21.12.2014
Tipp

Last Minute Geschenke

Last-Minute-Geschenke: Gutes tun am Gabentisch

Ach Du Schreck! Weihnachten steht vor der Tür und noch nicht alle Geschenke zusammen? Ihnen fehlen die Ideen, denn Ihre Lieben haben schon alles? Verschenken Sie Weihnachten doch einfach eine Spende für Menschen, denen es am Nötigsten fehlt.

Die Flüchtlingskinder in der Münchner Notunterkunft „Bayernkaserne“ haben alles verloren. Doch während der Weihnachtsfeier sind sie genauso fröhlich, wie alle Kinder, für die ein Herzenswunsch wahr wird. Mit der Aktion „Kinderaugen zum Leuchten bringen“ erfüllen HVB-Mitarbeiter und -Kunden an 84 Standorten jedes Jahr zu Weihnachten persönlich 4.000 Wünsche von sozial benachteiligten Kindern. Die Aktion ist Teil des HVB-Programms „Wir für die Region„, bei dem sich Mitarbeiter das ganze Jahr über vor Ort ehrenamtlich engagieren. In der Niederlassung Zirndorf koordiniert Emile Winters die Spenden-Aktivitäten und schlüpft sogar selbst in die Rolle des Weihnachtsmanns. „Die begeisterten Eltern und Pädagogen und insbesondere die glücklichen und strahlenden Kinderaugen sind so einmalig schön, dass ich diese tollen Erlebnisse nicht mehr missen möchte. Seit 2011 organisieren wir im Team Erlangen die  Aktion und jedes Jahr wird unser Engagement mehr als belohnt. Denn der Slogan ‚helfen macht glücklich‘ stimmt einfach“, erklärt der Teilzeit-Weihnachtsmann.

"Helfen macht glücklich"

Dass helfen glücklich macht, weiß nicht nur Emile Winters von der HypoVereinsbank, sondern auch 23,3 Millionen Deutsche, die laut Deutschem Spendenrat 2013 gemeinsam die Rekordsumme von 4,7 Milliarden Euro gespendet haben. Zu Weihnachten bietet sich eine Spende auch als Geschenk an. Denn Hand auf’s Herz: Braucht Tante Inge wirklich ein weiteres Sudoku-Heft? Wird das Leben von Onkel Herbert mit einer Pralinenschachtel besser? Trägt Mutti den Schal tatsächlich oder verschwindet er irgendwann im übervollen Kleiderschrank?

Geschenke für Menschen, die schon alles haben

Viele Spenden-Organisationen reagieren auf die jährlichen Geschenkeschlachten auf ihre Weise und bieten Spenden auch als Präsente an. Wie in herkömmlichen Online-Shops werden Spendengüter in den Warenkorb gelegt und via PayPal oder Kreditkarte bezahlt. Der Beschenkte erhält dann eine Urkunde, die ihm verrät, wo und wie sein Weihnachtsgeschenk Gutes tut. Bei „Oxfam Unverpackt“ oder dem Unicef-Spendenshop kann man von der „Ziege für Mosambik“ über die „Latrine für ein Flüchtlingscamp“ bis hin zu „Alphabetisierung für Frauen in Pakistan“ jede Menge Hilfe verschenken. Last-Minute-Schenker können sich die dazugehörige Urkunde selbst am Computer ausdrucken. Wer auf ein haptisches Geschenk nicht verzichten, aber dennoch nachhaltig schenken möchte, kann sich in den Online-Läden von Organisationen wie dem BUND oder Fairtrade umsehen.

Und nach Weihnachten?

Spenden zu Weihnachten sind für alle Hilfsorganisationen ein Segen. Doch auch den Rest des Jahres ist jede Hilfe willkommen. Ein regelmäßiges Engagement lohnt sich immer, sei es als Patenschaft, Fördermitgliedschaft oder als Zeitspende in Form eines Ehrenamts. Wofür können Sie sich begeistern? Wen oder was möchten Sie unterstützen? Lieben Sie den Wald oder Tiere? Reisen Sie gerne in ein bestimmtes Land? Interessieren Sie sich besonders für medizinische Themen? Sicherlich werden Sie auch zu Ihrem Lieblingsthema oder in Ihrer Region eine Wohltätigkeitsorganisation finden, die sich über Ihre Unterstützung freut. Unsere Spenden-Tipps von A bis Z helfen Ihnen, sich im Dschungel der Spenden-Organisationen zurechtzufinden und die schwarzen Schafe von den echten Helfern zu unterscheiden.

