18.03.2015
Serie

Internet Banking

Bank im Wandel: Die Bank im Netz

Mit den 1990er Jahren zieht eine Neuerung in die Bankenbranche ein, die sie grundlegend verändern wird: Bankgeschäfte können nun auch am Computer erledigt werden. Unsere Mitarbeiterin Sabine Schmitz erzählt, wie sie den Beginn der Digitalisierung erlebt hat.

Ein Leben ohne Internet ist heute wohl für viele nur noch schwer vorstellbar. Doch sein Siegeszug begann vor noch gar nicht allzu langer Zeit. Erst in den 1990er Jahren öffnete sich das Netz für die Kommerzialisierung und wurde damit für mehr Menschen zugänglich. Vom vorsichtigen Testen von E-Mail-Kommunikation oder der ersten eigenen Website entwickelte sich ein gesellschaftlicher Umbruch: Die Digitalisierung betrifft heute alle Bereiche des täglichen Lebens und beeinflusst alle Wirtschaftsbranchen. Auch die Bankenbranche entwickelt kontinuierlich neue Ansätze, um ihre Services online zugänglich zu machen.

Die erste Version des Online-Bankings konnte lediglich den Kontostand anzeigen und Überweisungen durchführen. Die HVB-Mitarbeiterin Sabine Schmitz war damals schon rund 15 Jahre in der Kundenberatung tätig und erzählt, wie „Early Adopter“ zu begeisterten Nutzern wurden: „Der Großteil der Bankkunden war zunächst skeptisch. Viele hatten noch keinen Internetanschluss und zudem große Sicherheitsbedenken. Lediglich eine Hand voll Kunden traute sich an das neue Direct B@nking – zeigte sich allerdings schnell von ihrer hinzugewonnenen Unabhängig begeistert“. Als Beraterin sah Schmitz diese Veränderungen positiv und ermutigte ihre Kunden dazu, die neuen Möglichkeiten zu entdecken: „Die Weiterentwicklung des Direct B@nkings ermöglicht unseren Kunden immer mehr, ihre Bankgeschäfte individuell und unkompliziert zu erledigen. Über die Jahre ist aus einer gesunden Skepsis ein großer Zuspruch gewachsen.“ Insbesondere die hohe Verbreitung von Smartphones und Mobile Banking geben dieser Entwicklung weiteren Antrieb.

Schlaflose Nächte dank der New Economy

Mit der Verbreitung des Internets fand auch die New Economy ihren Höhepunkt. An der Deutschen Börse sorgte das Konzept des Neuen Marktes mit der Finanzierung junger Technologieunternehmen für Furore. „Nachdem die Telekom mit großem Medienrummel an die Börse gegangen ist, waren Aktien im Rahmen des Vermögensaufbaus sehr beliebt. Die Anlagestrategien an der Börse hatten damals noch häufig einen kurzfristigen Charakter, sodass die Kunden sehr viele Fragen hatten, die schnell erledigt werden mussten. Der Aktien-Boom beschleunigte unsere Tätigkeiten – und sorgte für die ein oder andere schlaflose Nacht“, berichtet Sabine Schmitz. Nach dem Platzen der berüchtigten DotCom-Blase verschwand die Aktien-Euphorie schlagartig und kehrte bis heute nicht zurück. „Bei vielen Kunden war die Erwartungshaltung leider höher als die Risikoeinschätzung – und viele mussten teils deutliche Kursverluste hinnehmen.“

Die Finanzmarktkrise 2008 belastete das Vertrauen der Kunden in die Banken. „Unsere Aufgabe als Betreuer war und ist es, die Kunden in ihrer aktuellen Lebenssituation abzuholen und ihnen mit passenden Ratschlägen und Angeboten für ihre jeweilige Finanzsituation zur Seite zu stehen – auch angesichts der immensen Informationsdichte, die das Internet heute zur Verfügung stellt. Die Kunden honorieren es, wenn wir im Beratungsgespräch auf ihre individuelle Situation und ihre Zukunftspläne eingehen.“

So individuell das Kundenbedürfnis, so individuell das Produkt

Mit der Zunahme individueller Lebensentwürfe und Finanzziele gab es auch einen Wandel bei den Produkten. Zum Beispiel Sparprodukte. „Nachdem die Zinsen in den 1980er Jahren zwischen 8 und 10 Prozent lagen, gab es für viele Sparer keinen Grund, klassischen Produkte wie Sparbuch oder Bundesschatzbriefe zu hinterfragen. Heute sind solche Produkte auch aufgrund der aktuellen Zinspolitik der EZB sehr viel niedriger verzinst“, erzählt Sabine Schmitz. Unterschiedliche Bausparmodelle, Produkte zur Altersvorsorge wie Riester- und die Rürup-Rente oder komplexe Finanzierungsmodelle erfordern einen Bankberater als persönliche Unterstützung für die langfristige finanzielle Planung eines Kunden. „Mir ist es wichtig, dass meine Beratung und schließlich auch das Produkt zu den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden passen.“

Die Produktpalette der Bank wird heute auch über die HVB Online Filiale vertrieben. Und auch dort ist die Kundenberatung zentraler Bestandteil und wird von den Filialmitarbeitern per Video durchgeführt. Lesen Sie nächste Woche im letzten Teil unserer Serie „Bank im Wandel“, welchen Beratungsansatz junge HVB-Mitarbeiter leben und wie sie die Digitalisierung der Bankenbranche weiter vorantreiben. Was Sabine Schmitz am Anfang ihrer Karriere in der Bank erlebt hat, lesen Sie im ersten Teil: Bank im Wandel: Von analog zu digital.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

back to top