Zettel mit 2018 auf Wäscheleine
28.12.2017
Tipp

Neuregelungen 2018

Von Kartenzahlung bis Steuererklärung: Die wichtigsten Neuregelungen 2018

Keine Gebühren mehr bei Kartenzahlungen und Überweisungen, eine neue Abgabefrist für Steuererklärungen und eine Reform bei der Besteuerung von Investmentfonds sind nur ein paar der wichtigsten Änderungen im neuen Jahr. Worauf sich Verbraucher und Arbeitnehmer außerdem einstellen müssen zum Jahreswechsel, zeigt unsere Übersicht zu den Änderungen 2018.

1. Neue Besteuerung für Fonds

Ab dem 1. Januar 2018 gilt eine neue Besteuerung von Investmentfonds. Das novellierte Investmentsteuerreformgesetz sieht vor, dass ab dem kommenden Jahr heimische Investmentfonds inländische Dividenden und Immobilienerträge direkt mit 15 Prozent Körperschaftssteuer belegen müssen. Die Reformierung des Investmentsteuergesetzes wurde notwendig, um in- und ausländische Fonds steuerlich gleich zu stellen. Nebenbei werden so auch Fonds, die Gewinne ausschütten, und solche, die sie thesaurieren, weitgehend steuerlich gleichgestellt.

2. Abschaffung der 500-Euro-Note

Im Mai 2016 hat der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossen, den 500-Euro-Schein Schritt für Schritt abzuschaffen. Bis Ende des kommenden Jahres soll die Ausgabe der größten der sieben Euro-Banknoten eingestellt werden. Bis dahin soll die Einführung der überarbeiteten 100- und 200-Euro-Scheine der neuen Europa-Serie mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen abgeschlossen sein. Bis es soweit ist können Sie noch mit mit der 500-Euro-Note zahlen.

3. Die Bezahlung mit Kreditkarten wird günstiger

Ab dem 13. Januar 2018 dürfen Händler in vielen Fällen keine gesonderten Entgelte für Kartenzahlungen, Überweisungen und Lastschriften mehr verlangen. Diese gesonderten Entgelte – etwa für die Zahlung per Kreditkarte – hat viele Verbraucher besonders bei Buchungen von Flügen und Hotels im Internet verärgert. Diese Regelung gilt europaweit.

Bei einem Missbrauch der Bank- oder Kreditkarte haften Sie derzeit für entstandene Schäden bis zu einem Betrag von 150 Euro, solange Sie die Karte nicht gesperrt haben. Diese Haftungsgrenze sinkt gesetzlich auf 50 Euro – bei der HVB beträgt die Haftungsgrenze sogar 0 Euro. Lediglich bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz haften Sie auch weiterhin unbeschränkt.

4. Stärkung der Betriebsrente

Die Betriebsrente ist eine der ältesten Zusatzversorgungen fürs Alter. Doch noch immer ist sie vor allem in kleineren Unternehmen nicht ausreichend verbreitet. Das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz soll dazu beitragen, dass Betriebsrenten in solchen Firmen stärker verankert und Geringverdiener so besser vor Altersarmut geschützt werden. So sollen Arbeitgeber einen steuerlichen Zuschuss von 30 Prozent erhalten, wenn sie Beschäftigten mit weniger als 2.200 Euro brutto eine Betriebsrente anbieten. Im Gegenzug müssen Arbeitnehmer einen jährlichen Beitrag zwischen 240 und 480 Euro einzahlen.

