Die fairplaid-Gründerin Marthe-Victoria Lorenz
04.07.2017
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HVB Gruenderinnen-Mentoring

HVB Gründerinnen-Mentoring geht in die nächste Runde

Auch 2017 ist das HVB Gründerinnen-Mentoring auf der Suche nach Existenzgründerinnen, die ihre Talente nutzen und ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen wollen. So wie Catharina van Delden, Greta Kreuzer und Marthe-Victoria Lorenz. Die drei Gründerinnen gehören zu den Gewinnerinnen der ersten beiden HVB Gründerinnen-Mentorings 2012 und 2013 und haben ihre Start-ups seitdem zu erfolgreichen Unternehmen aufgebaut.

Jährlich werden in Deutschland rund 350.000 Unternehmen gegründet. Hinter 30 Prozent dieser Neugründungen stehen Frauen – Catharina van Delden (innosabi), Marthe Lorenz (fairplaid) und Greta Kreuzer (Cosinuss) sind drei von ihnen. Was sie eint, ist mehr als die erfolgreiche Teilnahme an den ersten beiden HVB Gründerinnen-Mentorings. Es ist die Tatsache, dass diese drei Frauen ihre Start-ups zu erfolgreichen Unternehmen ausgebaut haben – auch dank der Coaching-Power des HVB Gründerinnen-Mentorings.

Marthe-Victoria Lorenz, fairplaid GmbH

Marthe-Victoria Lorenz (Foto) ist die Gründerin von fairplaid, Deutschlands größter und erfolgreichster Crowdfunding-Plattform für den Sport. Mit ihrer Firma bietet sie Sportlern und Vereinen die Möglichkeit, über die „Crowd“ Geldgeber für ihre Projekte zu finden. Und das äußerst erfolgreich: „2016 wurden über 1,2 Millionen Euro auf fairplaid.org eingesammelt, darunter von Bundesliga-Clubs wie den Hamburg Freezers, Europameistern, Rio-Olympioniken, aber auch Jugendmannschaften und Breitensportvereinen“, erzählt die Unternehmerin.

Rückblick: Im Juni 2013 bewirbt sich Marthe mit fairplaid beim zweiten HVB Gründerinnen-Mentoring. Vor der Jury spricht sie von den 91.000 Sportvereinen im Land und deren klammer Finanzlage und sie schwärmt davon, wie sie mit der Macht der Crowd, die von Zentralisierung und Monokultur geprägte deutsche Sportlandschaft wiederbeleben möchte. Die Juroren sind begeistert von ihrem Konzept und küren Marthe zu einer der sechs Gewinnerinnen des Start-Up-Wettbewerbs.

"Die Balance zwischen Arbeit und Leben zu finden, war meine größte Herausforderung.“
Marthe-Victoria Lorenz

Nach dem sechsmonatige Mentoring-Programm folgen turbulente Zeiten: Die Trennung von ihrem Mitgründer, ein Gesellschafterwechsel, schmerzhafte Rückenprobleme – das Gründerdasein verlangte der heute 29-Jährigen mehr ab, als sie sich damals eingestehen wollte: „Die Balance zwischen Arbeit und Leben zu finden, war für mich persönlich einer meiner größten Herausforderungen“, sagt sie rückblickend. „Nach sechs Hexenschüssen in zwei Jahren hat mich mein Körper in meine Schranken verwiesen und ich war gezwungen zu lernen, dass es neben der Unternehmerin Marthe eben auch die Basketballerin Marthe und die Freundin Marthe gibt. “

Mit dieser Erkenntnis im Kopf, veränderte sie auch ihre Rolle als Geschäftsführerin von fairplaid: „Meine Arbeit hat sich von ‘ich-muss-alles-parallel-gleichzeitig-machen‘-operativ zu strategisch verändert. Ich arbeite viel mit dem Team an ihren Fähigkeiten und an der Weiterentwicklung von neuen Ideen. “ Heute, im Sommer 2017, läuft es wie am Schnürchen für fairplaid: Das Start-up ist zu einem gesunden Unternehmen mit acht Mitarbeitern gewachsen und betreibt Büros in Berlin und Hamburg. Und mit dem kicker-Sportmagazin sowie dem Verband kommunaler Unternehmen hat das Unternehmen noch weitere Whitelabel-Partner gewinnen können. „In diesem Jahr haben wir mit fairplaid.org die drei Millionen-Marke an Funding-Summe überschritten und mehr als 500 Sportprojekte wurden erfolgreich abgewickelt“, sagt Marthe Lorenz stolz.

Catharina van Delden, innosabi GmbH

Die innosabi-Gründerin Catharina van Delden

Kirsche, Grapefruit, Melone, Waldmeister, Aprikose und Heidelbär: Als im April 2014 die sechs Goldbären der limitierten Fan-Edition präsentiert wurden, schlugen die Herzen der Haribo Fan-Community höher. Die hatte innerhalb von sechs Wochen ihre eigene Fan-Edition gewählt. Dreh- und Angelpunkt der Aktion: Die Haribo-Crowdsourcing-Seite von innosabi. Vier Jahre zuvor: Im Dezember 2010 gründet Catharina van Delden die innosabi GmbH mit dem Ziel, Unternehmen dabei zu unterstützen, in der Produktentwicklung mit Kunden, Konsumenten, und Partnern zusammenzuarbeiten. Dafür entwickelt innosabi eine Crowdsourcing-Software, die vor drei Jahren auch Haribo erfolgreich für sich nutzen konnte.

