03.11.2014
Fotos

HVB Kunst Hamburg

Kunst im Büro: Das Hansa Carrée in Hamburg

Auf 21.000 Quadratmetern Bürofläche beherbergt das Hansa Carrée in Hamburg nicht nur 900 Mitarbeiter der HypoVereinsbank, sondern auch 600 Schätze aus ihrer Kunstsammlung. Gemälde, Fotografien oder Installationen sorgen auf den langen Fluren des Bürogebäudes für Farbe und Struktur, für Orientierung und Akzente, für Kommunikationsanlässe und Diskurs.

Einen exklusiven Einblick in diese Sammlung erhielten kunstbegeisterte Hamburgerinnen und Hamburger im Rahmen der Veranstaltung addart, für die zahlreiche Unternehmen die Tore zu ihren Kunstsammlungen öffneten. Das besondere am HVB-Standort: In den einzelnen Stockwerken des Gebäudes sind die Werke so thematisch zusammengefasst, dass jeweils ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Wir nehmen Sie mit auf eine kleine Führung durch die Kunst im Hansa Carrée.

Wolfgang Tilmanns, Minato-Mirai-21, 1997, Color-Print

Während der deutsche Fotograf Wolfgang Tillmans in seiner Anfangszeit bevorzugt in der Clubszene unterwegs war und dort spontane, fast schnappschussartige Szenerien aufgenommen hat, zeigt seine Fotografie Minato Mirai einen Teil des Hafens von Yokohama. “Minato” bedeutet “Hafen”, “Mirai” ist das japanische Wort für “Zukunft”. Aus einer Docklandschaft gewonnen, steht dieser Stadtteil mit den höchsten Wolkenkratzern Japans, Kunstmuseum und attraktiven Freizeitangeboten für das 21. Jahrhundert und modernen Annehmlichkeiten konzipierter Städte. Indem Tillmans gerade den Hafenausschnitt dieses Projekt-Stadtteils als Motiv wählt, erinnert er an dessen Ursprünge. Das Bild prägt die Eingangshalle im Erdgeschoss des Hansa Carrées und symbolisiert das Thema des Stockwerks mit einem “Blick hinaus” – in Alltagszenerien, Umgebungen und Menschen.

Rinus van de Velde, There is a big Difference between Trophies and Souvenirs, 2009, Sibirische Kohle auf Papier

Im ersten Obergeschoss des Hansa Carrées wird das Thema “Menschen” in vielfältigen künstlerischen Formaten wiedergespiegelt. Die Kohlezeichnung von Rinus van de Velde zeigt in diesem Zusammenhang die Spannungen zwischen Ankunft und Abschied vor dem Hintergrund einer Reise und der Frage nach dem Umgang mit Erinnerungen. Der Rücken des Protagonisten ist dem Betrachter zugewandt. Dieser ist frei in seiner Interpretation, ob das Fell und der Regenschirm für die Erinnerungen des Protagonisten nun eine Trophäe darstellen oder die Bedeutung eines Souvenirs einnehmen.

Marvin Newman, New York Stock Exchange, 1957, s/w-Fotografie

Die Welt des Handels ist ein Thema, dem sich die Bank auch in ihrer Kunst zuwendet. Das erste Obergeschoss des Hansa Carrée zeigt unter anderem Fotografien von Marvin Newman, der wie kein anderer in den 50er Jahren das Treiben an der New Yorker Börse festhielt. Die Bilder spielen mit den großen Gegensätze der Börsenwelt, zeigen mal Isolation und Nachdenklichkeit, mal Gewinn und mal Verlust. Obwohl die Bilderserie in den 50er-Jahren entstand, verleiht die realistische Anmutung und der journalistische Stil den Fotografien eine starke Aktualität.

Aleksandra Mir, Blan14885_Mir_Aleksandrak, 2010, Marker auf Papier

Kunst als Freiheit des Betrachters, vor seinem eigenen Hintergrund einem Werk eine individuelle Bedeutung zuzuweisen – dies ist die Sichtweise der Künstlerin Aleksandra Mir auf Kunst, die sich auch in ihrem Werk “Blank” wiederspiegelt. Die Arbeit aus ihrer Serie Vinyl zeigt dabei eine Schallplatte, die nur durch Marker gezeichnet wurde, deren Tintenstand teilweise zur Neige gehen. Das Etikett ist leer, sodass die Interpretation des Betrachters gefragt ist. In diesem Sinne ist das zweite Obergeschoss des Hansa Carrées von Werken mit Zeichen und Formen geprägt, die durch abstrakte Erscheinungen viel Raum zur Interpretation eröffnen.

Nicola Hanke, ohne Titel, 2011, Öl auf Leinwand

Geradezu altmeisterlich und realistisch zeigt Nicola Hanke in ihrer Malerei Stoffe und Stickereien. Durch die Texturen der Oberflächen und Schatten werden die Materialien spürbar und geben dem Betrachter eine neue Sichtweise, die Spannungen zwischen dem Aufdecken und Zudecken der einzelnen, ganz alltagstypischen Texturen herstellt. Hanke zeigt damit nur eine Variation des Themas “Strukturen”, das die Kunst im dritten Obergeschoss des Hansa Carrées prägt. Während sie sich dem Thema auf organisch nähert, zeigen andere Künstler geometrische Formen, bewegte Linien oder Farbvariationen um Strukturen für den Betrachter als Störer gewohnter Muster einzusetzen.

Weitere Einblicke in die Kunstsammlung der HypoVereinsbank erhalten Sie in der HVB Kunstapp.

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