5. Mutterschutzgesetz gilt vollständig

Zwar ist das neue Mutterschutzgesetz in Teilen bereits 2017 in Kraft getreten, doch erst 2018 wird es vollständig greifen. So soll die Schutzfrist von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt eines Kindes ab 2018 auch für Schülerinnen und Studentinnen gelten. Sie sollen in dieser Zeit von Pflichtveranstaltungen befreit sein. Außerdem soll der Arbeitsschutz für schwangere und stillende Frauen gestärkt werden. Als weitere Neuerung sieht das Gesetz ein allgemeines Beschäftigungsverbot für werdende Mütter vor, die Arbeiten in einem vorgegebenen Zeittempo erledigen sollen. Auch für Frauen, die nach der zwölften Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleben, soll künftig ein Kündigungsschutz gelten. Zudem soll die Mutterschutzfrist nach der Geburt von acht auf zwölf Wochen verlängert werden, wenn eine Frau ein Kind mit Behinderung zur Welt bringt.

6. Mindestlohn gilt ausnahmslos

Ab 1. Januar 2018 gilt der gesetzliche Mindestlohn ausnahmslos in allen Branchen. Im Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 galt eine Übergangsfrist für Betriebe, falls diese den gesetzlichen Mindestlohn unterschreiten. Bis 31. Dezember 2017 sind tarifliche Abweichungen auf der Grundlage des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes und des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes noch erlaubt, im neuen Jahr ist damit dann Schluss.

7. Erwerbsminderungsrente steigt

Bis 2016 lagen die Erwerbsminderungsrenten bei voller Erwerbsminderung zwischen monatlich 704 und 792 Euro und bei teilweiser Erwerbsminderung zwischen 366 und 438 Euro im Monat. Das wird sich ab dem 1. Januar 2018 ändern. Wer dann von einer Erwerbsminderung betroffen sein sollte, wird schrittweise bis 2024 eine durchschnittlich bis zu sieben Prozent höhere Erwerbsminderungsrente erhalten. Dabei sollen all jene, die schon in jungen Jahren ihren Beruf nicht mehr voll ausüben können, bei der Rente so behandelt werden, als wären sie bis zum Alter von 65 Jahren voll erwerbstätig gewesen sein. Diese Zurechnungszeit wurde zuletzt 2014 von 60 auf 62 Jahre erhöht und steigt nun von 62 auf 65 Jahre.

8. Neue Zuschussbeantragung für Heiztechnik

Wollen Sie als Eigenheimbesitzer im kommenden Jahr eine neue Heizung in Ihrem Haus installieren lassen, können Sie auch weiterhin die staatliche Förderung über das sogenannte Marktanreizprogramm nutzen und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss zu den Kosten beantragen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Ihre Heizungsanlage mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Um den BAFA-Zuschuss ab dem 1. Januar 2018 zu erhalten, müssen außerdem Ihren Förderantrag stellen, bevor Sie eine Heizungsfirma mit der Installation beauftragen.

9. Neue Abgabefrist für Steuererklärung

Ab dem kommenden Jahr gilt eine längere Abgabefrist für Ihre Steuererklärung. Diese müssen Sie dann erst bis zum 31. Juli des Folgejahres (für die Steuererklärung 2018 also bis zum 31. Juli 2019) beim Finanzamt abgeben. Wenn Sie einen Steuerberater mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragen, hat dieser künftig bis zum 28/29. Februar des übernächsten Jahres Zeit, Ihre Steuererklärung abzugeben.

10. Grundfreibetrag, der Kinderfreibetrag und das Kindergeld steigen

Ab dem 1. Januar 2018 sollen der steuerliche Grundfreibetrag, der Kinderfreibetrag und das Kindergeld steigen. Der Grundfreibetrag soll von 8.820 Euro um 180 Euro auf 9.000 Euro angehoben werden. Der Kinderfreibetrag für jeden Elternteil soll von 2.358 Euro um 36 Euro auf 2.394 Euro steigen. Gleichzeitig soll das Kindergeld um 2 Euro monatlich je Kind angehoben werden. Ebenfalls angehoben wird der Unterhaltshöchstbetrag entsprechend der Anhebung des Grundfreibetrags von derzeit 8.820 Euro um 180 Euro auf 9.000 Euro. Die „kalte Progression“ soll durch Verschiebung der übrigen Tarifeckwerte im kommenden Jahr um die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2017 (1,65 %) ausgeglichen werden.

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