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Niederlassung HVB Arztpraxis Heilberufe
17.05.2016
Trend

Niederlassung

Niederlassung – ja, bitte!

Facharztprüfung 2008, Niederlassung im 2013: Im Alter von 38 Jahren hat Dr. Ev-Charlott Walter gezeigt, dass eine Niederlassung auch für junge Ärztinnen eine Option sein kann. Was überrascht, denn die eigene Praxis ist bei angehenden Medizinern als Auslaufmodell verschrien: Zu unattraktiv der Alltag als Einzelkämpfer, zu hoch das unternehmerische Risiko. Vorbehalte, die die junge Ärztin, die als Teenagerin Ballett studieren wollte, nicht teilen kann: „Ich würde mich immer wieder niederlassen.“ 

Dr. Ev-Charlott Walter ist ein Organisationsprofi. Sie ist Mutter einer zweijährigen Tochter, leitet ihre Praxis für Dermatologie in Berlin-Charlottenburg und managt den eigenen Terminkalender und den ihres Partners zwischen KiTa, Praxis und Alltag: „Ohne Organisation, Flexibiliät und einen Partner, der einem dem Rücken frei hält, funktioniert das nicht“, sagt sie. Vom häufig bemühten ‚unternehmerischen Risiko‘ einer Niederlassung hat sich die heute 42-Jährige nicht abschrecken lassen: „Dermatologie ist Gerätemedizin, da sind hohe Anfangsinvestitionen nötig. Ich konnte auch nicht sicher sein, dass die Praxis gut läuft“, sagt sie. „Doch ich hatte keine Lust, in der Klinik zu verschwinden. Ich wollte selbstständig sein.“

Gelungene Work-Life-Balance

Bereits während ihrer Weiterbildung hat Ev-Charlott Walter mehrere Jahre Praxisluft geschnuppert. „Im Januar 2013 habe ich mich dann mit meiner eigenen Praxis niedergelassen, auch mit Unterstützung der HypoVereinsbank.“ Der Schritt in die Selbständigkeit war für sie somit kein Sprung ins ganz so kalte Wasser. 2014 kommt ihre Tochter zur Welt. „Mein Partner ist auch selbständig und kann vom Homeoffice aus arbeiten. Er hat mich unterstützt, damit ich früh in meine Praxis zurückkonnte.“  Die junge Mutter hätte in dieser Zeit auch gerne halbtags gearbeitet, aber das sei in einer Einzelpraxis wie der ihren kaum möglich: „Wenn Operationen anstehen, gibt es keinen, der mich ablösen kann.“ Hinzu komme, dass sie immer auch viel Organisatorisches erledigen müsse. „Oft nehme ich Arbeit mit nach Hause, um den nächsten Praxistag vorzubereiten.“

Unter dem Strich überwiegen bei der Dermatologin jedoch die Vorteile der Freiheit, die sie als Niedergelassene im Vergleich zu einer Krankenhausanstellung hat: Montag bis Freitag, von morgens halb neun bis zum Nachmittag, ist Ev-Charlott Walter in ihrer Praxis.  „Nacht- und Wochenenddienste fallen weg, ich bin mein eigener Chef mit meinem eigenem Team, habe geregelte Arbeitszeiten und somit mehr Zeit für meine Tochter.“ Letztlich müsse jedoch jeder für sich selbst abwägen, was ihm lieber ist.

Niederlassung: Medizinstudenten mit Vorurteilen

Mit ihrer Entscheidung für eine Niederlassung ist die Berliner Medizinerin die Ausnahme im deutschen Ärztenachwuchs. Das hat eine Umfrage der Universität Trier in Kooperation mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) aus dem Jahr 2014 ergeben. Demnach fürchten sich rund zwei Drittel der Medizinstudenten hierzulande vor dem finanziellen Risiko einer Selbstständigkeit und dem Alltag als Einzelkämpfer.

Wolfgang Merk ist Sachverständiger für die Bewertung von Unternehmen und Praxen im Gesundheitswesen. Mit seinem Institut erstellt er Gutachten zu wirtschaftlichen Fragestellungen im Gesundheitswesen. Der 51-Jährige kennt die Ursachen für diese Vorbehalte nur zu gut: „Seit Jahren geben die ärztlichen Standesorganisationen negative Auskünfte über die Niederlassung im ambulanten Bereich. Dabei sollten sich viel mehr Medizinstudenten Gedanken über die eigene Praxis machen.“ Warum? In keinem anderen Bereich könne man als Freiberufler mit so geringem Insolvenzrisiko und einer so guten Honorarsituation tätig sein. Nicht zu vergessen sind die niedrigen Zinsen der Banken sowie die von vielen gewünschte Work-Life-Balance.

Praxisgründung: „Denken Sie unternehmerisch“

Gute News also für Fachärzte, die eine eigene Praxis eröffnen wollen? „Durchaus“, sagt Wolfgang Merk, „allerdings stellt sich hier die Frage, wie der Markt gestaltet ist.“ Ein gutes Umfeld für eine Niederlassung seien derzeit beispielsweise Ballungsräume. Für niedergelassene Ärzte wie Ev-Charlott Walter bedeutet das eine hervorragende Nachfragesituation mit positiven Ertragsaussichten, aber auch der Notwendigkeit einer klaren Positionierung im Markt. „Entscheidend für die Gründung einer Praxis ist letztlich die Entwicklung einer Gesamtstrategie mit klarer Positionierung“, sagt Dr. Christine Trapp, Leiterin Heilberufe bei der HypoVereinsbank in Berlin.

