22.09.2014

Konjunktur

Börse: So beeinflussen Indikatoren die Kurse

Auf Börsianer prasselt jede Woche eine wahre Flut an Datenmaterial herein. Insbesondere den Wirtschaftsindikatoren wird dabei große Aufmerksamkeit geschenkt. Manche Daten können den Investoren kein müdes Lächeln mehr entlocken, andere wiederum können für deutliche Kursausschläge verantwortlich sein. Unsere Kollegen von onemarkets stellen die wichtigsten Indikatoren vor und verraten Ihnen, welche davon in besonderem Maße Einfluss auf die Märkte nehmen.

Bereits seit mehr als vier Jahrzehnten findet der Geschäftsklima-Index des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) auf dem deutschen Handelsparkett höchste Beachtung. Monatlich beurteilen 7.000 Unternehmen aus dem Groß- und Einzelhandel, Bau- und verarbeitenden Gewerbe ihre aktuelle Geschäftslage und geben einen Ausblick auf die nächsten sechs Monate. Veröffentlicht wird der Index alle vier Wochen. Nahezu ebenso wichtig ist der ZEW-Index, der ebenfalls die Konjunkturerwartungen widerspiegelt. Die Umfrage wird vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim unter rund 300 Finanzexperten durchgeführt und ausgewertet. Die Ergebnisse sind volatiler als die des ifo-Instituts, da häufig die aktuelle Stimmung an den Finanzmärkten die Teilnehmer beeinflusst. Daher kann das Barometer eher als Gradmesser der Stimmung denn als verlässlicher Konjunkturindikator betrachtet werden.

Internationale Größen

Über die Landesgrenzen hinaus liefert der Einkaufsmanager-Index wichtige konjunkturelle Signale. Das Barometer setzt sich unter anderem aus Auftragseingängen, Preisen und Beschäftigung zusammen. Da der Index für viele Länder unter identischen Voraussetzungen ermittelt wird, lassen sich damit auf einfach Weise internationale Konjunkturvergleiche anstellen. Ein Vorteil des Barometers ist, dass es auf Tatsachen beruht und nicht auf Meinungen. So gilt der Index als verlässlicher Indikator für die wirtschaftliche Aktivität. Wie es tatsächlich um die Konjunktur eines Landes bestellt ist, zeigt sich bei der Veröffentlichung der Zahlen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Gradmesser der USA

Die USA haben noch weitere spezielle Signalgeber, die nicht nur die Wall Street aufhorchen lassen, sondern weltweit die Börsen beeinflussen können. Dazu zählt der ISM-Index, der Uni-Michigan-Konsumklimaindex sowie die US-Arbeitsmarktdaten. Aber auch der vom Institut for Supply Management (ISM) berechnete Einkaufsmanagerindex wird an den Märkten ebenso wie der Uni-Michigan-Konsumklimaindex stark beachtet. Die Marktforscher der Universität Michigan erheben den Index bereits seit dem Jahr 1969. Er gilt seither als wichtiger Frühindikator, der die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher prognostiziert. Ein entscheidender Faktor, denn die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung aus.

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