Nachhaltigkeit

18.06.2013

Das Nachhaltigkeitsmanagement der HVB

Was einst ein Prinzip der Forstwirtschaft war, ist inzwischen zum Leitbild für das 21. Jahrhundert avanciert: Nachhaltigkeit. In der Ökonomie der Waldkultur bedeutet das, nur soviel Holz zu schlagen, wie nachwachsen kann. Heute ist der Begriff etwas weiter gefasst – nachhaltig agieren heißt, wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der natürlichen Umwelt in Einklang zu bringen.

Für die HypoVereinsbank ist das ein großes Thema – aber wie kann man sich das Nachhaltigkeitsbestreben einer Bank konkret vorstellen? Stefan Löbbert, Leiter des HVB-Nachhaltigkeitsmanagements, beantwortet mir dazu drei Fragen.

Herr Löbbert, wann ist eine Bank nachhaltig?

“Zunächst einmal ist keine Bank per se nachhaltig. Ob Sparkasse, Privat-, Genossenschafts- oder Großbank: Das muss man sich erst erarbeiten. Eine Bank agiert dann nachhaltig, wenn sie Verantwortung für ihr Handeln übernimmt. Konkret bedeutet das, dass sie solide und integer wirtschaftet, die ökologischen und sozialen Folgen ihres Geschäfts berücksichtigt, achtsam mit Mitarbeitern und natürlichen Ressourcen umgeht und sich für ihr gesellschaftliches Umfeld engagiert.

Der primäre Hebel für Nachhaltigkeit liegt dabei im Kerngeschäft einer Bank. Man kann sich Nachhaltigkeit parallel von zwei Seiten nähern: Zum einen kann man durch strikte Prozesse und ein Risikomanagement, das ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt,  gewisse Geschäfte ausschließen, wie z.B. Investitionen, die im Zusammenhang mit Kinderarbeit stehen. Und man kann gleichzeitig Geschäftsbereiche fördern und ausbauen, zum Beispiel die Finanzierung erneuerbarer Energien und das Angebot an nachhaltigen Anlageprodukten. Als Bank sitzen wir an einem wichtigen Hebel, indem wir durch die Art, was und wie wir finanzieren und investieren, Geschäfte ermöglichen, in nachhaltigere Bahnen lenken oder verhindern können.”

Und wie funktioniert das Nachhaltigkeitsmanagement einer Großbank konkret?

“Nachhaltigkeit ist ein Querschnittsthema und geht sämtliche Mitarbeiter an. Eine Nachhaltigkeitsabteilung kann zwar Strategien entwickeln, Maßnahmen initiieren und die Zielerreichung kontrollieren – alleine können wir die Bank jedoch nicht nachhaltig machen. Daher ist Nachhaltigkeit in sämtlichen Vertriebsaktivitäten verankert, vom Privatkundengeschäft über den Geschäftsbereich “Unternehmer Bank” bis hin zum Investmentbanking. Eine besonders wichtige Funktion hat hier das Risikomanagement inne. Durch die Steuerung von nicht nur ökonomischen, sondern auch ökologischen und sozialen Risiken können wir die Auswirkungen unserer Geschäfte mit beeinflussen .

Auch im alltäglichen Bankbetrieb ist Nachhaltigkeit ein Thema, also zum Beispiel bei Gebäudenutzung, Papierverbrauch, Abfallproduktion und Geschäftsreisen. Außerdem sind wir über das klassische Bankgeschäft hinaus aktiv und engagieren uns für das Gemeinwohl in den Regionen, in denen wir tätig sind. Besonders stolz sind wir darauf, dass unsere Mitarbeiter 2012 im Rahmen unserer Corporate-Volunteering-Programme knapp 80.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet haben!”

Was haben Sie bislang schon erreicht und welche weiteren Nachhaltigkeitsziele hat sich die HVB gesetzt?

“Wir haben mittlerweile die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen, damit Nachhaltigkeit in der HVB funktionieren kann. Daran arbeiten wir auch nicht erst seit der Finanzkrise, sondern seit über 20 Jahren! Aber natürlich müssen auch wir noch viele Extra-Meilen gehen, um die Nachhaltigkeit in allen Feldern der Bank umzusetzen. Dass wir insgesamt auf einem guten Weg sind, zeigen unsere sehr guten Bewertungen von den Nachhaltigkeits-Ratingagenturen, wie z.B. oekom research, die uns wiederholt als nachhaltigste Großbank weltweit eingestuft hat.

Auch künftig haben wir noch einiges vor. So streben wir noch dieses Jahr einen zu 100% klimaneutralen Bankbetrieb an – unter anderem bauen wir gerade unsere Firmenzentrale in München zu einem Green Tower um. Wir möchten Nachhaltigkeit sowohl auf Prozess- als auch auf Produktebene noch stärker verankern: durch einen hochkarätig besetzten Lenkungskreis Nachhaltigkeit  und das Ausloten neuer Geschäftsfelder im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen. Und wir wollen unser gesellschaftliches Engagement noch stärker in die einzelnen Regionen tragen, an die Orte, an denen wir tätig sind. Das ist alles noch sehr viel Arbeit, aber sie macht unglaublich viel Freude!”

Ich bedanke mich bei Stefan Löbbert für das aufschlussreiche Gespräch – in Sachen Nachhaltigkeit hat eine Bank offensichtlich noch viel mehr Möglichkeiten, als ich dachte. Wenn Sie sich davon gern selber ein Bild machen möchten, schauen Sie sich doch unser Video an:

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