Immobilienstandorte Deutschland
17.02.2017

Immobilienstandorte Deutschland

Immobilienstandort Deutschland: Hotspot für internationale Investoren

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld bieten Immobilien eine der wenigen Alternativen zu festverzinslichen Anlagen. Dadurch ist die Nachfrage an den Top-Immobilienstandorten in Deutschland jedoch derart gestiegen, dass Experten von einer örtlichen Überhitzung des Marktes sprechen. Erfahren Sie, in welchen Regionen Sie Ihre Renditechancen dennoch nutzen und wie Sie sich auch als Privatinvestor an Objekten im Gewerbeimmobilien-Sektor beteiligen können.

Der deutsche Immobilienmarkt boomt. Seit einigen Jahren sorgen Immobilien und Gewerbeflächen hierzulande nicht nur bei heimischen, sondern auch internationalen Investoren für ungebrochenes Interesse. Das zumindest geht aus der Studie Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt Deutschland 2016 von Ernst & Young Real Estate hervor. In der jährlichen Trendumfrage der Unternehmensberatung bestätigten 95 Prozent der insgesamt 150 befragten institutionellen Investoren – darunter Banken, Private-Equity-Fonds und Wohnungsgesellschaften – dass Deutschland ein attraktives Pflaster für Immobilieninvestitionen sei.

Deutschland: Wirtschaftsmotor lockt Kapital an

Der Anteil der Befragten, die den Stand­ort Deutschland als „sehr attraktiv“ einschätzen, ist im Vergleich zu 2015 sogar gestiegen – laut Studie von 45 auf 52 Prozent. Kein Wunder eigentlich: Als ökonomisches Zugpferd Europas und viertgrößte Volkswirtschaft der Welt erfüllt die Bunderepublik wichtige Kriterien für einen langfristigen Investitionshorizont. „Natürlich gibt es auch in Deutschland Fragezeichen, aber das Land ist im internationalen Vergleich wirtschaftlich und politisch stabil“, sagt Paul von Drygalski, Executive Director bei EY Real Estate. „Das wiederum zieht Immobilienkapital aus dem Ausland – unter anderem aus Asien – an, wodurch die Nachfrage und damit die Preise weiter stiegen.“

„Die Immobilie profitiert vom Niedrigzinsumfeld“

Zu den Top-Investitionsstandorten in Deutschland, im Fachjargon auch „A-Städte“ genannt, zählen die Metropolen der Republik: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart – allesamt wichtige deutsche Zentren mit nationaler und zum Teil sogar internationaler Bedeutung. Keine Überraschung, dass diese Städte auf der Wunschliste von Investoren ganz weit oben stehen. Allerdings: Die Preise, vor allem für stark nachgefragte „Core-Lagen“, also prominente Innenstadt-Lagen, sind derart in die Höhe geschossen, dass 80 Prozent der von EY Befragten von einer Überhitzung des Marktes sprechen. „Die Immobilie ist eine der wenigen Alternativen zur festverzinslichen Anlage. Sie profitiert vom Niedrigzinsumfeld“, erklärt Paul von Drygalski. Daran wird sich vermutlich auch in diesem Jahr wenig ändern, es sei denn, eine spürbare Zinswende kommt.

Angebot als limitierender Faktor: B-Standorte rücken in den Fokus

Angesichts anhaltend niedriger Zinsen bieten deutsche Immobilien Investoren also nach wie vor ein attraktives Kapitalmarktumfeld. „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage weiter hoch bleiben wird“, sagt Christian Schulz-Wulkow, Partner und Leiter des Immobiliensektors bei EY. „Allerdings wird das Angebot ein limitierender Faktor sein.“ Rund 85 Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen damit, dass sich das Angebot verknappen wird. Das betrifft vor allem Immobilien, die ein vergleichsweise geringes Risiko aufweisen und zu angemessenen Preisen zu erwerben sind. Wer also heute in Betongold investieren möchte, sollte in Erwägung ziehen, sich in Richtung B-Lagen und Newcomer-Städte zu orientieren. Laut Prognos Zukunftsatlas 2016 versprechen Hidden Champions wie etwa Ingolstadt, Wolfsburg, Darmstadt oder Erlangen aussichtsreiche Zukunftschancen.

München, Frankfurt, Stuttgart: In Büroimmobilien investieren

Mit Blick auf das Potenzial der A-Städte hingegen fällt die Einschätzung des Zukunftsatlas eher ernüchternd aus. Lediglich München, Frankfurt am Main und Stuttgart schafften es in die Rubrik „Regionen mit den besten Zukunftschancen“ – das dafür mit Bestnoten. Als Hochtechnologiestandorte und Wirtschaftsmetropolen beheimaten alle drei Städte zahlreiche erfolgreiche Global Player, verfügen über einen breiten Branchen-Mix und eine prosperierende Beschäftigungslage. „Zudem verzeichnen sie seit Jahren eine sinkende Leerstandsrate bei Büroimmobilien – gerade dieser Aspekt macht sie auch für Investoren interessant“, betont Gabriele Volz, Geschäftsführerin der WealthCap Kapitalanlagegesellschaft in München. „Über ein Investment in entsprechende Fonds können nun auch Privatanleger von der Wirtschaftsdynamik der Regionen profitieren.“ Jedoch sollten sich Anleger im Klaren sein: Ein solches Investment birgt nicht nur gute Renditechancen, sondern auch ganz erhebliche Risiken – etwa durch Mietausfälle oder eine Verschlechterung der Standortqualität – die schlimmstenfalls sogar bis zum Totalverlust führen können. „Vor einem Investment sollten Interessenten unbedingt ein ausführliches Beratungsgespräch in Anspruch nehmen“, empfiehlt Volz. „Außerdem sollte ein solches Produkt immer nur ein Baustein in einem gut gestreuten Portfolio sein.“

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