29.10.2015
Tipp

Kindervorsorge

Richtig investieren für Kinder

Wie können Eltern das Geld für ihre Kinder anlegen? Welche Finanzprodukte stehen dafür zur Auswahl? Und für wen sind sie geeignet? Frank Leistner, Leiter Produktmanagement Vermögen und Vorsorge bei der HypoVereinsbank, erläutert die Vor- und Nachteile der gängigsten Anlagemöglichkeiten – für konservative Sparer und für solche, die bereit sind, ein gewisses Risiko einzugehen.

Der Banksparplan

Ein Banksparplan bietet sicherheitsorientierten Sparern die Möglichkeit, für den Nachwuchs regelmäßig eine festgelegte Summe über mehrere Jahre auf ein Sparkonto einzuzahlen. „Zwar ist die Verfügbarkeit vor Laufzeitende nicht oder nur unter Auflagen möglich, beispielsweise einem Vorfälligkeitsentgelt oder dem Verzicht auf Sparprämien, doch je nach Laufzeit werden Banksparpläne mit zusätzlichen Zinsprämien ausgestattet“, erklärt Frank Leistner. Zudem sind Banksparpläne in der Regel kostenlos und Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Anleger und Kreditinstitut über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert.

Einen weiteren Pluspunkt sieht HVB Experte Leistner im kalkulierbaren Ertrag, wenn die Sparrate über die Laufzeit durchgehalten wird. Bleibt die Frage: Für wen eignet sich ein Banksparplan? Frank Leistner: „Ein Banksparplan eignet sich vor allem für sicherheitsbewusste Anleger, die einen klar definierten Anlagehorizont haben und keinen Bedarf darin sehen, vor Ablauf der Laufzeit darüber verfügen zu müssen. Entsprechend ungeeignet ist er für Anleger, die während der Laufzeit Flexibiliät benötigen.“

Der Bausparvertrag

Der Bausparvertrag bietet sich an, um für Kinder und Jugendliche einen Grundstock für die erste Wohnungseinrichtung oder -finanzierung zu bilden. „Je nach Bausparsumme kann eine monatliche Einzahlung bereits schon ab 50 Euro sinnvoll sein“, so Leistners Rat. Zudem können Anleger eine Wohnungsbausparprämie und Arbeitnehmersparzulage (ab dem 16. Lebensjahr) oder die Riester-Förderung (bei sozialversicherungspflichtigem Arbeitsverhältnis) einfließen lassen. „Hinzu kommen eine kostenfreie Kontoführung bis zum 20. Lebensjahr sowie eine Wiedergutschrift der Abschlussgebühr – ein Bausparvertrag ist somit abgeltungssteuerfrei.“

Ein Bausparvertrag muss mindestens sieben Jahre laufen (maximal 15 Jahre). Erst dann ist er zuteilungsreif und erst dann können Anleger über ihr Geld verfügen. Dadurch eignet sich diese Anlageform auch für Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre. Ein passendes Produkt für HypoVereinsbank-Kunden ist zum Beispiel das „Bausparen mit Jugendbonus“ der Wüstenrot Bausparkasse.

Das Sparbuch

„Das Sparbuch ist ein flexibles Sparkonto mit einer geldmarktorientierten Verzinsung und dreimonatiger Kündigungsfrist. Pro Kalendermonat können Sie über bis zu 2.000 Euro frei verfügen“, sagt Frank Leistner. Der HVB-Profi sieht die Vorteile dieser Produktlösung ganz klar in der Flexibilität und der relativ kurzfristigen Verfügbarkeit der angesparten Beträge: „Das Sparbuch eignet sich deshalb gut für sicherheitsorientierte Anleger zur Liquiditätshaltung.“

Passende Produkte für HVB-Kunden wären beispielsweise das HVB PlusSparen (variabel) oder die FC Bayern SparKarte. Anleger, die eine im Vergleich zum Rentenmarkt höhere Rendite oder einen festen Einmalbetrag für eine mittlere bis längere Laufzeit gewinnbringend erzielen möchten, sollten das Sparbuch nicht in Betracht ziehen, rät der Profi.

