22.03.2014

Spielzeug als Geldanlage

Matchbox-Autos: So sammeln und investieren Sie richtig

Vor 60 Jahren traten die kleinen Flitzer von Matchbox ihren Siegeszug an. Seither haben Modellreihen wie “Regular Wheels” oder “Superfast” Generationen von Kindern in ihren Bann gezogen – auch unseren Gastautoren Richard Pfadenhauer. Er weiß: Die kleinen Autos sind mittlerweile nicht nur Spielzeug, sondern auch Sammelobjekt.

Matchbox-Autos – ohne ein britisches Schulgesetz hätte es diesen Spielzeugklassiker nie gegeben: In den 1950er-Jahren war es in Großbritannien verboten, Spielzeug in die Schule mitzubringen, wenn es so groß war, dass es nicht in eine Zündholzschachtel passte. Das stachelte die Kreativität des Ingenieurs Jack Odell an. Er fertigte 1952 für seine Tochter Anne die Miniaturversion einer Dampfwalze an – klein genug, um es ins Klassenzimmer zu schaffen. Die Walze kannte er gut, denn Odell war Mitbesitzer von Lesney Products, einem britischen Druckgusshersteller, der in der Weihnachtszeit Spielzeug fertigte, unter anderem jenen “Road Roller”. Dieser wurde in der auf Streichholzschachtelgröße geschrumpften Version das erste Matchbox-Modell. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, in der Lesney zum  weltweit größten Hersteller von Druckgussmodellen aufstieg.

Gesucht: “mint boxed”

Zuerst wurden vor allem Baumaschinen und Nutzfahrzeuge herausgebracht. Später kamen britische und schließlich internationale Modelle hinzu – zu haben für einen Taschengeldpreis von siebeneinhalb Pence. Heute legen Sammler für diese Klassiker vierstellige Summen auf den Tisch. Neben Beschaffenheit und Seltenheit des Modells gibt vor allem die Schachtel bei Sammlern den Ausschlag. Befinden sich Auto und Schachtel in fabrikneuem Zustand, werden sie in Sammlerkreisen “mint boxed” bezeichnet – erst dann wird aus einem Kinderspielzeug ein echtes Wertobjekt.

Blick auf den Matchbox-Markt

Der Markt für die ersten Matchbox-Modelle aus den 1950er-Jahren ist fast leer gefegt. Diese erzielten regelmäßig dreistellige Summen. Und auch seltene Varianten aus den 1960er-Jahren kosteten gewöhnlich um die einhundert Euro. Diese ersten Fahrzeuge bezeichnen Sammler aufgrund ihrer metallenen Räder als “Regular Wheels”.

Ende der 1960er-Jahre war es mit den “Regular Wheels” vorbei, denn 1968 drängte der amerikanische Spielzeugriese Mattel mit seinen “Hot Wheels” auf den Markt. Diese Modelle verfügten über schnell laufende Reifen, mit denen sogar Loopings auf speziellen Bahnen möglich waren. Als Reaktion darauf erschien 1969 die “Superfast”-Reihe von Matchbox-Hersteller Lesney. Momentan besonders beliebt sind “Superfast”-Modelle aus den 1970er Jahren. Enormes Potential für eine Wertsteigerung sehen Experten jedoch in den Modellen “Made in Macao” aus den frühen 1980er Jahren. Diese wurden in einer geringen Stückzahl produziert und sind bereits für fünf bis zehn Euro zu haben.

6 Tipps, wie Sie den Wert von Modellen ermitteln und erhalten

  1. Suchen Sie nach unbespielten Modellen: Gefragt sind Modelle mit intakter Verpackung – beides in fabrikneuem Zustand (“mint boxed”).
  2. Finger weg von ausgebesserten Modellen: Bespielte Modelle weisen Lackschäden auf. Profis erkennen sofort, ob ausgebessert wurde.
  3. Achten Sie auf die Verpackung: Die Box ist bei Fälschern beliebt. Tipp: Schnuppern hilft, den alten Geruch kann man nicht imitieren. Außerdem ist das typische vergilbte Innere der Box schwer nachzumachen.
  4. Schauen Sie auf die Bodenplatte: Lassen Sie sich nicht beirren von der Jahreszahl: Sie gibt nicht das Produktionsjahr, sondern das Copy-Right-Jahr an, in dem das Modell erstmals produziert wurde. Manche Modelle sind zu verschiedenen Zeiten in ähnlichen Ausführungen produziert worden.
  5. Lassen Sie sich beraten: Für Neulinge ist es schwer, Original von Fälschung und seltene von gängige Varianten zu unterscheiden. Deshalb unbedingt vom Kenner beraten lassen.
  6. Vermeiden Sie Sonnenlicht und Halogenstrahler: Sonnen- und Halogenlicht schadet Lacken und Kunststoff, bleicht Farben aus und läßt Bauteile spröde werden. Das gilt auch für die bedruckte Schachtel.

Die Entscheidung, ob Sie die eigenen Kindheitserinnerungen zur Geldanlage machen wollen, bleibt Ihnen selbst überlassen. Für den Fall, dass Sie sich für Letzteres entscheiden, hier noch …

… 5 Adressen für Sammler und solche, die es werden wollen

  1. Cars-and-Boxes, Fachgeschäft für Matchbox-Autos, Detmolder Straße 3, 10715 Berlin, www.cars-and-boxes.de
  2. Forum Matchboxmania, das wichtigste Internetforum im deutschsprachigen Raum, www.matchboxmania.de
  3. Peter Steiner, Sammler, www.psteiner.de
  4. Hans-Georg Menzel, Sammler, www.hgm-matchbox.de
  5. Ralf-Egbert Richter, Sammler, www.matchbox-grizzly.heicon.de/
  1. 9. Juni 2014, 0:38

    Interessantes Bericht gibt einen guten Überblick über die Geschichte des Matchbox her.

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