10.12.2015

Nachhaltigkeit Wirtschaft

memo AG: So funktioniert nachhaltiges Business!

Die memo AG zählt zu Deutschlands Vorzeigeunternehmen in puncto Nachhaltigkeit. Ende der 1980er-Jahre startete sie als Pionier im Versandhandel mit umweltverträglichen Büroartikeln und Schreibwaren. Schon seit der Anfangszeit dabei: Finanzvorstand Richard Wolf und die HypoVereinsbank als Hausbank.

Alles begann mit Schulheften aus Recyclingpapier. Bereits während seiner Gymnasialzeit organisierte memo-Mitbegründer Jürgen Schmidt Sammelbestellungen für seine Mitschüler. Dann belieferte er Bio- und Schreibwarenläden in Nordbayern mit ökologisch verträglichen Schreibutensilien und Papeterieartikeln. Gemeinsam mit Freunden, die noch heute im Vorstand des Unternehmens tätig sind, gründete er 1990 schließlich einen Versandhandel. Im Angebot: ein Komplettsortiment an Büroartikeln und Schreibwaren, die nach ökologischen, sozialen und qualitativen Kriterien ausgewählt werden und dabei nicht teurer sind als konventionelle Produkte. Das Konzept ging auf: Heute erwirtschaftet die memo AG als Versand- und Onlinehändler mit Bürobedarf und -möbeln, Werbeartikeln sowie Produkten für Schule, Haushalt, Freizeit und Wohnen einen Jahresumsatz von 19 Millionen Euro (2014). Am Standort Greußenheim nahe Würzburg sind rund 130 Mitarbeiter tätig. Der unternehmerische Ansatz, ökologisches Engagement mit qualitativ hochwertigen Produkten und betriebswirtschaftlichen Zielen zu verbinden, wirkt aus heutiger Sicht weitsichtig und modern. Doch Anfang der 90erJahre war er etwas Besonderes – und für Richard Wolf, Finanzvorstand der memo AG, ein wesentlicher Anreiz, kurz nach der Gründung in das Unternehmen seiner Freunde einzusteigen. Neben dem Aufbau eines leistungsfähigen Rechnungswesens und Finanzmanagements zählte es zu seinen Aufgaben, die Finanzierung des Start-ups zu sichern. Den damaligen Leiter der HVB-Filiale Würzburg konnte Wolf rasch vom Geschäftsmodell eines nachhaltigen Versandhauses überzeugen: „Ohne sein Engagement gäbe es die memo AG heute vielleicht gar nicht. Er hat von Anbeginn an unser Konzept geglaubt und Vorbehalte innerhalb der Bank ausgeräumt, um das Startkapital zu gewähren“, so Wolf. Gerade in den Anfängen verlangte das schnelle Wachstum des Unternehmens hohe Flexibilität und permanente Anpassungen der Prozesse. Der damit verbundene Anstieg des Umlaufvermögens erforderte weiteres Kapital. „Mit detaillierten Businessplänen, dem Aufbau eines professionellen Controllings und unserer Bereitschaft, selbst ein finanzielles Risiko zu tragen, konnten wir die HypoVereinsbank überzeugen, unser Wachstum mit zu finanzieren“, erzählt Wolf. Ein starkes Argument war auch die hohe Eigenkapitalquote der memo AG, die heute bei über 40 Prozent liegt.

Aus Überzeugung nachhaltig

Zu den ökologisch geprägten Kunden der ersten Stunde kamen mit der Verbreitung der Idee der Nachhaltigkeit immer mehr gewerbliche, später auch private Kunden. Sie nutzen die Möglichkeit, über einen bewussten Einkauf gesellschaftliche Verantwortung zu beweisen. memo tut dies auch jenseits des Kerngeschäfts: Den benötigten Strom bezieht das Unternehmen vollständig aus erneuerbaren Quellen, Wärme fast ausschließlich über eine firmeneigene Holz-Hackschnitzelanlage. Für Dienstfahrten nutzen die Mitarbeiter unter anderem ein Elektroauto, ihre Büros sind mit ergonomischen Naturholzmöbeln ausgestattet und regelmäßige Weiterbildungs- sowie Gesundheitsangebote fester Bestandteil des Personalmanagements. Nachhaltigkeit wird bei memo konsequent gelebt. Diese Haltung wurde in den vergangenen Jahren vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem B.A.U.M.-Umweltpreis sowie dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in gleich drei Kategorien.

Kompetente Beratung

„Dass memo authentisch ist, merkt man an vielen großen, aber auch kleinen Dingen“, sagt Klaus Weissenseel, Firmenkundenbetreuer bei der HVB-Niederlassung Mainfranken. Er ist seit einigen Jahren Ansprechpartner für alle Finanzierungsbelange des unterfränkischen Mittelständlers und begleitet dessen stetiges, aber bedachtes Wachstum. Für die großen Investitionen nutzte memo neben klassischen Krediten auch öffentliche Fördermittel. „Gerade in diesem Bereich war es für uns wichtig, von kompetenten Finanzierungspartnern wie der HypoVereinsbank bedarfsgerecht beraten zu werden“, lobt Finanzvorstand Wolf. Diese Beratungskompetenz und die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit waren auch Gründe dafür, dass die HypoVereinsbank nach Anpassung der Bankenstruktur von memo weiterhin als Hausbank positioniert ist. Auch bei ihr ist Nachhaltigkeit fester Bestandteil der Geschäftspolitik: Unter anderem mit ihrem CO2 -neutralen Bankbetrieb und als wichtiger Finanzierungspartner der Energiewende konnte sie bereits einige wichtige Meilensteine erreichen.

Nachhaltiges Wirtschaften

Trotz der insgesamt positiven Unternehmensentwicklung durchlief memo wie viele Mittelständler auch schwierige Zeiten. „Nachhaltigkeit war bis vor einigen Jahren ein Nischenthema, da gab es auch Phasen, in denen unsere Produkte weniger nachgefragt wurden“, erinnert sich Wolf. Als Kraftprobe erwies sich auch der Umbau der gesamten Logistik und die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems. Einige Wochen lang war das Unternehmen dadurch nur eingeschränkt lieferfähig. Bewältigt habe es diese Hürden laut Wolf durch „Hartnäckigkeit, Geduld, den festen Glauben an das, was wir tun, und die tägliche Leistung der Mitarbeiter“. Letztere sind über eine Beteiligungsgesellschaft an der memo AG beteiligt. Die Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber ist Umfragen zufolge hoch, die Fluktuationsquote gering. „Uns allen ist langfristiger Erfolg wichtiger als kurzfristige Gewinnmaximierung“, so Wolf. Die größte Herausforderung für die Zukunft sieht der Finanzvorstand darin, die Position als „First Mover“ in der Branche zu sichern und weiter auszubauen. Kein leichtes Unterfangen, angesichts einer wachsenden Konkurrenz und der eingeschränkten Mittel eines mittelständischen Unternehmens. Die HypoVereinsbank will das Unternehmen dabei auch zukünftig unterstützen und „gemeinsam die von memo angestrebten Wachstumsziele erreichen“, so Weissenseel. Der Weg ist für Wolf dabei klar: „Wir sind überzeugt, dass nachhaltiges Wirtschaften die beste Voraussetzung für dauerhaften, stabilen Erfolg ist.“

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