Mit über 25 Jahren Erfahrung wissen die HVB-Experten um die Herausforderungen der Branche. Daraus haben sie maßgeschneiderte Beratungskonzepte entwickelt. Auch für Ev-Charlott Walter und die Gründung ihrer Einzelpraxis: „Die erste Unterstützung erhielt ich gleich zu Beginn von einer  Bankbetreuerin der HVB, die mich finanziell unterstützt hat.“ Eine klassische Niederlassungsberatung also. HVB-Expertin Trapp: „Unsere Empfehlung dabei lautet stets: Denken Sie unternehmerisch! Wer das beherzigt, ist bei der Finanzierung auf einem guten Weg.“

Und was rät Ev-Charlott Walter angehenden Ärzten, die vor der Wahl stehen, ob Krankenhaus oder Niederlassung? „Das muss jeder selbst für sich entscheiden. Vorausgesetzt, man hat eine gute Bank und ein gutes Netzwerk, würde ich immer die Niederlassung empfehlen, denn die eigene Praxis macht einfach Spaß.“

Mit vier Schritten in die Selbstständigkeit

Ob Einzelpraxis, Praxisübernahme, Praxisgründung mit Partnern oder Beteiligung an einer bestehenden Praxis: Treffen sie die Entscheidung für Ihren Weg in die Zukunft und lassen Sie sich von unseren HVB Heilberufespezialisten beraten.

Wer sich heutzutage als Arzt oder Zahnarzt selbstständig macht, benötigt für künftige unternehmerische Entscheidungen eine solide Finanzplanung. Diese sollte eine Kapitalbedarfs-, Liquiditäts- und Ertragsplanung umfassen. Welche Unterlagen Sie zum Gespräch mit unseren Heilberufespezialisten mitbringen sollten, erfahren Sie hier.

Für Freiberufler gibt es eine Vielzahl von Programmen, vergünstigten Darlehen, Zuschüssen und Bürgschaften für die Finanzierung eines Gründungsvorhabens. Unsere Heilberufespezialisten erarbeiten für Sie den individuell passendsten Finanzierungsmix, meistens bestehend aus Förderkrediten, Leasing und Betriebsmittelkredit. Durch die jahrzehntelange Erfahrung, die die HypoVereinsbank in der Vergabe von Fördermitteln aufgebaut hat, stehen die Programme der Förderinstitute von Bund und Ländern bei uns immer in Fokus. Bei jeder Beratung werden sie – soweit möglich – zum Vorteil des Kunden einbezogen.

Als selbstständiger Arzt, Zahnarzt, Apotheker oder Unternehmer im Gesundheitsmarkt tragen Sie viel Verantwortung für Ihre Mitarbeiter, Patienten und Ihre Familie. Achten Sie daher darauf, dass Ihre Risiken ausreichend durch Versicherungen abgedeckt sind. Denken Sie daher – über die Standardversicherungen wie Haftplicht-  und  Rechtsschutzversicherung hinaus –  auch an die Vorsorge für Notfälle durch  z. B. eine Risiko-Lebensversicherung und an eine Versicherung für Fälle der Praxisunterbechung.  Das Angebot einer  betrieblichen  Altersversorgung für Ihre Mitarbeiter kann das Versicherungspaket für Ihre Praxis sinnvoll ergänzen.

Darüber hinaus sollten Sie auch an den Notfall denken und mit entsprechenden Vollmachten und Berechtigungen für den Fall der Fälle Vorsorge treffen. Für alle Finanzberatungsbedarfe rund um Ihre Praxis – auch was Versicherungen anbelangt – steht Ihnen Ihr HVB Heilberufespezialist zur Verfügung.

Sie möchten sich als Arzt oder Zahnarzt niederlassen oder eine Praxis beziehungsweise einen Praxisanteil übernehmen? Damit kommt umfangreiche Planungsarbeit auf Sie zu. Nehmen Sie sich hierfür Zeit und lassen Sie sich von unseren Heilberufespezialisten bei der Planung und Finanzierung  Ihres Vorhabens beraten. Vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch.

Übrigens: Mit unserer Checkliste für die Praxisgründung können Sie sich optimal darauf vorbereiten.

Zur Person

Ursprünglich wollte Ev-Charlott Walter (42) an der John-Neumeier-Schule in Hamburg Ballett studieren. Mit 18 Jahren dann die Feststellung, dass sie doch lieber Menschen helfen möchte. Die gebürtige Berlinerin beginnt deshalb, in einem Krankenhaus zu jobben. Nach dem Medizinstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin schließt sie sich 2012 mit selbstständigen Ärzten zu einer überörtlichen Berufsausbildungsgemeinschaft zusammen. Begleitet von der HVB gründet die Mutter einer Tochter im Jahr 2013 schließlich ihre Praxis für Dermatologie am Savignyplatz in Berlin.

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