Spenden-Tipps von A bis Z

Ganz Allgemein gilt: Seriöse Hilfswerke können Geldspenden effektiver einsetzen als Sachspenden. Dies gilt auch für Altkleider. Häufig verkaufen gemeinnützige Organisationen gespendete Gebrauchtkleider wieder und nutzen den Erlös für karitative Zwecke. Achten Sie darauf, wem Sie Ihre Altkleider anvertrauen und welchem Zweck sie dienen. Auch kommerzielle Gebrauchtkleider-Betriebe können im Namen einer gemeinnützigen Organisation arbeiten. Eine Alternative zum Container ist die Abgabe direkt bei einer Kleiderkammer in Ihrer Nähe.

Die meisten Spenden-Organisationen – auch die seriösen – nutzen Briefwerbung, um Ihre Spender anzusprechen. Gerade bei Adressaten, die nur kleine Beträge spenden, übersteigt der Werbeaufwand häufig die Höhe der Spende. Durch einen formlosen Widerspruch direkt bei den Spenden-Organisationen verhindern Sie die Flut der „Bettelbriefe“.

 

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen hat auf seiner Website eine „Checkliste für sicheres Spenden“ veröffentlicht, die eine erste Orientierung bei der Bewertung von Spenden-Organisationen bietet.

Seriöse Organisationen werden Ihnen gegenüber keinen Druck aufbauen, um Spenden zu sammeln. Zu drastische Bilder und Formulierungen können genauso dazu gehören, wie aufdringliche Mitarbeiter, die an der Haustür oder an Straßenständen um Spenden bitten.

Wer wenig Geld, aber vielleicht Zeit übrig hat, kann auch mit einem Ehrenamt viel Gutes tun! Bei knappen öffentlichen Geldern wird das freiwillige Engagement immer wichtiger. Ob in der Kultur, der Jugendarbeit oder im sozialen Bereich: Viele Bereiche unserer Gesellschaft würden ohne ehrenamtliche Helfer nicht mehr funktionieren.

Eine Fördermitgliedschaft ist ebenfalls eine gute Möglichkeit des langfristigen Engagements. Im Gegensatz zu regelmäßigen Mitgliedern sind Fördermitglieder die „stillen Teilhaber“ eines Vereins. Zumeist haben sie kein Stimmrecht, aber auch keine Verpflichtungen, sich vor Ort persönlich einzubringen. Mit einer Fördermitgliedschaft können Sie nicht nur Tierschutzvereine, sondern zum Beispiel auch die Jugendsparte Ihres Lieblings-Sportvereins unterstützen.

Grundsätzlich gilt: Geldspenden können wesentlich effektiver eingesetzt werden als Sachspenden. Oft ist allein der Transport einer Sachspende in das Zielland teurer, als das benötigte Gut vor Ort zu kaufen. Hinzu kommt noch der hohe Aufwand für die Organisation, die Ihre Sachspenden weiterleitet.

Bei Werbung um Spenden an der Haustür oder auf der Straße ist Vorsicht geboten! Meist handelt es sich hierbei um professionelle Werber, die für jeden „Abschluss“ eine Provision erhalten. Mit entsprechend drastischen Methoden werden gutgläubige Passanten zur Spende gedrängt. Sollten Sie unsicher sein, unterschreiben Sie zunächst nichts und informieren Sie sich noch einmal bei einer unabhängigen Stelle.

Internationale Freiwilligendienste organisieren ein ehrenamtliches Engagement im Ausland. Meist wird für die Mitarbeit über einen bestimmten Zeitraum Kost und Logis gewährt. Die Mehrzahl der Programme richtet sich an jüngere Menschen bis etwa 30 Jahre, es finden sich jedoch auch Angebote ohne Altersbeschränkung. Träger der Freiwilligendienste sind staatliche Organisationen, die Kirchen oder gemeinnützige wie kommerzielle Anbieter.

