Halbfinale UEFA Champions League
06.05.2015

Halbfinale UEFA Champions League

#FCBFCB: Tränen, Flexibilität und ein besonderes Clubmitglied

Auf der #RoadToBerlin legen die vier Teams im Halbfinale einen letzten Zwischenstopp ein: Die Alte Dame bekommt königlichen Besuch, im Fokus steht das für viele vorgezogene Finale zwischen Bayern und Barcelona. Pep Dahoam.

Der 8. April 2009 hat bei vielen Bayern tiefe Wunden hinterlassen. Unter Jürgen Klinsmann hagelte es im Viertelfinal-Hinspiel ein 0:4-Debakel. Eto’o, Henry und zweimal Messi trafen noch vor der Pause, sodass bei der mittlerweile verstorbenen Trainer-Legende Udo Lattek zur Halbzeit Tränen flossen. Karl-Heinz Rummenigge sprach beim obligatorischen Bankett von einer „Lektion, die weh getan hat.“ Und auch der ehemalige Münchner Stürmer Luca Toni musste zugeben: „Barcelona ist eine Mannschaft von einem anderen Planeten.“

Vier Jahre später wurden die Spanier wieder geerdet – vom FC Bayern. Am 23. April 2013 hieß es im Halbfinal-Hinspiel 4:0 nach Toren von Gomez, Robben und Doppelpacker Müller. Der Rekordmeister hatte gelitten, aber auch gelernt. „Einen Abend wie diesen habe ich noch nie erlebt“, gab Rummenigge anschließend zu. Mit einem 3:0-Auswärtssieg im Camp Nou war die Wiedergutmachung endgültig perfekt. Der FC Barcelona hatte bis dahin noch nie Hin- und Rückspiel verloren. Ja, so schnell geht das im Fußball!

Gipfeltreffen mit Neuauflage

Etwa 700 Tage später kommt es zur nächsten Auflage dieses Gipfeltreffens und durch die derzeitige Situation fühlen sich viele Bayern-Fans eher an 2009 zurückerinnert. Erst das Pokal-Aus vergangenen Dienstag samt Elfer-Drama. Dann die – zugegeben etwas berechenbare – Niederlage am Wochenende. Mit Barca im Kopf schickte Coach Guardiola gegen Leverkusen eine D-Elf auf den Rasen und verhalf so zwei Nachwuchsspielern zum Liga-Debüt. Hinzu kommt das Verletzungspech: Endgültiges Saisonaus für Robben (Muskelbündelriss), Lewandowski mit Kieferbruch und Gehirnerschütterung. Einziger Lichtblick: Javier Martinez gab nach achteinhalb Monaten sein Comeback.

Beim FC Barcelona könnten die Vorzeichen nicht unterschiedlicher sein. Auch für die Katalanen gab es letzte Woche zwei Spiele binnen vier Tagen. Und was für welche! Getafe wurde mit 6:0 nach Hause geschickt, für Cordoba gab es eine 8:0-Packung. Allein 11 der 14 Tore gingen auf das Konto von Messi, Neymar und Suarez. Kurz: „MSN“. Eine klare Message an den Rekordmeister.

Boateng und Müller vor Rückkehr

Trotzdem: Aus dem BVB-Spiel werden die Bayern die richtigen Schlüsse gezogen haben, die 90 Minuten gegen Leverkusen kann man getrost abhaken. Die geschonten Boateng und Müller kehren ebenso zurück wie Thiago, Bernat und Lewandowski (mit Spezialmaske). Martinez ist eine echte Alternative. Und wenn einer den FC Barcelona ausschalten kann, dann sein eigenes Clubmitglied. Immerhin kennt Pep Guardiola die Spanier wie seine gerissene Buxe. Für den gebürtigen Katalanen ist es die erste berufliche Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: In vier Jahren als Coach holte er allein dreimal die Meisterschaft, zweimal den Henkelpott.

Xavi und Iniesta: Das Gehirn Barcelonas

Seit seinem emotionalen Abschied 2012 hat sich die DNA des FC Barcelona kaum verändert. Nur an der Effizienz wurde hart gearbeitet: Unter dem aktuellen Coach Luis Enrique ist das Spiel vertikaler geworden, die dynamische und technisch herausragende Offensivreihe bietet noch mehr Variabilität. Nicht umsonst erzielte „MSN“ bereits 20 Tore in dieser UCL-Saison. Wie ich Guardiola einschätze, wird er sich im stillen Kämmerlein auch auf das Gehirn hinter diesem System stürzen. Damit ist das Mittelfeldduo um Xavi und Iniesta gemeint, das mit seiner immensen Erfahrung und genauen Pässen gleichzeitig Spielgeschehen und Tempo lenkt.

Darum kommen die Bayern stärker zurück

Die Frage ist nun: Wer überlässt dem anderen das Zepter? Von Natur aus sind Bayern und Barcelona auf Kontrolle aus: In den bisherigen 10 UCL-Spielen kommen beide Teams durchschnittlich auf 62% Ballbesitz. Klar ist: Nach zuletzt acht Siegen und 20:4 Toren in der Champions League ist Barcelona in bestechender Form. Wer Manchester City und Paris St. Germain ausschaltet, steht verdient unter den letzten Vier. Abgesehen von der letzten Woche hat der FC Bayern diese Saison ebenso beeindruckende Leistungen gezeigt. Und im Sturm muss man sich nicht verstecken: Lewandowski, Müller und Götze trafen immerhin 15 Mal. Entscheidend wird sein, ob und wie die Abwehrreihen mit der jeweiligen Offensivpower zurechtkommen.

Gerade nach den letzten Nackenschlägen erwarte ich die Bayern noch stärker zurück. Aber egal, wie dieses Halbfinale ausgeht, freuen wir uns einfach auf dieses absolute Highlight!

Tschau-Tschüß,
Euer Opdi

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