Heute ist aus dem Start-up ein erfolgreiches Unternehmen mit 35 Angestellten geworden – und aus Catharina van Delden das jüngste Präsidiumsmitglied des IT-Branchenverbandes Bitkom. Die Computerwoche bezeichnet die 32-jährige Münchnerin gar als eine der 50 einflussreichsten Frauen in der deutschen IT-Wirtschaft. Stellt sich die Frage, wie aus Catharina der Gründerin Catharina die erfolgreiche Unternehmerin wurde? „Ich habe mich in meinen Aufgaben mehr fokussiert“, sagt sie rückblickend. „Solange man ausschließlich im Kern-Gründerteam arbeitet, muss jeder überall mit anpacken. Doch je größer wir wurden, desto weniger habe ich operativ gearbeitet, dafür umso mehr strategisch.“

"Je größer wir wurden, desto weniger habe ich operativ gearbeitet."
Catharina van Delden

Konkret sichtbar wird dieser Veränderungsprozess an innosabi selbst. Seit seiner Gründung wandelte sich das Unternehmen von der Agentur zum Community-Provider, anschließend zum Software-Anbieter und aktuell weiter zur viel beachteten Data-Company mit einem Kundenportfolio, das sich wie das „Who is Who“ der deutschen Wirtschaft liest: „Bayer, Haribo, Postbank, Flughafen München, Daimler, Kärcher und die Allianz – wir betreuen Kunden aus ganz unterschiedlichen Branchen“, so die Unternehmerin. Diese Referenzliste schlägt sich auch in den Auftragsbüchern nieder: Seit 2012 hat innosabi seinen Umsatz verneu

Greta Kreuzer, Cosinuss GmbH

Die cosinuss-Gründerin Greta KreuzerFieber messen. Was für uns Erwachsene schon unangenehm ist, ist für viele Kinder ein wahr gewordener Albtraum. Greta Kreuzer weiß das nur zu gut, schließlich ist sie selbst Mutter von drei Kindern. Deshalb ist sie gerade intensiv damit beschäftigt, ein Minithermometer fürs Ohr zu entwickeln, den degree°. Es ist bereits ihr zweites Projekt. Gemeinsam mit ihrem Mann hat die Münchner Unternehmerin 2011 Cosinuss gegründet und ein kleines Gerät entwickelt, das Puls und Temperatur im Ohr misst und die Daten an das Smartphone überträgt, den cosinuss° One. Mit dieser Geschäftsidee schaffte es Greta Kreuzer 2012 in das erste Mentoring Programm der HypoVereinsbank – und 2015 in die Ohren der Triathleten Jan Frodeno und Anja Beranek. „Seit dem HVB Gründerinnen-Mentoring haben wir den cosinuss° One erfolgreich in den Leistungssport eingeführt.“

Dass zwischen Produktentwicklung und Markteinführung vier Jahre liegen, hat einen simplen Grund: Greta und ihr Mann Johannes, der gleichzeitig ihr Co-Founder ist, haben Cosinuss anfangs fast ausschließlich aus Eigenmitteln finanziert. Erst später kamen Business Angels dazu. „Mit jeder Finanzierungsrunde konnten wir dann nur den nächsten Prototypen bauen.“ Mittlerweile ist Greta Kreuzer 31 Jahre und die auf acht Mitarbeiter angewachsene Belegschaft damit beschäftigt, die nächste Generation an Produkten für diesen Bereich zu finalisieren – den Performance-Tracker für Ausdauersportler: „Die größte Herausforderung aktuell ist es für uns jedoch, den degree° entsprechend dem Zeitplan, den wir an unsere Kickstarter-Community kommuniziert haben, zu liefern und gleichzeitig die anderen Produkte voran zu bringen.“

"Auf einmal bekommt Mitarbeiterführung eine ganz große Bedeutung."
Greta Kreuzer

Viele Teller gleichzeitig oben halten, für Jungunternehmer mag das zwar Alltag sein, leicht ist es deshalb lange nicht. Wie hat die Unternehmerin Greta Kreuzer die vergangenen Jahre erlebt? „Als Unternehmerin musste ich mich im Wachstum wandeln – von der Alles-Macherin zur Führungskraft. Auf einmal bekommen Motivation und Führung der Mitarbeiter eine sehr große Bedeutung. Das musste ich erst lernen.“ Dass Greta Kreuzer ein erfolgreiche Unternehmen führt, belegt nicht nur der degree° als zweites Produkt, sondern auch, dass sich die Cosinuss-Führung für weitere Geldmittel derzeit in Gesprächen mit mehreren großen Investoren befindet.

Gründerinnen aufgepasst

Wollen auch Sie in der nächsten Runde des HVB Gründerinnen-Mentorings mit dabei sein? Dann bewerben Sie sich noch bis 19. Juli 2017 für einen von sechs Plätzen des HVB Gründerinnen-Mentorings 2017/18. Weitere Infos finden Sie hier: www.hvb-frauenbeirat.de.

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