitet sie gemeinsam mit einem Beiratsteam Ideen und Handlungsempfehlungen, wie man dem Gründergeist junger Talente auf die Sprünge helfen kann. In diesem Rahmen geht die Augsburgerin auch regelmäßig an Schulen und Universitäten, um kluge Köpfe mit ihrem eigenen Werdegang zu inspirieren. “Bei uns in Deutschland kommt die Vermittlung von unternehmerischem Know-how in der Ausbildung einfach viel zu kurz”, sagt die 26-Jährige und ergänzt: “Ich möchte ein Vorbild sein und zeigen, dass Gründen gerade auch für Frauen durchaus eine Option sein kann. Denn als eigener Chef ist man ist einfach viel flexibler. Das gilt nicht zuletzt auch für die Familienplanung.”

Erfolgreiche Frauenförderung

Dass nicht nur Andrea Pfundmeier und Claudia von Boeselager mit beiden Beinen im Geschäftsleben stehen, sondern auch viele andere ehemalige Mentees zielstrebig ihre Vision verwirklicht haben, darüber freut sich auch Anne Gfrerer (Foto: links), Vorsitzende des HVB Frauenbeirats und Initiatorin des HVB Gründerinnen-Mentorings. “Dass unsere Mentees mit ihren Geschäftsideen durchstarten konnten und nun selbst ein Vorbild für junge Start-ups geben, macht uns natürlich wahnsinnig stolz”, betont Gfrerer. “Und es bestärkt uns als Frauenbeirat natürlich auch darin, dass wir mit unserem Gründerinnen-Mentoring den richtigen Ansatz verfolgen und wir einen Beitrag dazu leisten können, die deutsche Wirtschaft durch eine weibliche Komponente zu bereichern.”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

back to top