Eine gute Möglichkeit, sich über Arbeitsweise und Mittelverwendung einer Spenden-Organisation zu informieren, ist der Jahres- bzw. Geschäftsbericht. Die meisten gemeinnützigen Organisationen bieten ihn zum Download auf ihrer Website an. Hier finden Sie nicht nur die harten Fakten rund ums Finanzielle, sondern häufig auch einen Überblick über die Aktivitäten während des jeweiligen Jahres.

Nichts bewegt unsere Herzen so sehr wie Katastrophen, durch die Menschen unverschuldet in Not geraten. Ob Stürme, Fluten, Erdbeben, Epidemien oder Flüchtingsströme – bei Katastrophen ist schnelle Hilfe gefragt, die besonders effektiv von den großen Hilfswerken wie Unicef, dem Roten Kreuz oder Ärzte ohne Grenzen geleistet werden kann. Haben Sie ein Auge auf Trittbrettfahrer! Bei Katastrophen mit hoher medialer Aufmerksamkeit rufen auch vermehrt unseriöse Organisationen zu Spenden auf, die entweder zu wirksamer Hilfe nicht in der Lage sind oder sich gar selbst bereichern wollen.

Spenden Sie doch direkt in Ihrem Umfeld! Vielleicht kennen Sie eine Nachbarschaftsinitiative? Oder eine Bekannte kümmert sich um Obdachlose? Eine Kollegin organisiert Ausflüge für Kinder aus sozial schwachen Familien? Bei Spenden dieser Art können Sie sicher sein, dass Ihre Hilfe auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Auf ein Spendensiegel oder andere Zertifikate können Sie in diesen Fällen getrost verzichten.

Sicher, wir alle spenden, weil wir für Menschen oder Tiere Mitleid empfinden. Doch bei der Auswahl des richtigen Spendenzwecks ist Mitleid allein ein schlechter Ratgeber. Lassen Sie sich nicht zu sehr von Ihren Emotionen leiten, sondern verlassen Sie sich mehr auf sachliche Informationen, ehe Sie Ihr Geld spenden.

Ihnen liegt die Nachhaltigkeit Ihrer Spende besonders am Herzen? Dann suchen Sie sich gezielt Projekte, die darauf ausgerichtet sind, langfristig Verbesserungen zu erzielen. Oft sind das – im Gegensatz zur Katastrophenhilfe – die stilleren Anliegen, die eine eingehendere Recherche voraussetzen. Spenden Sie zum Beispiel für Aufklärungskampagnen, Bildung oder für die Erforschung von Krankheiten. So können Sie sicher sein, dass Ihre Spende noch lange nachklingt.

Die Möglichkeiten online zu spenden sind vielfältig: Sie reichen von einfachen Formularen für Einzugsermächtigungen über Spenden via PayPal oder Kreditkarte bis hin zu Online-Shops in denen zweckgebundene Spenden in den Warenkorb gelegt und bezahlt werden können. Bei Online-Spenden sollten sie dieselbe Obacht walten lassen, wie bei Offline-Spenden. Die Anonymität des Internets macht es unseriösen Spendensammlern besonders leicht, gutgläubige Menschen hinters Licht zu führen.

Mit einer Patenschaft unterstützen Sie regelmäßig ein Projekt oder einen bedürftigen Menschen. Anders als früher kommt bei Patenschaften für Kinder das gespendete Geld nicht mehr dem Kind allein, sondern der ganzen Dorfgemeinschaft zu Gute. So werden Neid und Missgunst verhindert und die nachhaltige Entwicklung der ganzen Gemeinschaft gefördert. Wenn Sie einen Briefwechsel mit Ihrem Patenkind wünschen oder es besuchen möchten, bedenken Sie bitte, dass ein persönlicher Kontakt immer einen erheblichen Mehraufwand für die vermittelnde Organisation bedeutet.

Achten Sie auf Qualitätssiegel! Das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen ist in Deutschland weit verbreitet. Aber auch andere Siegel und Prüfstellen wie die „Initiative Transparente Zivilgesellschaft„, der TÜV, die Stiftung Warentest oder PriceWaterhouseCooper geben Aufschluss über Qualität und Seriosität einzelner Spenden-Sammler. Bleiben Sie trotz Siegel kritisch! Ist die Vergabestelle des Siegels selbst seriös? Welche Kriterien müssen erfüllt werden, um das Siegel zu erhalten? Ein Siegel zum Kaschieren zweifelhafter Ziele ist schnell erfunden und auf die eigene Website gebracht.

