Geldanlage: Wann sich Income Fonds lohnen
14.12.2016

Income Fonds

Geldanlage: Wann sich Income Fonds lohnen

Ein neuer Stern am Fondshimmel scheint aufgegangen zu sein. Diesen Eindruck bekommt man zumindest, wenn man die aktuellen Trends der Branche verfolgt. Income Fonds bieten vielen Anlegern offenbar eine passende Antwort auf anhaltend niedrige Zinsen und volatile Märkte. Hier erfahren Sie, welche Chancen und Risiken sich hinter diesen Produkten verbergen und für welche Anleger und Ziele sie in Frage kommen können.

Mit Blick auf die Sympathien der Anleger-, scheinen Mischfonds die heimlichen Sieger der anhaltenden Niedrigzinsphase zu sein. Laut Investmentstatistik des Deutschen Fondsverbands (BVI) belegen sie mit einem verwalteten Vermögen von über 220 Milliarden Euro Platz 2 auf der deutschen Beliebtheitsskala. In jüngster Zeit stößt eine spezielle Gattung unter ihnen auf wachsendes Interesse: Als ausschüttende Misch- oder auch Dachfonds aufgelegt erobern Einkommens-Fonds, im Fachjargon „Income Fonds“ oder „Multi-Asset-Income-Fonds“ genannt, zusehends auch die deutschen Anlegerherzen. Immerhin: Durch eine breite Risikostreuung und regelmäßige Ertragsausschüttungen erwecken sie ein Gefühl von Planbarkeit und Sicherheit – und das in turbulenten Zeiten!

Einkommensprinzip: Ausschüttungen statt Reinvestments

Das Konzept von Multi-Asset-Income-Fonds besteht im Wesentlichen darin, Erträge zu generieren, die sie dem Anteilseigner im Erfolgsfall als Ausschüttung regelmäßig ausbezahlen. Als Mischfonds investieren sie in verschiedene Anlageklassen, etwa Aktien, Anleihen oder Rohstoffe, und vereinen damit – je nach konkreter Ausprägung – mehrere Wertpapierklassen in einem Korb. Im Gegensatz zu Thesaurierungs- oder Wachstumsfonds, die ihre Erträge reinvestieren, besteht die Anlagestrategie von Income-Produkten darin, in Aussicht gestellte Ertragszahlungen aus Zinsen, Dividenden, Kuponzahlungen etc. zu generieren. „Durch Investments in ertragreiche Werte, etwa in dividendenstarke Aktientitel, in REITs oder ausgewählte Hochzinsanleihen versucht das Fondsmanagement, neben Kurszuwächsen möglichst hohe Erträge anzustreben“, erklärt Rainer Fiks, Fonds-Experte bei der HypoVereinsbank in München. „Die erwirtschafteten Überschüsse werden dem Anteilseigner dann zu einem vereinbarten Stichtag ausgeschüttet, also auf seinem Konto gutzuschreiben.“

Zur Person

Nach seiner Berufsausbildung zum Bankkaufmann und anschließendem Studium war Rainer Fiks zunächst als Vermögensanlageberater und Wertpapierspezialist tätig. Nach Stationen im Asset Management bei Pioneer Investments sowie bei F&C Asset Management in London, ist er seit mittlerweile mehr als zehn Jahren als Produktmanager im Bereich Wertpapiere / Investmentfonds bei der HypoVereinsbank tätig.

Defensive Anlagestrategie: Breite Risikostreuung im Portfolio

Obgleich nicht jeder Income Fonds die Ausschüttung der Beträge garantiert (abhängig vom konkreten Produkt), wird das Management alles daran setzen, seine Ertragsziele zu erreichen. Hierbei wird versucht, das Portfolio hinsichtlich hoher Erträge und den damit verbundenen Risiken beständig zu optimieren. „Um Wertschwankungen so weit wie möglich zu minimieren, setzen Einkommensfonds auf eine möglichst breite Risikostreuung. Das bedeutet, dass sie ihr Anlagevermögen auf sehr viele verschiedene Titel unterschiedlicher Anlageklassen, Branchen und Regionen verteilen“, weiß Fiks. „Im Vergleich zu einem Wachstumsfonds setzt das Management eines Income-Fonds auf Planbarkeit.“ Dennoch sollten Investoren bedenken: Keine Chancen ohne Risiko! Auch breit gestreute Anlageprodukte bergen nicht unerhebliche Verlustgefahren. Etwa durch einen Preisverfall der Fondsanteile, allgemeine Aktien- und Marktrisiken (zum Beispiel Kursverluste aufgrund schwieriger Marktbedingungen), durch Rentenmarktrisiken (unter anderem Kursverluste aufgrund von Bonitäts- und Ausfallrisiken einzelner Länder und Emittenten, ein sich veränderndes Zinsniveau sowie gegebenenfalls Währungsrisiken) und anlagespezifische Risiken der Rohstoff- und Goldmärkte (zum Beispiel durch Kursbewegungen aufgrund von Änderungen in Angebot und Nachfrage der einzelnen Rohstoffe). Und: Nicht zuletzt hängt der Erfolg oder Misserfolg auch immer von den Anlageentscheidungen des beauftragten Fondsmanagements ab.

Spitze Zielgruppe: Nicht für jedermann geeignet

Problematisch wird es vor allem dann, wenn der Fonds die in Aussicht gestellten Erträge nicht erwirtschaften kann. Schüttet er dennoch aus, begibt er sich quasi auf dünnes Eis – schließlich muss er dafür an seine Substanz, sprich an seinen Kapitalstock. Bislang erfreuten sich Income-Fonds vor allem in Großbritannien großer Beliebtheit, wo sie als Baustein der Altersrente zum Einsatz kommen. Der Begriff Rente liefert übrigens ein wichtiges Stichwort. Einkommensfonds als Vermögensanlage sind nämlich nicht für jeden Investor geeignet. Ob ein Investment in Frage kommt, hängt von den persönlichen Anlagezielen und der individuellen Lebenssituation ab. „Interessant könnte das Produkt für diejenigen sein, die regelmäßige – also „planbare“ – Erträge benötigen“, so Fiks. „Zum Beispiel zur Aufbesserung der Rente, zur Deckung laufender Kosten oder zur Finanzierung einer Ausbildung für die Kinder.“

 

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