Online Kurs Programmieren
23.01.2015

Online Kurs Programmieren

APPsolut cool: IT-Campus im Internet

Eine virtuelle Katze zum Maunzen bringen, eine digitales Hausaufgabenheft fürs Smartphone oder eine ‚Anti-Langeweile-Applikation‘ entwickeln: Die Lernplattform App Camps möchte Schüler mit Online Kursen fürs Programmieren begeistern.

Sie wischen mit einer Leichtigkeit auf ihren Touchscreens herum und navigieren souverän durch die digitale Welt: Laut einer Studie aus Großbritannien verfügt schon der durchschnittliche Sechsjährige über mehr Medienkompetenz als ein typischer Mittvierziger. Chatten via WhatsApp, Freunde treffen auf Facebook, bei den Hausaufgaben hilft Wikipedia. Aber: Obwohl Algorithmen und Quellcodes ihren Alltag prägen – mit dem Thema Software Entwicklung haben die meisten Kids nur wenig am Hut.

Digitales Fitnesstraining

Genau das möchte das Hamburger Start-up App Camps mit Programmier-Kursen für Schüler nun ganz schnell ändern. Schließlich sind technische Fertigkeiten nicht nur in der Freizeit hilfreich, sondern auch gefragte Skills auf dem Arbeitsmarkt. „Wir wollen unsere Begeisterung für die Informatik weitergeben und zeigen, dass man mit den neuen Medien weit mehr machen kann, als sie nur zu nutzen“, erklärt Dr. Diana Knodel den Grund, warum sie gemeinsam mit Ehemann Philipp eine IT-Schmiede für Youngsters ins Leben gerufen hat. „In unseren Workshops lernen junge Tüftler, wie sie einfache Apps entwickeln können. Dadurch bekommen sie einen spielerischen Einblick in die Grundlagen der Codierung und erkennen, wie viel Spaß es macht, eigene Visionen im Netz zu verwirklichen“, betont die 33-Jährige.

Hohe Nachfrage führte zum Start-up

Obwohl sie sich in vielen Bildungs-Initiativen engagiert, hatte die Hamburgerin zunächst gar nicht vor, als Unternehmerin aktiv zu werden. Als promovierte Informatikerin ist es ihr aber schon lange eine Herzensangelegenheit, ihre Faszination für die Technik insbesondere auch an Mädchen zu vermitteln. Die Initialzündung für ihr Start-up gab ein eigens ins Leben gerufenes Pilot-Projekt aus dem vorletzten Jahr: Das App Summer Camp für Schülerinnen, das ursprünglich als einmaliges Event in Hamburg geplant war. Das ZDF bekam davon Wind und berichtete über die programmierenden Mädels. „Seither bekommen wir so viele Anfragen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, dass wir gar nicht alle bedienen können“, freut sich Knodel. „So kamen wir auf die Idee, unsere Kurse auch über eine Online Lernplattform zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich entwickeln wir gerade digitale Schulungsunterlagen für Lehrkräfte, damit sie in ihren Klassen selbstständig Workshops durchführen können.“

Learning by doing: Selfmade-App in 15 Minuten

Vorkenntnisse braucht es für die Codierungskurse übrigens nicht, Hands-on-Mentalität und Tatendrang dafür umso mehr. Bei App Camps gibt’s nämlich keine trockene Theorie, sondern es wird von der ersten Minute an programmiert. Getreu dem Motto „Erfolg motiviert“, erstellen die Teilnehmer in nur 15 Minuten ihr Erstlingswerk: die Katzen-App. „Klickt man auf das Katzenbild, kommt ein ‚Miauu’. So simpel das klingt – für IT-Neulinge ist das ein magischer Moment“, erzählt Knodel mit einem Schmunzeln. Ist die erste Hürde genommen und die Neugierde geweckt, wird mit der Entwicklung von Spiele-Apps oder einfachen Zeichenprogrammen weiterhin geübt. Sind die Grundlagen erst einmal erlernt, sind der Kreativität kaum noch Grenzen gesetzt. „In unseren Workshops wurden schon viele tolle Ideen umgesetzt. Zum Beispiel haben Schüler eine ‚Anti-Langeweile-App‘ entwickelt, die einem je nach Alter, Geschlecht und Interessen Vorschläge macht, was man in der Region unternehmen könnte.“

Bildung digital denken

Mit ihrem Social Business leisten Knodel und ihr Team einen wichtigen Beitrag für ein zukunftsweisendes Bildungskonzept. Ihr spielerischer Ansatz, digitale Kompetenzen zu vermitteln, hat längst nicht nur die Medien überzeugt. Nach dem Gewinn des Act for Impact Wettbewerbs im vergangenen Jahr, hat App Camps im Rahmen des HVB Gründerinnen-Mentoring nun auch den Sonderpreis im Bereich Social Entrepreneurship erhalten. „Wir bekommen sehr viel Unterstützung, zum Beispiel werden wir von verschiedenen IT-Firmen hier in Hamburg gesponsert oder bekommen Räume und anderen Ressourcen gestellt. Das hilft uns in der Anfangsphase unseres Start-ups natürlich sehr.“ Auch das Business Know-how ihrer Mentorinnen aus dem HVB Frauenbeirat empfindet die IT-Expertin als große Bereicherung. Aufgrund des sozialen Engagements ihres Geschäftskonzepts wird die 33-Jährige vom gesamten Mentorinnen-Team, darunter insbesondere von Prof. Susanne Porsche, unterstützt. „Es ist toll, so viele spannende Frauen kennenzulernen und weibliche Vorbilder zu treffen.“

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