Der Sparbrief

Wie nahezu jede Art der Geldanlage hat auch der Sparbrief seine Vor- und Nachteile. Frank Leistner: „Die Hauptvorteile des Sparbriefs sind sicherlich seine gewisse Sicherheit sowie sein fester, kalkulierbarer Ertrag.“ Mit seinem festen kapitalmarktorientierten Zins und der definierten Laufzeit eignet sich der Sparbrief vor allem für Anleger, die keine Verfügbarkeit während der Laufzeit benötigen“, so der Experte.

Die Laufzeiten eines Sparbriefes betragen zwischen einem und zehn Jahren. Je länger sich ein Kunde bindet, desto höher sind in der Regel die Renditen. Entsprechend eignet sich der Sparbrief für sicherheitsorientierte Anleger, die keine Verfügbarkeit während der Laufzeit benötigen. Der Nachteil: Eine Kündigung vor Ende der Laufzeit ist ausgeschlossen. Wer sein Geld auf die Schnelle braucht, dem bleibt nur die Beleihung des Sparbriefs.

Das Festgeldkonto

Für sicherheitsorientierte Anleger, die für den Nachwuchs ein definiertes kurzfristiges Sparziel im Auge haben, eignet sich laut HVB Experte Frank Leistner ein Festgeldkonto, zum Beispiel das HVB Festgeld: „Wenn Sie eine größere Summe, beispielsweise 5.000 Euro für Ihre Kinder angespart haben, können Sie mit einem Festgeldkonto Ihre Renditechancen steigern, indem Sie das Geld für eine überschaubare Zeit fest anlegen. Die Zinszahlung erfolgt meist am Laufzeitende, kann aber auch monatlich, quartalsweise oder zum 31.12. eines Jahres festgelegt werden“, erklärt Leistner. Die Laufzeiten für ein Festgeldkonto beginnen ab 30 Tagen aufwärts.

Zur Person

Frank Leistner verantwortet seit 2014 das Product Management Investment Business bei der UniCredit Bank AG. Zuvor war der gebürtige Sylter, der seit 1997 für die Bank tätig ist, unter anderem Head of Product Management Closed End Funds.

Das Tagesgeldkonto

Frank Leistner: „Ein Tagesgeldkonto ist, im Gegensatz zum Festgeldkonto oder Sparbuch, eine täglich verfügbare Einlage ohne Kündigungsfrist und mit einer geldmarktorientierten Verzinsung, die in aller Regel unter der eines Sparkontos rangiert.“ Der Nachteil der geringen Verzinsung trifft bei diesem Produkt auf die Vorteile einer hohen Liquidität und einer gewissen Sicherheit. Das macht das Tagesgeldkonto vor allem für sicherheitsorientierte Anleger mit kurzfristiger Liquiditätshaltung zu einer Option. Das heißt, der Kunde kann sein Erspartes auch täglich, komplett und ohne Kündigung abziehen. Ein Tagesgeldkonto ist also ein flexibler, jedoch vorübergehender Parkplatz für die Spargelder des Nachwuchses, bis eine Anlageentscheidung gefällt wurde.

Der Fondssparplan

Ein Fondssparplan ist ein Sparvertrag, bei dem Sie regelmäßig in einen Investmentfonds einzahlen. „Dabei kann der Anleger die Höhe der Sparrate, den Investmentfonds sowie den Spartermin weitgehend selbst bestimmen“, so Experte Leistner.