Die meisten Spenden-Organisationen bieten verschiedene Möglichkeiten an, einen guten Zweck regelmäßig zu unterstützen. Der einfachste Weg ist eine Einzugsermächtigung, über die ein festgelegter Betrag monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich eingezogen wird. Darüber hinaus gibt es zum Beispiel Patenschaften, die nicht nur für Kinder aus armen Regionen, sondern auch für Tiere, Bäume oder ganze Landstriche übernommen werden können.

Unternehmen und wohlhabende Privatpersonen gründen für ihr gesellschaftliches Engagement häufig eine Stiftung. So haben sie auf den Einsatz der Gelder einen direkten Einfluss und ermöglichen ein langfristiges Engagement für eine Sache, die dem Stifter oder der Stifterin besonders am Herzen liegt. Auch Stiftungen sind oft auf Spenden oder Zustiftungen angewiesen.

Ein Testament ist eine weitere Möglichkeit einen guten Zweck zu unterstützen. Besonders Menschen ohne eigene Kinder machen häufig davon Gebrauch – ob es sich nun um einen Teil oder das ganze Erbe handelt. Größere Organisationen haben meist einen eigenen Ansprechpartner für Erbschaftsspenden, die Sie bei der Umsetzung ihres Spendenvorhabens unterstützen.

Bedrängen, dramatisieren, verschleiern – mit diesen Mitteln arbeiten Organisationen mit zweifelhaften Zielen. Wird mit drastischen Bildern in den Informationsmaterialien, einem aufdringlichen Verhalten oder unkonkreten Antworten auf Nachfragen Druck aufgebaut, ist Vorsicht geboten. Spenden Sie in diesem Fall zunächst nichts und informieren Sie sich gründlich über die Spenden-Organisation und ihr Vorhaben.

Niemand möchte, dass seine Spende im Verwaltungsapparat einer Hilfsorganisation „verpufft“. Doch bedenken Sie, dass erst die Mitarbeiter das Sammeln und Verteilen von Spenden ermöglichen. Organisationen, die das DZI-Spendensiegel tragen, sind an eine Obergrenze für Verwaltungs- und Werbekosten gebunden. Diese variiert je nach Art und Arbeitsweise. Im Durchschnitt verwendeten alle Organisationen mit DZI-Siegel 14 Prozent ihrer Einnahmen für Verwaltung und Werbung.

Organisationen, die Sie seriös um eine Spende bitten, werden Sie nicht unter Druck setzen. Unser Tipp: Wenn Sie in der Fußgängerzone oder anderweitig angesprochen werden, spenden Sie nicht sofort. Informieren Sie sich noch einmal in Ruhe zu Hause und treffen Sie erst dann Ihre Entscheidung.

Zu Weihnachten, wenn die Menschen besinnlich werden und das Weihnachtsgeld das Konto aufpolstert, ist das Spendenaufkommen am höchsten. Manche Organisationen leben das ganze Jahr von den Spenden zum Fest der Liebe und stellen ihre Finanzpläne entsprechend auf. Spenden Sie also auch ruhig weiterhin zu Weihnachten!

Auch die sozialen Netzwerke wie YouTube, Facebook, Twitter, Google+ & Co. können erste Anlaufstellen sein, um sich über die Aktivitäten und das Renommee einer Hilfsorganisation zu informieren. Welche Erfahrungen haben andere User gemacht? Wie stellt sich die Organisation im Netz dar? Werden Fragen offen beantwortet? Wie wird mit Kritik umgegangen?

Jeder Spender möchte, dass seine Hilfe genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Zweckgebundene Spenden dürfen von den Hilfswerken nur für das angegebene Projekt eingesetzt werden. So erhalten zum Beispiel Naturkatastrophen nicht nur eine große mediale Aufmerksamkeit, sondern dadurch auch viele Tausende Euro an Spendengeldern. Doch auch das stillere Leid auf dieser Welt kann Ihre Unterstützung gebrauchen. Allgemeine Spenden ermöglichen den Wohltätigkeitsorganisationen, Gelder gleichmäßig auf verschiedene Projekte zu verteilen.

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