Energieeffizienz
30.07.2015

KfW Förderprogramm

Unternehmen auf „Energie-Sparflamme“

Steigende Energiepreise erzeugen Kostendruck und belasten das Betriebsergebnis gerade kleiner und mittlerer Unternehmen. Dabei lässt sich durch gezielte Effizienzmaßnahmen, etwa bei Betriebsgebäuden oder Produktionsprozessen, jede Menge Strom sparen. Und: Investitionen in die Energieeffizienz amortisieren sich oft deutlich schneller als gedacht – nicht zuletzt auch deshalb, weil sie sich über ein KfW Förderprogramm zinsgünstig finanzieren lassen.

Die Erkenntnis, dass ein optimierter Energieeinsatz ein Wettbewerbsvorteil sein kann, hat sich bei vielen Mittelständlern schon durchgesetzt. Einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) zufolge möchten zwei Drittel der befragten Unternehmen im produzierenden Gewerbe in den kommenden zwei Jahren in konkrete Effizienzmaßnahmen investieren. Denn: Wer seinen Energieverbrauch senken kann, spart unterm Strich bares Geld. Laut einer Sonderbefragung des repräsentativen Mittelstandspanels der KfW (2014) belaufen sich die geschätzten Energiekosten der 3,6 Millionen mittelständischen Unternehmen in Deutschland derzeit auf insgesamt rund 250 bis 290 Milliarden Euro. Der Untersuchung zufolge hat bereits knapp die Hälfte (41 Prozent) der Mittelständler mit hohen Energiekosten in den letzten drei Jahren Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt. Viele haben eine Energieberatung in Anspruch genommen und dann zum Beispiel gezielt in Fuhrpark und Gebäude investiert oder sie haben auf Erneuerbare Energien im Unternehmen umgestellt.

Einsparungspotenziale nutzen!

Besonders bei kleineren Mittelständlern besteht allerdings immer noch erheblicher Verbesserungsbedarf. „Viele scheuen die Investitionskosten, die eine energieeffiziente Umrüstung mit sich bringt“, sagt Jürgen Drinhaus, Leiter der Förderberatung bei der HypoVereinsbank in München. Dabei sind die Einsparmöglichkeiten enorm. Pumpen- und Druckluftsysteme zum Beispiel verfügen über großes Potenzial. Der Anteil von Pumpensystemen am industriellen Stromverbrauch in Deutschland beträgt rund elf Prozent, der von Druckluftanwendungen etwa sieben Prozent. Nach Berechnungen der dena lässt sich der Energiebedarf durch den Einsatz effizienterer Systeme oder durch die Optimierung vorhandener Anlagen um bis zu 50 Prozent reduzieren. Auch bei der Beleuchtung oder beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien schlummern laut dena Stromersparnisse in ähnlicher Größenordnung. Die energetische Sanierung von Firmengebäuden oder der Neubau energieeffizienter Betriebsstätten bieten weitere nachhaltige Möglichkeiten, die Ausgaben für den Energieverbrauch spürbar zu senken.

Unterstützung bei den Profis holen

Die Einsparpotenziale im Unternehmen zu identifizieren, ist jedoch keine leichte Aufgabe. Eine qualifizierte Energieberatung kann dabei helfen, energetische Schwachstellen aufzudecken und konkrete Maßnahmen für einen verbesserten Energieeinsatz zu entwickeln. Diese Energieberatungen werden übrigens vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Für eine zinsgünstige Finanzierung der Energiesparmaßnahmen stehen verschiedene KfW-Energieeffizienzprogramme bereit. „Die Beantragung eines solchen KfW-Förderkredits erfolgt nach dem Hausbankprinzip. Das bedeutet, dass die Hausbank zwischen Antragsteller und KfW vermittelt und auch das Darlehen ausbezahlt“, erklärt Drinhaus: „Durch die Kooperation mit den Energieexperten der B.A.U.M. Group können unsere Förderberater sogar Energie- und Finanzberatung aus einer Hand anbieten.“ Um das gesamte Potenzial auszuschöpfen, aber auch, um keinen Förderanspruch durch bereits getätigte Investitionen zu verlieren, rät der Experte Unternehmern, ihr Vorhaben möglichst frühzeitig mit ihrer Hausbank abzuklären. „Diese prüft dann, ob sie den Förderkredit begleiten kann und legt dem Kunden einen Finanzierungsvorschlag vor.“

KfW-Energieeffizienzprogramme im Überblick

Wird der Förderantrag bewilligt, kommt es zwischen Kreditnehmer, Hausbank und KfW zum Vertragsabschluss. Bei energetischen Investitionen bietet die KfW zwei neue Förderprogramme mit den Schwerpunkten Bauen und Sanieren sowie Produktionsanlagen und -prozesse an. Mit dem Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ fördert die KfW den Neubau und den Ersterwerb energieeffizienter Gewerbeimmobilien sowie die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. Auch Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sind im Rahmen dieses Programms förderfähig. Dabei gilt: Je besser die Effizienzsteigerung, desto höher die KfW-Förderung. So sieht das Programm Tilgungszuschüsse von bis zu 17,5 Prozent vor. In einem weiteren Förderprogramm unterstützt die KfW Energieeffizienz steigernde Investitionen im Bereich Produktionsanlagen und -prozesse bei gewerblichen Unternehmen. Schon ab zehn Prozent Energieeinsparung ist eine Förderung mit günstigen Zinssätzen und langen Laufzeiten – sowohl in Deutschland als auch im Ausland – mit bis zu 25 Millionen Euro Darlehenssumme pro Vorhaben möglich. Maßnahmen, die zu einer besonders hohen Energieeinsparung führen (ab 30 Prozent), erhalten dabei sogar besonders günstige Konditionen.

Sie überlegen, auch in Ihrem Unternehmen in energieeffiziente Maßnahmen zu investieren? Mit unserem Erstcheck können Sie Ihre Einsparungspotenziale unter die Lupe nehmen.

 

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