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26.01.2015

Lichtkunst

HypoVereinsbank bringt München zum Leuchten

Ein Ölgemälde in einem vergoldeten Rahmen oder eine Fotografie auf Acryl – es gibt viele Möglichkeiten, Kunstwerke in Szene zu setzen. Doch seit dem 23. Januar stellt die Lichtkunst auf dem 114 Meter hohen HVB-Tower in München alles andere in den „Schatten“.

Im Rahmen der Langen Nacht der Architektur fiel der Startschuss für ein spektakuläres Kunstprojekt: Der HVB-Tower, Münchens dritthöchstes Bürogebäude, verwandelt sich für sieben Tage in eine Lichtkunst-Installation.

HVB – The Tower to inspire

Der HVB-Tower ist derzeit eine Großbaustelle. Seit 2013 wird die künftige Verwaltungszentrale der HypoVereinsbank in einem großangelegten Projekt von Grund auf saniert und in ein nachhaltiges Bürogebäude (Green Building) umgebaut. Das seit 2006 unter Denkmalschutz stehende Wahrzeichen soll künftig inspirieren und neue Impulse vermitteln – nicht nur als Green Building, sondern auch als Kunstwerk und Arbeitswelt von morgen.

Das nun angebrochene letzte Jahr der Tower-Modernisierung steht unter dem Motto „HVB – The Tower to inspire“. Projekte mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten werden in und um den Tower stattfinden: Den Auftakt macht ein Licht-Kunstwerk – passend zum von der UNESCO ausgerufenen Internationalen Jahr des Lichts.

Eine Baustelle wird zum Kunstobjekt

Für dieses Projekt konnte der international bekannte Künstler Philipp Geist gewonnen werden, der unter anderem schon die Christus-Statue in Rio zum Leuchten brachte. Geist erkannte schnell den Reiz an dieser Aufgabe: „Es ist ein sehr spannendes Projekt für mich und auf Grund der Größe und der interessanten Architektur auch eine echte Herausforderung“. Diese Herausforderung hat Geist angenommen – und wie seit dem 23. Januar zu sehen ist auch bravourös gemeistert. Für insgesamt sieben Tage ist nun auf der Außenfassade des Towers eine malerische Installation zu sehen, die das Thema Nachhaltigkeit und Ökologie aufgreift und den Titel „Green Building“ trägt.

Von der Idee bis zur Realisierung

Doch bevor Geist erstmals den Münchner Himmel zum Leuchten bringen konnte, brauchte es eine gute Vorbereitung. „Es gibt natürlich immer einige Schwierigkeiten bei den einzelnen Projekten. Jede Installation startet mit einer Ortsbegehung und einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit Ort, Architektur und Thema. Danach gilt es das Konzept zu entwickeln – was auch gerne mal mehrere Wochen dauern kann – und die technischen Notwendigkeiten zu erarbeiten“. Besonders bei solch großen Projekten wie der Lichtinstallation am HVB-Tower ist die technische Umsetzung sehr umfangreich. So werden bei dieser Arbeit zum Beispiel 12 große und leistungsstarke Projektoren benötigt. Bei der anschließenden Visualisierung der Installation halfen dem Künstler Bildcollagen. Philipp Geist weiß jedoch, dass „der spannendste Moment immer vor Ort bei der Finalisierung ist. Zu sehen, ob der Content auf der Fassade auch wirklich funktioniert“. Mehrere Tage dauert es, die Technik vor Ort aufzubauen, zu justieren und den künstlerischen Inhalt auf die Fassade passgenau zu übertragen. Dazu benötigt Geist im wahrsten Sinne des Wortes absolutes Fingerspitzengefühl: „Ein Mausklick zu weit nach links oder rechts kann schon zu viel sein“.

Das Kunstwerk aktiv mitgestalten

Philipp Geist, der bei der Lichtkunst-Installation das Thema „Green Building“ frei interpretiert und dabei subtil und abstrakt aufgreift, wird seine Bildsprache aber auch mit gegenständlichen Elementen künstlerisch umsetzen. Und auch Wörter und Begriffe zum Thema werden eingearbeitet. Das Spannende dabei: Das Kunstwerk kann von Besuchern vor Ort, über www.hvb-tower.de oder den Hashtag #hvbtower auf Twitter aktiv mitgestaltet werden. Bereits im Vorfeld konnten Wortbeiträge eingereicht werden, die für die User Nachhaltigkeit symbolisieren. So flossen zum Beispiel Begriffe wie Sonnenlicht, Verantwortung und Natur in das Gesamtkunstwerk ein. Welche wohl noch folgen? Geist freut sich auf jeden Fall auch in den nächsten vier Tagen „auf einen künstlerischen Dialog mit der Architektur, dem Ort und den Besuchern“.

Wer noch einen Blick auf das spektaktuläre Kunstwerk an der Richard-Strauss-Straße in München werfen und es live erleben möchte, hat dazu noch vom 28. bis 31. Januar Gelegenheit. Die Lichtinstallation beginnt jeweils ab 17.30 Uhr.

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