Während viele Sparer zu einem ungünstigen Zeitpunkt in den Kapitalmarkt ein- oder aus ihm aussteigen, führt die Strategie eines Fondssparplans automatisch zu einem antizyklischen Verhalten. Dank einer festen Sparrate erhalten Kunden bei steigenden Kursen zwar weniger, bei sinkenden Kursen dafür mehr Fondsanteile. „Diese Kausalität wird als Durchschnittskostenprinzip oder ‚Cost-Average-Effekt‘ bezeichnet. Dieser positive Effekt lässt sich vor allem bei Aktienfonds ausnutzen, da diese im Vergleich zu Rentenfonds höheren Schwankungen unterliegen“, so Frank Leistner.

Dennoch sollte die Ausrichtung längerfristig sein, rät der Profi. Im Gegensatz zur Einmalanlage kann der Anleger in einer Börsenphase mit stark schwankenden Kursen mit einem Fondssparplan eher von niedrigen Kursen profitieren. Was die Kosten angeht, fällt die jeweilige Kaufprovison des Investmentfonds an. Normalerweise ist auch ein Depotpreis üblich. Eine Ausnahme bildet hier das HVB Fondssparen. Bei diesem Produkt profitieren Kunden von der Verwahrung des Fonds in einem HypoVereinsbank-Depot.

Mehrere Spartöpfe sinnvoll?

„Ja, es kann sinnvoll sein, mehrere Spartöpfe anzulegen“, empfiehlt Frank Leistner. Jedoch sollten dabei unbedingt die Fragen nach dem Anlagehorizont und der Sicherheit der Anlage beantwortet werden, denn: „Je nach Laufzeit, Verfügbarkeit, Renditeerwartung und Risikoeignung bieten sich unterschiedliche Produkte an“, weiß Leistner. Sein Tipp: „Wer ein langfristiges Sparziel verfolgt, kann sich mehr Risiko leisten.“

Für all diejenigen, die für ihre Kinder nicht nur sparen, sondern ihnen auch den Umgang mit Geld lehren wollen, empfiehlt Frank Leistner einen Aktienfonds-Sparplan. Bei dieser Lösung benötigt der Sparer zwar einen längerfristigen Anlagehorizont, bewahrt sich jedoch die Chancen auf einen Renditegewinn gegenüber dem klassischen Sparbuch. Zeitpunkt und Höhe der Sparraten können selbst bestimmt werden, sind veränderbar und es besteht keine Laufzeitbindung. Über den Anlagebetrag kann täglich durch Verkauf der Fondsanteile verfügt werden. Jedoch müssen dabei aufgrund von Börsenschwankungen möglicherweise auch Kursverluste zu diesem Zeitpunkt in Kauf genommen werden. Welcher konkrete Fonds jeweils geeignet ist, hängt dabei von der individuellen Risikoneigung des Kunden ab.

Wenn die Kinder dann älter sind und angehende Schüler, Auszubildende oder Studenten, empfiehlt sich ein Girokonto, zum Beispiel das HVB Konto Start für junge Menschen bis 25 Jahre.

Generell gilt beim Sparen für Kinder: Je früher, desto besser

„Je früher Sie mit dem Sparen anfangen, je mehr können Sie Ihren Kindern später bieten“, empfiehlt Experte Leistner. Deshalb können Kunden bei der HypoVereinsbank mit dem HVB Finanzkonzept von einer ganzheitlichen und zertifizierten Anlageberatung in Bedarfsfeldern wie Liquidität, Vorsorge, Immobilien und Vermögen profitieren. Bevor also das Geld für die lieben Kleinen unüberlegt in irgendein Anlageprodukt wandert, sollte eine ausführliche Bedarfsanalyse durchgeführt werden, bei der persönliche Erfahrungen im Wertpapiergeschäft sowie Anlagewünsche und -ziele im Vordergrund stehen. Im Anschluss daran erfolgen die Festlegung der persönlichen Risikobereitschaft und die Entwicklung der individuellen Anlagestrategie.

  1. chris
    23. November 2015, 9:32

    Wenn ich die Inflation abziehe bleibt unter dem strich 0 Rendite !! Super Tipp

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