08.07.2013

Sammelleidenschaft

Lok-Mittel fürs Renditeplus

Die Modelleisenbahn – ein Kellerhobby verschrobener Einzelgänger? Von wegen! Das Sammeln seltener und gut erhaltener Züge von Märklin & Co. ist im Mainstream angekommen. Denn mit etwas Glück lassen sich damit hohe Wertsteigerungen einfahren. Höchste Eisenbahn also, dass Sie unser Gastautor Richard Pfadenhauer aufklärt über das Einmaleins der Schmalspur-Sammelei.

900 Züge, über 1.400 Waggons und eine Gleisstrecke mit einer Gesamtlänge von 13 Kilometern. Auf einer Fläche von 1.300 Quadratmetern erstreckt sich im Miniaturwunderland Hamburg die größte Modellbahnanlage der Welt. Doch viele der jährlich eine Million Besucher wollen die Bahnen nicht nur anschauen – sie wollen auch selbst welche besitzen.

Wahres Leben als Vorbild

Großer Beliebtheit erfreuen sich beispielsweise Modelle, deren technische Vorbilder auch im wahren Leben etwas Besonderes waren, zum Beispiel der Rheingold-Wagen. Diesen Luxuswaggon setzte die Deutsche Reichsbahngesellschaft ab 1928 ein für Fahrten von Amsterdam über das Rheinland in die Schweiz. Ein originalgetreuer Nachbau des Göppinger Traditionsunternehmens Märklin aus dem Jahr 1939 ist heute rund 800 Euro wert.

Exklusivität als Trend

In einer noch höheren Preisklasse residiert das sogenannte Millenium-Krokodil, ebenfalls von Märklin. Das Objekt ist eine Sonderanfertigung anlässlich des Jahrtausendwechsels und hatte im Jahr 1999 einen Verkaufswert von ungefährt 63.500 D-Mark, rund 32.470 Euro. Der Grund für den hohen Preis: Das Gehäuse der Lokomotive besteht aus Platin. Das Fahrwerk ist mit Gold veredelt und die Rangierlichter bestehen aus geschliffenen Rubinen.

Auf die Größe kommt es an

Damit Sie nicht aus Versehen wertlose Modelle kaufen, sollten Sie einige Kriterien beachten. Die größte Sünde unter Modellbahnern ist das Wegwerfen der Verpackung eines Modells, denn eine Originalverpackung trägt zur Werterhaltung bei. “Wenn die Originalverpackung nicht mehr vorhanden ist, kann das schon mal einen Abstrich von 20 Prozent beim Preis ausmachen”, schätzt Franz-Josef Küppers, Vorsitzender des Modellbahnverbands Deutschland e. V. Ein weiterer Aspekt ist die Größe der Bahn, die durch sogenannte Spurbreiten definiert wird. “Je größer, desto teuer”, meint Küppers. Die Spurgröße H0 dominiert den Markt mit einem Anteil von 60 bis 70 Prozent. Für eine Standard-Lokomotive der Größe H0 seien 1.000 Euro nicht außergewöhnlich. Wenn man eine vergleichbare Lok in der Größe 1 kaufen wolle, könne schon mal das Doppelte fällig werden.

Koll-Katalog gibt Orientierung

Wer auf dem Dachboden eine alte Märklin-Lok findet, kann das Objekt im Koll-Katalog nachschlagen. Das jährlich erscheinende Werk führt alle Modelle von Märklin auf und gibt aktuelle Preisorientierungen. Bei anderen Marken empfiehlt es sich, für eine erste Einschätzung den ortsansässigen Eisenbahnmodellverein zu kontaktieren. Wer sich auf den teilweise unübersichtlichen Markt traut, kann mit etwas Glück Exemplare mit gutem Wertsteigerungspotential erwischen.

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Zum Gastautor

Richard Pfadenhauer ist Chefredakteur des onemarkets Magazins im Bereich Corporate & Investment Banking der HVB. Darüber hinaus ist er Autor des onemarkets Wochenkommentars, eines wöchentlichen Rück- und Ausblicks auf die Märkte. Als ausgewiesener DVFA-Aktienanalyst beschäftigt sich Pfadenhauer seit vielen Jahren mit den Finanzmärkten. Er gilt als ausgesprochener Derivate-Experte.

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